RSNplus“Wir lassen ihn sein Ding machen“

Unantastbarer Pogacar: Konkurrenz fährt ihr eigenes Rennen

Von Christoph Matt und Felix Mattis

Foto zu dem Text "Unantastbarer Pogacar: Konkurrenz fährt ihr eigenes Rennen"
Tadej Pogacar (UAE - Emirates - XRG) beim Start der dritten Etappe. | Foto: Cor Vos

26.08.2026  |  (rsn) - Seit neun Rundfahrten ist Tadej Pogacar (UAE - Emirates - XRG) ungeschlagen. Und bei der Vuelta a España (2. UWT) dürfte sich das nicht ändern. Vielleicht konnte man nicht schon nach der 4. Etappe mit fast dreieinhalb Minuten Vorsprung auf den Gesamtzweiten rechnen. Dass der Slowene aber der Top-Favorit sein würde, stand für niemanden außer Frage. Während Pogacar die Rekorde purzeln lässt, wächst bei manchen Radsportfans die Langeweile: Immer gewinnt derselbe.

Außer bei Paris-Roubaix stand der 27-jährige Pogacar in dieser Saison bei jedem seiner Rennen ganz oben auf dem Podium. Zwar gab es auch spannende Duelle, eine gewisse Monotonie kann man seiner Siegesserie aber nicht absprechen – vor allem eben bei den Rundfahrten.

Auch die meisten seiner Konkurrenten scheinen diese Übermacht akzeptiert zu haben. Bei der Vuelta klammern die anderen Klassementfahrer den Überflieger schon nach vier Etappen aus und fahren ihr eigenes Rennen. "Ich bin nicht wirklich überrascht von Pogacars Dominanz. Wir lassen ihn einfach sein Ding machen. Dann fahren wir unser eigenes Rennen", fasste etwa Oscar Onley (Netcompany - Ineos) die Situation nach der Andorra-Etappe am Dienstag zusammen.

___STEADY_PAYWALL___

Ein ungewohnter Anblick: Tadej Pogacar in UAE-Teamtrikot beim Auftaktzeitfahren. | Foto: Cor Vos

Beim Betreuerstab von Decathlon - CMA CGM wurden ähnliche Töne angeschlagen: "Der Plan war nicht, gegen Pogacar zu kämpfen, sondern Zeit auf die anderen Podiumskandidaten rauszuholen. Es war die erste Bergetappe und ein Test für alle Fahrer", erzählte der Sportliche Leiter Cyril Dessel im Interview mit Eurosport nach Pogacars nächstem Solosieg.

Es bleibt die Spannung um Platz zwei

Tatsächlich verspricht der Kampf um die Gesamtwertung Spannung, nur halt nicht um das Rote Trikot, sondern um Platz zwei. In Andorra La Vella kamen 2:39 Minuten nach Pogacar sechs Fahrer zeitgleich ins Ziel. In der Gesamtwertung liegen zwischen Primoz Roglic (Red Bull – Bora – hansgrohe / + 3:21) auf Rang zwei und Jarno Widar (Lotto – Intermarché / + 4:06) auf Platz neun nur 45 Sekunden.

"Wir kämpfen um den zweiten Platz und das Podium und das entspricht ehrlich gesagt auch unseren Erwartungen", kommentierte der Etappensechste und Gesamtdritte Enric Mas (Movistar / + 3:32) in Andorra. "Das ist eben die Realität. Tadej ist der Beste und wir müssen uns auf unsere eigene Leistung konzentrieren. Es liegt noch enorm viel vor uns."

Felix Gall, Oscar Onley, Enric Mas und Primoz Roglic in der Verfolgergruppe in Andorra. | Foto: Cor Vos

Mit drin in dieser Phalanx, die hinter Pogacar um den Titel "Best of the Rest" kämpft, sind neben Roglic, Mas und Widar auch Sepp Kuss (Visma – Lease a Bike / + 3:44), Onley (+ 3:45), Richard Carapaz (EF Education – EasyPost / + 3:50), Felix Gall (Decathlon – CMA CGM / + 3:57) und Mattias Skjelmose (Lidl – Trek / + 4:06). Und auch sie können in ihrem eigenen Positionskampf eben Glücksgefühle empfinden – auch ohne den Platz ganz oben auf dem Tableau.

Pogacars Tempogestaltung maßgeblich fürs Rennen der Anderen

"Es ist natürlich etwas anderes, wenn man nur um den zweiten Platz fährt", gab der Vuelta-Sieger von 2023, Kuss, zu. "Aber ich bin einfach glücklich mit meinem Gefühl heute."

