Grand-Tour-Debütant gewinnt 12. Vuelta-Etappe

Omrzel und Buitrago lassen Bahrain jubeln, Mas baut Führung aus

Von Matthias Seng

Foto zu dem Text "Omrzel und Buitrago lassen Bahrain jubeln, Mas baut Führung aus"
Jakob Omrzel (Bahrain Victorious) hat die 12. Vuelta-Etappe gewonnen. | Foto: Cor Vos

03.09.2026  |  (rsn) – Grand-Tour-Debütant Jakob Omrzel (Bahrain Victorious) hat aus der Gruppe des Tages heraus die 12. Etappe der Vuelta a Espana (2.UWT) für sich entschieden. Der 20-jährige Slowene setzte sich über 166,6 Kilometer von Vera zur Bergankunft am Calar Alto auf mehr als 2.100 Metern Höhe mit 1:56 Minuten Vorsprung auf den Urko Berrade (Kern Pharma) durch. Auf Rang drei (+2:13) rundete der Kolumbianer Santiago Buitrago die perfekte Vorstellung des Bahrain-Teams ab.

Auf den weiteren Plätzen folgten der Kasache Alexey Lutsenko (NSN / +2:49) und der Belgier Mauri Vansevenant (Soudal – Quick-Step / +2:53). Als Tagesechster baute der Spanier Enric Mas (Movistar / +2:56) seine Führung im Gesamtklassement aus.

Der Österreicher Felix Gall (Decathlon – CMA CGM / +3:23) folgte auf Platz sieben vor den zeitgleichen Primoz Roglic (Red Bull – Bora – hansgrohe) und Richard Carapaz (EF Education – EasyPost).

“Ich bin nicht überrascht, denn ich weiß, wie hart ich hierfür gearbeitet habe. Ich wusste, dass dieser Tag früher oder später kommen würde. Aber ganz sicher habe ich nicht erwartet, dass es schon bei meiner ersten Grand Tour soweit sein würde“, kommentierte Neoprofi Omrzel im Flash-Interview seinen Coup. “Ich kann noch immer nicht glauben, was mir gelungen ist. Ich habe mich supergut gefühlt und bin nicht sehr müde. Ich weiß es auch nicht, ich genieße das alles im Moment einfach.“

Omrzel krönte eine überragende Vorstellung seines Teams, das mit gleich drei Fahrern in der großen Gruppe des Tages vertreten, die bis zu acht Minuten vor dem Feld lag. “Wir sind als Mannschaft wirklich großartig. Wir verstehen uns sehr gut. Wir arbeiten extrem gut zusammen, es ist perfekt. Wir fahren momentan, als wäre das Rennen ein Playstation-Spiel. Wir machen, was wir uns vornehmen. Ich bin wirklich stolz!“, sagte der nunmehr vor Tadej Pogacar (UAE – Emirates – SRG) jüngste slowenische Grand-Tour-Etappensieger, der dazu meinte: “Das ist nur eine Statistik, das heißt nichts. Aber es ist eine schöne Statistik.“

Omrzel und Mas die Gewinner des Tages

Mit seinem Sieg machte Omrzel auch vier Positionen im Gesamtklassement gut, wo er nun auf Rang sechs 4:59 Minuten hinter Mas geführt wird. Der Träger des Roten Trikots hat nunmehr 1:45 Minuten Vorsprung auf Roglic und 2:06 Minuten auf Gall. Carapaz (+3:53) ist neuer Vierter und tauschte mit Oscar Onley (Netcompany – Ineos / +4:29) die Plätze.

Der Brite behauptete zwar die Führung in der Nachwuchswertung, liegt hier aber nur noch 30 Sekunden vor Omrzel. Wout van Aert (Visma – Lease a Bike) baute die Führung in der Punktewertung aus und liegt in der Bergwertung weiter auf Rang zwei hinter Buitrago. Decathlon – CMA CGM bleibt bestes Team der Vuelta.

So lief die 12. Etappe der Vuelta a Espana:

Mehr als 4.500 Höhenmeter waren auf dem Weg zur vierten Bergankunft dieser Spanien-Rundfahrt zu bewältigen. Nach dem Ausstieg weiterer drei Fahrer, darunter Ben Tulett aus van Aerts Visma-Team, traten noch 163 Profis zur 12. Etappe an, die fünf Bergwertungen im Programm hatte, die letzten beiden zur 1. Kategorie zählend. In der Anfahrt zum frühen ersten Bergpreis hagelte es Attacken, die jedoch allesamt vereitelt wurde.

