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22.08.2026 | (rsn) – Neun hundertstel Sekunden – diese Winzigkeit lag Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) im Ziel des Auftaktzeitfahrens der Vuelta a Espana (2.UWT) durch seine Wahlheimat Monaco vor Ethan Hayter (Soudal – Quick-Step). Als vorletzter Starter war der Slowene aus dem Starthaus gefahren und entriss dem Briten noch den Tagessieg und übernahm damit bei seiner Mission Vuelta-Sieg direkt am ersten Tag – und zum ersten Mal in seiner Karriere – das Rote Trikot des Gesamtführenden.
Hayter hatte seinerseits einige Minuten zuvor für Enttäuschung gesorgt. Er verdrängte seinen Landsmann Joshua Tarling (Netcompany – Ineos) aus dem Hot Seat. Dieser startet bei der Vuelta wenige Tage nach dem tragischen Tod seines Bruders Finlay, für den der Zeitfahrspezialist diesen Auftakt in Monaco gerne gewinnen wollte. Tarling musste sich mit Platz drei und dem Weißen Trikot des besten Jungprofis zufrieden geben.
"Zuallererst ist es einfach großartig, ihn überhaupt hier zu haben“, sagte Ineos-Renndirektor Geraint Thomas bei Eurosport über den 22-Jährigen. “Er wollte unbedingt fahren. Er wollte einfach wieder seinem normalen Job nachgehen und Trost im gewohnten Ablauf finden, im Team zu sein und darin, dass alles so normal wie möglich ist.“
Gegen Pogacar kam letztlich auch Tarling nicht an, wenn er auch nicht ganz so knapp scheiterte wie Hayter. "Er kennt die Straßen, er war motiviert, aber es gibt so viel Konkurrenz. So ein knapper Sieg ist Wahnsinn", sagte UAE-Teamchef Mauro Gianetti über den Coup Pogacars, der auch an der exzellenten Ortskenntnis in seiner Wahlheimat liegen könnte.
Die Abstände bei dem 9,4 Kilometer langen Kampf gegen die Uhr waren gering. Pogacar und Hayter benötigten mit einem Stundenmittel von 51 km/h auf dem technisch anspruchsvollen Parcours 10:57 Minuten. Tarling war vier Sekunden langsamer. Callum Thornley (Red Bull – Bora -hansgrohe / + 5 Sekunden) und Christophe Laporte (Visma – Lease a Bike / + 6) vervollständigen die Top Fünf. Bester Deutscher wurde Lennard Kämna (Lidl - Trek) auf Platz 21.
Pogacar setzte damit auch ein erstes Ausrufezeichen in Richtung Gesamtwertung, die anderen Favoriten auf das Podium in Granada hatten mit dem Ausgang des Zeitfahrens nichts zu tun. Teamkollege Joao Almeida schlug sich mit 18 Sekunden Rückstand auf Rang 18 noch am besten. Primoz Roglic (Red Bull – Bora – hansgrohe) wurde 24. mit 22 Sekunden Rückstand, Mattias Skjelmose (Lidl – Trek) verlor derer 29, Enric Mas (Movistar) 33 Sekunden, ebenso wie Richard Carapaz (EF Education – EasyPost), Felix Gall (Decathlon – CMA CGM) 46 und Oscar Onley (Netcompany – Ineos) 50 Sekunden.
Um 16:17 Uhr eröffnete Diego Uriarte (Kern Pharma) die Spanien-Rundfahrt im Fürstentum Monaco. Die erste Richtzeit setzte aber Jordan Labrosse (Decathlon – CMA CGM), der in 11:20 Minuten lange Zeit deutlich vorne lag. Erst rund eine Stunde später ging Matthew Brennan (Visma – Lease a Bike) am Franzosen vorbei und saß seinerseits eine Weile im Hot Seat.
Die ersten Favoriten in der Gesamtwertung schenkten sich wenig, hatten mit dem Ausgang des Zeitfahrens aber auch nichts zu tun. Carapaz, und Skjelmose lagen nur vier Sekunden auseinander, weitere zehn beziehungsweise 14 dahinter folgten Gall und Onley.
Das Streckenprofil der 1. Etappe der Vuelta a Espana | Foto: Veranstalter
Arthur Kluckers (Tudor) und dann Oscar Chamberlain (Decathlon – CMA CGM) verbesserten die Bestzeit weiter, an der sich auch Stefan Küng (Tudor) die Zähne ausbiss. Weiter an der Zeit geschraubt wurde erst von Leo Bisiaux (Decathlon – CMA CGM) und kurz darauf von Thornley. Favoriten wie Enric Mas (Movistar) und Almeida hatten mit dem Tagesergebnis ebenfalls nichts zu tun, anders als Tarling, der eine Sekunde schneller als Thornley ins Ziel kam. Viele drückten dem Briten die Daumen, dass er einen emotionalen Etappensieg würde feiern können, aber Hayter hatte andere Pläne und war vier Sekunden schneller als sein Landsmann.
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