Galls Sportlicher Leiter Dessel erklärte außerdem, dass Pogacar aus dem Rennen dennoch nicht ganz herauszurechnen ist. Denn seine Fahrweise kann, selbst wenn er nicht einbrechen sollte, sondern dominant zum Gesamtsieg durchmarschiert, sehr wohl auch noch Einfluss auf das Rennen der anderen haben – etwa indem seine Tempogestaltung maßgeblich für die der Anderen ist.

Abgehängt, wenn auch nur sehr knapp vor dem Ziel, wurde Pogacar von Mathieu van der Poel (Alpecin - Premier Tech) auf der Schlussetappe der Tour de France. | Foto: Cor Vos

"Wir wissen, dass manche Fahrer nicht versuchen, Pogacar zu folgen, weil er so stark ist. Aber vielleicht ergibt eine Attacke die Möglichkeit sich mit einer kleinen Gruppe vom Rest zu lösen", sagte Dessel mit Blick auf den Versuch seines Kapitäns Gall, Pogacar am Dienstag in den Pyrenäen zunächst auf den Fersen zu bleiben – in etwa so wie beim Giro hinter dem dort dominanten Jonas Vingegaard. "Es war keine schlechte Situation, wir werden versuchen ihm zu folgen."

Mehr Informationen zu diesem Thema

16.09.2026Pogacar: “Schlüsselbein stark, Kopf stark“

(rsn) – Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) wird nach seinem bei der Vuelta a Espana erlittenen Schlüsselbeinbruch zwar kein Rennen mehr in dieser Saison bestreiten können – doch seine Gene

14.09.2026Roglic verpasst Vuelta-Rekord und ist trotzdem zufrieden

(rsn) – Seine möglicherweise letzte Chance auf den Rekord konnte Primoz Roglic (Red Bull – Bora – hansgrohe) nicht nutzen. Der 36-jährige Slowene muss sich bei der Vuelta a Espana 2026 mit dem

14.09.2026“Gute Beine, große Ziele“: Van Aert blickt auf die WM

(rsn) – Die Übergänge waren fließend! Während Wout van Aert mit seinem Teamkollegen von Visma – Lease a Bike gerade die letzten Kilometer der Vuelta a Espana abspulten, wurde beim GP Montreal

14.09.2026Movistar kehrt mit Vuelta-Sieg ins Rampenlicht zurück

(rsn) - Der Gesamtsieg von Enric Mas bei der Vuelta a Espana ist einerseits für ihn selbst ein später, kaum noch für möglich gehaltener Coup. Doch auch für seine traditionsreiche Mannschaft hat d

13.09.2026Johannessen: “Ich habe schon so lange an diese Tür geklopft“

(rsn) – Zum Abschluss der Vuelta a Espana 2026 gab es eine Premiere. Tobias Halland Johannessen (Uno-X Mobility) holte sich auf der 21. Etappe seinen ersten Tagessieg bei einer Grand Tour vor Alessa

13.09.2026Die Highlight-Videos der Vuelta a Espana

(rsn) – Für Leser und Leserinnen, die lieber schauen statt lesen, bietet radsport-news.com die Highlight-Videos. Die Eurosport-Mitschnitte aller 21 Teilstücke der diesjährigen Vuelta a Espana (2.

13.09.2026Das Strafenregister der Vuelta a Espana / 21. Etappe

(rsn) – Die Liste an potenziellen Vergehen, derer Radprofis, Teammitarbeitende oder andere am Rennen Beteiligte im Laufe einer Rundfahrt bezichtigt werden können, ist lang. Genauso lang wie das Reg

13.09.2026Liste der ausgeschiedenen Fahrer / 21. Etappe

(rsn) - 184 Fahrer aus 23 Teams nahmen die Vuelta a Espana 2026 beim Auftaktzeitfahren in Monaco in Angriff. Nicht alle werden das Ziel an der Alhambra in Granada im Süden Spaniens erreichen. Stürz

13.09.2026Mas am Ziel seiner Träume: Spanier erstmals Vuelta-Sieger

(rsn) – Nach drei zweiten Plätzen hat Enric Mas (Movistar) im achten Anlauf erstmals die Spanien-Rundfahrt für sich entschieden. Auf der abschließenden 21. Etappe der 81. Vuelta a Espana (2.UWT)

13.09.2026Vuelta 2027 beginnt in Santiago de Compostela

(rsn) - In wenigen Worten zu vermelden, deshalb aber nicht weniger wichtig: In unserer Rubrik "Kurz gemeldet" fasst die Redaktion von radsport-news.com die Kurznachrichten des Tages aus der Welt des R