So konnte sich an einem weiteren heißen Tag im Süden Spaniens van Aert aus dem Feld heraus die Bergwertung der 3. Kategorie und vor Buitrago und verringerte den Rückstand auf den Kolumbianer weiter. Kurz darauf musste der gestern heftig gestürzte Hamish McKenzie (Jayco – AlUla) das Rennen aufgeben.

Nach 40 Kilometern wurde ein Ausreißertrio um Ramses Debruyne (Alpecin - Premier Tech) von einer großen Verfolgergruppe eingefangen. Das von Movistar angeführte Feld schaffte nicht den Anschluss und ließ die 27 Ausreißer schließlich ziehen. Dadurch schaffte auch Onley wieder den Anschluss. Der Träger des Weißen Trikots war kurz zuvor wie mehrere andere Fahrer auch in einem Kreisverkehr gestürzt und lag zwischenzeitlich fast eine Minute hinter dem Feld.

Das Streckenprofil der 12. Etappe der Vuelta a Espana | Foto: Veranstalter

Vorne dabei waren neben van Aert, Buitrago, Lutsenko und Vansevenant auch die beiden Deutschen Marco Brenner (Tudor) und Lennard Kämna (Lidl – Trek) und für Red Bull der junge Australier Luke Tuckwell sowie Buitragos Teamkollege Omrzel, der als Gesamtzehnter mit 8:05 Minuten Rückstand auf das Rote Trikot der im Klassement bestplatzierte der Ausreißer war. Zudem war Bahrain Victorious ebenso wie UAE – Emirates – XRG (Joao Almeida, Kevin Vermaerke, Ivo Oliveira) und Uno-X (Andreas Leknessund, Andreas Kron, Tobias Halland Johannessen) mit drei Fahrern vorne vertreten. Nachdem noch drei weitere Verfolger den Anschluss geschafft hatten, umfasste die Spitzengruppe schließlich sogar 30 Fahrer.

Movistar übernahm schließlich die Kontrolle im Feld und ließ den Rückstand auf rund fünf Minuten anwachsen. Van Aert holte sich zunächst den zweiten Bergpreis (3. Kat.) und zur Rennmitte auch die Bergwertung der 2. Kategorie jeweils vor Buitrago. Das Feld folgte mit sechs Minuten Abstand, der danach um eine weitere Minute anwuchs.

Nachdem er auch noch den Zwischensprint gewonnen hatte, ließ sich van Aert zurückfallen. Im kurz darauf beginnenden Alto de Velefique (1. Kat.), dem 13 Kilometer langen vorletzten Berg des Tages, dünnte die Spitzengruppe aus, wobei auf Kämna früh den Anschluss verlor. Almeida sorgte mit hohem Tempo dafür, dass schnell weitere Fahrer zurückfielen, darunter auch Johannessen und Brenner. Als der Portugiese seine Arbeit verrichtet hatte, übernahm Bahrain-Routinier Pello Bilbao die Führungsarbeit für Buitrago und Omrzel. 

Bahrain spielt es im Finale perfekt

Aus dem von Ivan Romeo (Movistar) angeführten Feld heraus attackierte Carapaz etwa zur Mitte des Anstiegs, kurz darauf setzte sich an der Spitze Omrzel gemeinsam mit Leo Bisiaux (Decathlon – CMA CGM) ab. Der starke Romeo führte die Gruppe der Favoriten aber wieder an den Ecuadorianer heran und auch das Spitzenduo wurde kurz vor dem Gipfel gestellt, wo sich Buitrago dann zehn Punkte für sein Gepunktetes Trikot holte.

Den 17 Kilometer langen und im Schnitt 5,6 Prozent steilen Schlussanstieg nahm die mittlerweile nur noch neunköpfige Spitzengruppe um das Bahrain-Duo Buitrago und Omrzel gut fünf Minuten vor der Gruppe um das Rote Trikot in Angriff. Dort schraubte das mit noch vier Fahrern vertretene Decathlon-Team das Tempo so hoch, dass unter anderem Mattias Skjelmose (Lidl – Trek) und Sepp Kuss (Visma – Lease a Bike) den Anschluss verloren.

Als 14 Kilometer vor dem Ziel mit Gregor Mühlberger Galls letzter Helfer die Spitze übernahm, konnten nur noch Mas, Roglic, Onley und Carapaz folgen. Kurz darauf attackierte der Decathlon-Kapitän selber und konnte so auch Onley und Carapaz abschütteln. Die Spitze bestand zu diesem Zeitpunkt aus nur noch vier Fahrern: Buitrago, Omrzel, Bisiaux und Berrade.

