RSNplus“Schwer anzukommen gegen solch einen Lead-out“

Visma hat die Flachetappen der Vuelta fest im Griff

Von Kevin Kempf

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Wout van Aert (links) und Matthew Brennan (beide Visma - Lease a Bike) können sich im Ziel der 11. Etappe über den dritten Tageserfolg freuen, während rechts Jordi Meeus (Red Bull - Bora - hansgrohe) resigniert. | Foto: Cor Vos

02.09.2026  |  (rsn) - Es war das Jahr 2023, als Visma – Lease a Bike mit dem Giro-Sieg von Primoz Roglic und dem Tour-Triumph von Jonas Vingegaard im Gepäck bei der Vuelta a Espana antrat. Dort feierte das niederländische Team dann mit Sepp Kuss vor Vingegaard und Roglic sogar einen Dreifachsieg. Die damalige Dominanz war erdrückend.

Wenn man sich die Interviews nach der 11. Etappe dieser Spanien-Rundfahrt anhörte, bekam man ein ähnliches Gefühl, auch wenn die Ausgangslage ganz anders ist als vor drei Jahren. Im Klassement belegt Kuss nur den siebten Rang, doch auf den Flachetappen hat Visma mit dem dreimaligen Tagessieger Matthew Brennan und dem "Grünen" Wout van Aert alles fes im Griff. ___STEADY_PAYWALL___

Das bekam bereits Ethan Hayter (Soudal – Quick-Step) einige Male zu spüren. Der Brite bewegt sich nicht gern im Feld und versuchte es deswegen auf der 11. Etappe und auch davor schon mehrfach als Ausreißer; ohne großen Erfolg allerdings. “Es ist wirklich schwer. Sie haben mich in der ersten Woche schon gut kontrolliert, weil sie Angst um das Grüne Trikot hatten, aber das war nie wirklich mein Ziel“, erzählte der Zweite des Auftaktzeitfahrens von Monaco gegenüber Eurosport.

Coquard und Meeus chancenlos

Gemeinsam mit der Cofidis-Equipe kontrollierte Visma – Lease a Bike das Rennen, doch als es ins Finale ging, hatten die "Killer Bees" noch genügend Reserven. Erneut fuhren zunächst Christophe Laporte und dann van Aert den Sprint mustergültig für Brennan an. Der 21-jährige Brite vollendete dann souverän

“Gegen einen solchen Lead-out ist es schwer anzukommen. Mehr als meine Spitzenleistung abzurufen, kann ich nicht tun“, sagte Jordi Meeus (Red Bull – Bora – hansgrohe) im Gespräch mit Sporza fast schon resignierend. “Diese Jungs sind zudem fünf bis zehn Kilogramm leichter als ich, was es ihnen erleichtert, nach der Kurve wieder zu beschleunigen“, klagte der Tagesdritte außerdem mit Blick auf die Spitzkehre circa 500 Meter vor dem Ziel.

Wout van Aert (in Grün) und Matthew Brennan (beide Visma – Lease a Bike im Zielsprint der 11. Vuelta-Etappe. | Foto: Cor Vos

Ebenfalls deutlich leichter als der Belgier ist Bryan Coquard (Cofidis), der sich perfekt positionierte und trotzdem nicht über Platz zwei hinauskam. “Wir hatten Selbstvertrauen, aber wenn man gegen Laporte, van Aert und Brennan fahren muss, kann man wenig ausrichten. Ich wollte schlau sein und habe mich hinter Brennan positioniert, aber es war nichts zu machen, er war der Schnellste“, erkannte der Franzose die Überlegenheit der Visma-Konkurrenz an.

Ein Team mit "fantastischen Champions"

So war es Brennan, der bei seiner ersten Vuelta zum dritten Tagessieg fuhr. Zuletzt hatte das Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) 2019 als Neoprofi geschafft, allerdings auf ganz anderem Terrain und weitestgehend auf sich allein gestellt. Brennan hingegen profitierte nicht nur von seinen schnellen Beinen, sondern auch von seinen starken Teamkollegen.

Dementsprechend lobend äußerte er sich im Ziel: “Die Jungs sind trotz des schweren Tages gestern so schnell gefahren, wie sie konnten. Als wir ins Finale kamen, haben wir unsere Position vorn gut verteidigt. Wir waren alle stark genug, um dort zu sein, wo wir sein wollten. Die Jungs haben auf den letzten zehn Kilometern einen tollen Job gemacht und uns genau dort in Position gehalten, wo wir sein mussten. Wir konnten alle Probleme vermeiden und gewinnen. Jetzt sind wir superhappy“, fasste er den Tag zufrieden zusammen.

“Wir haben fantastische Champions im Team. Wir haben Fahrer, die bei Grand Tours auf dem Podium standen oder sie sogar gewonnen haben“, fügte Brennan mit Bezug auf Steven Kruijswijk und Kuss. Doch damit nicht genug: “Wir haben auch Fahrer, die große Klassiker gewonnen haben. Dass sie jedes Mal für mich fahren, ist fantastisch und ich bin wirklich dankbar, dass sie für mich Vollgas fahren“, verwies er auf van Aert und Laporte.

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