13.09.2026Schlussrunde der 21. Vuelta-Etappe wird neutralisiert ausgetragen

(rsn) – Am Schlusstag der Vuelta a Espana haben die Organisatoren den Forderungen der Teams zumindest teilweise entsprochen. Wie die gewöhnlich gut informierte spanische Sportzeitung AS berichtet,

13.09.2026Auch zum Finale in Granada haben es die Sprinter schwer

(rsn) – Nach den letztjährigen Protesten in Madrid haben die Organisatoren das Vuelta-Finale in den Süden des Landes verletzt. Die 21. Etappe der 81. Spanien-Rundfahrt wird rund um Granada ausgetr

Weitere Radsportnachrichten

31.10.2026Laing feiert Start-Ziel-Sieg beim Gravel Burn

(rsn) – Nele Laing (Canyon – DT Swiss ATR) hat die Gesamtwertung beim Gravel Burn-Etappenrennen in Südafrika gewonnen. Dafür reichte ihr auf der abschließenden 7. Etappe im Shamwari Private Ga

31.10.2026Pogacar gibt wahres Asmaß der Verletzungen bekannt

(rsn) - Tadej Pogacar (UAE - Emirates - XRG) hat sich bei seinem Sturz auf der 8. Etappe der Vuelta a Espana schwerer verletzt als zunächst angenommen. Das gab der Slowene in einem Interview mit The

31.10.2026Pluimers bleibt AG Insurance bis 2028 treu

(rsn) - In unserem ständig aktualisierten Transferticker informieren wir Sie regelmäßig über Personalien aus der Welt des Radsports. Ob es sich um Teamwechsel, Vertragsverlängerungen oder Rücktr

31.10.2026Fahrerinnen äußern Bedenken bei Sicherheit und Finanzen

(rsn) – Die Organisation Cyclist Alliance hat ihren Bericht zum Stand der Dinge im Frauen-Peloton veröffentlicht. In der Studie, deren 43-seitiger Bericht auf einer Umfrage von 127 Profi-Fahrerinn

31.10.2026Pogacar gibt weiteren Einblick in Saisonplanung

(rsn) – Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) hat bei einem virtuellen Community-Treffen der Plattform MyWhoosh über seine anstehende Saison 2027 gesprochen. Dabei hielt er sich für die ganz k

31.10.2026Renntage-König Veistroffer immer noch nicht müde

(rsn) Baptiste Veistroffer (Lotto – Intermarché) kam in seiner ersten Saison als WorldTour-Profi auf 94 Renntage (85 auf UCI-Level) von der Tour Down Under (2.UWT) im Januar bis zur Tour of Guangx

30.10.2026Carera: “Pogacar hat mit der Vuelta noch eine Rechnung offen“

(rsn) – Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) wird nach Angaben seines Managers Alex Carera im Dezember im Rahmen des Team-Trainingslagers in den Vereinigten Arabischen Emiraten sein Grand-Tour-P

30.10.2026HLN: Roglic hat Lotto – Intermarché abgesagt

(rsn) - In wenigen Worten zu vermelden, deshalb aber nicht weniger wichtig: In unserer Rubrik "Kurz gemeldet" fasst die Redaktion von radsport-news.com die Kurznachrichten des Tages aus der Welt des R

30.10.2026Schweizer Frauenteam CTO Women will 2027 KT-Lizenz ziehen

(rsn) - Das Schweizer Frauenteam CTO Women will ab kommender Saison mit UCI-Lizenz auf Continental-Niveau fahren. Diesen Entschluss hat der Ostschweizer Rennstall zu Wochenbeginn gefasst und am Freita

30.10.2026Van Aerts Cross-Programm: “Noch nichts in Stein gemeißelt“

(rsn) – Während vom achtmaligen Weltmeister Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) noch immer nicht bekannt ist, ob er in diesem Winter überhaupt Crossrennen bestreiten wird, hat sein Dau

29.10.2026McNulty hat das Regenbogentrikot - UAE aber eben auch Pogacar

(rsn) – Nach seinem WM-Coup von Montréal wird Brandon McNulty im Regenbogentrikot die Saison 2027 bestreiten. An seiner Rolle bei UAE – Emirates – XRG wird das allerdings nichts ändern, wie s

29.10.2026Seixas mahnt strengere Sicherheitsstandards an

(rsn) – Obwohl er mit seinen gerade mal 20 Jahren zu den jüngsten Profis im Feld gehört, dürfte das Wort von Paul Seixas (Decathlon – CMA CGM) nach dieser Saison besonderen Wert haben. Der Jung

RADRENNEN HEUTE
  • Keine Termine