Mas lässt Gall und Roglic stehen

Kurz darauf zogen Omrzel aus der Spitzengruppe und Mas aus dem Verfolgertrio davon und machte Jagd auf die Ausreißer. Dabei erhielt er noch für einige Kilometer Unterstützung seines Teamkollegen Raul Garcia Pierna, der zur ehemaligen Spitzengruppe gehört hatte. Dahinter hatten Carapaz und Mühlberger wieder zu Gall und Roglic aufgeschlossen, von vorne waren Bisiaux und Tuckwell dazugekommen. Dennoch schaffte die Gruppe nicht mehr den Anschluss an Mas, der sich Position um Position verbesserte, um schließlich noch sechster zu werden.

Omrzel baute auf den letzten Kilometern seinen Vorsprung beständig aus, um mit fast zwei Minuten Vorsprung die Etappe und den größten Erfolg seiner Karriere zu holen. Hinter Berrade sicherte sich Buitrago noch Bonussekunden und weitere Punkte für die Bergwertung.

Results powered by Cyclingflash.com

Mehr Informationen zu diesem Thema

16.09.2026Pogacar: “Schlüsselbein stark, Kopf stark“

(rsn) – Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) wird nach seinem bei der Vuelta a Espana erlittenen Schlüsselbeinbruch zwar kein Rennen mehr in dieser Saison bestreiten können – doch seine Gene

14.09.2026Roglic verpasst Vuelta-Rekord und ist trotzdem zufrieden

(rsn) – Seine möglicherweise letzte Chance auf den Rekord konnte Primoz Roglic (Red Bull – Bora – hansgrohe) nicht nutzen. Der 36-jährige Slowene muss sich bei der Vuelta a Espana 2026 mit dem

14.09.2026“Gute Beine, große Ziele“: Van Aert blickt auf die WM

(rsn) – Die Übergänge waren fließend! Während Wout van Aert mit seinem Teamkollegen von Visma – Lease a Bike gerade die letzten Kilometer der Vuelta a Espana abspulten, wurde beim GP Montreal

14.09.2026Movistar kehrt mit Vuelta-Sieg ins Rampenlicht zurück

(rsn) - Der Gesamtsieg von Enric Mas bei der Vuelta a Espana ist einerseits für ihn selbst ein später, kaum noch für möglich gehaltener Coup. Doch auch für seine traditionsreiche Mannschaft hat d

13.09.2026Johannessen: “Ich habe schon so lange an diese Tür geklopft“

(rsn) – Zum Abschluss der Vuelta a Espana 2026 gab es eine Premiere. Tobias Halland Johannessen (Uno-X Mobility) holte sich auf der 21. Etappe seinen ersten Tagessieg bei einer Grand Tour vor Alessa

13.09.2026Die Highlight-Videos der Vuelta a Espana

(rsn) – Für Leser und Leserinnen, die lieber schauen statt lesen, bietet radsport-news.com die Highlight-Videos. Die Eurosport-Mitschnitte aller 21 Teilstücke der diesjährigen Vuelta a Espana (2.

13.09.2026Das Strafenregister der Vuelta a Espana / 21. Etappe

(rsn) – Die Liste an potenziellen Vergehen, derer Radprofis, Teammitarbeitende oder andere am Rennen Beteiligte im Laufe einer Rundfahrt bezichtigt werden können, ist lang. Genauso lang wie das Reg

13.09.2026Liste der ausgeschiedenen Fahrer / 21. Etappe

(rsn) - 184 Fahrer aus 23 Teams nahmen die Vuelta a Espana 2026 beim Auftaktzeitfahren in Monaco in Angriff. Nicht alle werden das Ziel an der Alhambra in Granada im Süden Spaniens erreichen. Stürz

13.09.2026Mas am Ziel seiner Träume: Spanier erstmals Vuelta-Sieger

(rsn) – Nach drei zweiten Plätzen hat Enric Mas (Movistar) im achten Anlauf erstmals die Spanien-Rundfahrt für sich entschieden. Auf der abschließenden 21. Etappe der 81. Vuelta a Espana (2.UWT)

13.09.2026Vuelta 2027 beginnt in Santiago de Compostela

(rsn) - In wenigen Worten zu vermelden, deshalb aber nicht weniger wichtig: In unserer Rubrik "Kurz gemeldet" fasst die Redaktion von radsport-news.com die Kurznachrichten des Tages aus der Welt des R

13.09.2026Schlussrunde der 21. Vuelta-Etappe wird neutralisiert ausgetragen

(rsn) – Am Schlusstag der Vuelta a Espana haben die Organisatoren den Forderungen der Teams zumindest teilweise entsprochen. Wie die gewöhnlich gut informierte spanische Sportzeitung AS berichtet,

13.09.2026Auch zum Finale in Granada haben es die Sprinter schwer

(rsn) – Nach den letztjährigen Protesten in Madrid haben die Organisatoren das Vuelta-Finale in den Süden des Landes verletzt. Die 21. Etappe der 81. Spanien-Rundfahrt wird rund um Granada ausgetr

Weitere Radsportnachrichten

24.10.2026Pieterse im Gegensatz zu Brand und Alvarado noch im Ruhemodus

(rsn) – Während Cross-Weltmeisterin Lucinda Brand (Baloise – Het Poetsbureau Lions) und Silbermedaillengewinnerin Ceylin del Carmen Alvarado (Fenix – Premier Tech) bereits früh in der Crosssai

24.10.2026Unibet – Rose Rockets eine Option für Roglic?

(rsn) - In wenigen Worten zu vermelden, deshalb aber nicht weniger wichtig: In unserer Rubrik "Kurz gemeldet" fasst die Redaktion von radsport-news.com die Kurznachrichten des Tages aus der Welt des R

24.10.2026Wyseure entthront in Heerde Vorjahressieger Nieuwenhuis

(rsn) – Joran Wyseure (Crelan – Corendon) hat in seinem vierten Crossrennen dieser Saison erstmals jubeln können. Der 25-jährige Belgier entschied im niederländischen Heerde den dritten HG-Cro

24.10.2026Alvarado holt sich in Heerde ein gutes Gefühl für die Saison

(rsn) – Ceylin del Carmen Alvarado (Fenix – Premier Tech) hat in Heerde ihren ersten Sieg in der noch jungen Crossaison 2026/27 eingefahren. Die 28-jährige Niederländerin setzte sich beim dritte

24.10.2026Buchmann: “Das ganze Jahr nie meine Topform erreicht“

(rsn) – Wie in den vergangenen beiden Jahren auch beendete Emanuel Buchmann (Cofidis) seine Saison in China. Und wie schon 2024 – damals in seinem letzten Rennen für Red Bull – Bora – hansgro

24.10.2026Reusser begrüßt Blasi-Verpflichtung und deutet Karriereende an

(rsn) – In den vergangenen beiden Jahren war Marlen Reusser die erklärte Leaderin des spanischen Movistar-Teams. Künftig dürfte sich das aber ändern, denn mit der Verpflichtung von Vuelta-Sieger

24.10.2026XDS verlängert mit Toneatti, Eddy wird Teamkollege von Rutsch

(rsn) - In unserem ständig aktualisierten Transferticker informieren wir Sie regelmäßig über Personalien aus der Welt des Radsports. Ob es sich um Teamwechsel, Vertragsverlängerungen oder Rücktr

23.10.2026Ausblick auf die Cross-Saison 2026/2027

(rsn) – Am Sonntag beginnt in Overijse mit der Superprestige die erste der drei großen Serien – und damit fängt auch der Cross-Winter 36 Tage vor dem meteorologischen so richtig an. Die ersten R

23.10.2026Rockets zielen mit Präsenz und Coolness zugleich auf Tour-Wildcard

(rsn) – 2026 haben die Unibet – Rose Rockets beim Giro d´Italia ihr Grand-Tour-Debüt gegeben und dort mit ihrem starken Sprintzug um Dylan Groenewegen vor allem auf den Flachetappen einen imposa

23.10.2026Nedbank Gravel Burn: Schweres Etappenrennen als Saisonabschluss

(rsn) – Nach den UCI Gravel-Weltmeisterschaften ist vor dem Gravel Burn. Viele Athleten, die an den Titelkämpfen in Australien teilgenommen haben, scheuten mit ihren Sponsoren und Trade Teams wede

23.10.2026Merlier mit Magnier gemeinsam zur Tour? “Habe sicher nichts dagegen“

(rsn) – Mit Tim Merlier und Paul Magnier verfügt Soudal – Quick-Step auch 2027, wenn die Mannschaft in Soudal – Safety Jogger umbenannt werden wird, über zwei absolute Weltklasse-Sprinter mit

23.10.2026Brennan zur Tour? Plugge: “Werden ihn definitiv in Betracht ziehen“

(rsn) – Die großen Teams der Gesamtwertungs-Kandidaten stehen nach der Bekanntgabe der Route für die Tour de France 2027 nun vor vielen wichtigen Gesprächen in den kommenden Wochen, um Pläne zu

RADRENNEN HEUTE
  • Keine Termine