Die Stimmen zur 15. Etappe der Vuelta a Espana

Brennan: “Wir wollen noch mehr“

Von Paul Grosch

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Matthew Brennan und Wout van Aert holten bisher für ihr Visma-Team mit fünf Etappensiegen ein Drittel der bisherigen Vuelta. | Foto: Cor Vos

06.09.2026  |  (rsn) – Bei den flachen Zielankünften der Vuelta a Espana 2026 macht Visma – Lease a Bike weiterhin kaum einer etwas vor. Vor dem zweiten Ruhetag holte sich Wout van Aert auf der hitzebedingt verkürzten 15. Etappe seinen zweiten Tageserfolg innerhalb von drei Tagen und ist im Kampf um das Grüne Trikot kaum mehr einzuholen. Der Belgier gewann den Sprint einer fünfköpfigen Ausreißergruppe souverän vor Alessandro Romele (XDS – Astana) und Thibau Nys (Lidl – Trek).

Van Aerts Visma-Team hatte die hügelige Etappe vom Start weg kontrolliert und den frühen Ausreißern wenig Vorsprung gegönnt. Etwas mehr als 30 Kilometer vor dem Ziel initiierte van Aert dann nach dem schwersten Anstieg des Tages selbst die entscheidende Gruppe mit, die sich schnell einen Vorsprung erarbeiten konnte. Der Belgier parierte im Finale alle Attacken seiner Mitstreiter und so kam es zum Sprint, den van Aert souverän für sich entschied

In unserem Stimmensammler können Sie nachlesen, was die Protagonisten zum Rennen zu sagen hatten.

Die Stimmen zur 15. Etappe der Vuelta a Espana:

Wout van Aert (Visma – Lease a Bike / Sieger / Ziel-Interview): “Wir wollten das Feld überraschen. Wir haben den ganzen Tag kontrolliert und waren noch mit ein paar starken Fahrern vorn dabei. Ich wusste, dass niemand erwartet, dass wir angreifen. Ich habe den Moment beim Zwischensprint gewittert. Meine  Landsmänner waren wirklich stark und haben mir zusammen mit Romele gut geholfen. Aber Leknessund hat gepokert, er war viel hinten. Wir hatten eine Attacke von ihm erwartet, die kam aber erst recht spät. Auf den letzten beiden Kilometern wollte ich dann alles zusammenhalten und sicherstellen, dass es ein Sprint wird.“

Alessandro Romele (XDS – Astana / 2. Platz / Eurosport): “Ich habe mich heute Morgen schon richtig gut gefühlt. Ich habe versucht, Wout (van Aert) vor dem Zwischensprint zu antizipieren. Das war ein guter Zeitpunkt. Ich habe mein Bestes gegeben. Ich bin sehr stolz auf mich, hier Zweiter hinter so einem Champion wie Wout zu werden. Langsam realisiere ich, wie groß mein Potenzial im Radsport ist. Ich will einen Gruß an meine Familie senden. Ich möchte das auch einer ganz speziellen Person widmen. Er hat seine Schwester in einem Autounfall verloren. Ich habe an sie gedacht und auf einen Etappensieg gehofft. Das ist der Traum. Aber ich hoffe, dieser zweite Platz bedeutet der Person trotzdem etwas.“

Thibau Nys (Lidl - Trek / 3. Platz / Eurosport): “Der Sprint war viel langsamer, als ich dachte, und 300 Meter waren ein langer Weg. Ich hatte große Angst, eingebaut zu werden oder das Momentum auf den letzten paar hundert Metern zu verlieren. Ich hätte nicht mit mir leben können, wenn ich zu spät losgefahren wäre. Ich habe das Risiko genommen und bin losgesprintet. Aber es war noch zu weit. und letztendlich war Wout dominant.“

Ramses Debruyne (Alpecin - Deceuninck / 4. Platz / Eurosport): “Ich wollte heute wirklich etwas probieren. Für mich war das diese Woche eine der wenigen Möglichkeiten und ich wollte wirklich etwas reißen. Am Anstieg bin ich einfach voll gefahren und habe dann geguckt, wo ich gelandet bin. Letztendlich kamen Wout (van Aert) und ein paar andere Fahrer zu mir nach vorn und wir sind bis zum Ziel weitergefahren. Ich hatte mir im Finale das Rad von Thibau (Nys) ausgesucht. Es gab eine wirklich harte Attacke und da habe ich schon überzogen. Es war schade, dass es im Finale keine Hügel mehr gab. Aber ich bin glücklich darüber, wie ich heute gefahren bin. Ich kann inzwischen so fahren, wie ich das will: attraktiv und aggressiv."

Andreas Leknessund (Uno-X Mobility / 5. Platz / Eurosport): “Die Situation war für mich erst ganz gut, da es mir liegt, von Anfang an in einer Gruppe zu sein. Auf so engen und drehenden Straßen kostet es vorn wohl auch kaum mehr Kraft als im Feld. Dann kamen aber ein paar superstarke und superschnelle Jungs nach vorne. Dann habe ich mein Glück an deren Hinterrad probiert, was sie akzeptiert haben. Ich wusste, dass ich wahrscheinlich der langsamste Sprinter der Gruppe war, deswegen musste ich mein Glück mit einer Attacke wagen. Ich hätte mit den Attacken länger warten sollen. Ich weiß andererseits aber auch, dass, wenn man dem Ziel zu nahe kommt, immer jemand wie Wout das Loch zufährt, weil er den Sprint will. Deswegen wollte ich nicht zu spät attackieren.“

Matthew Brennan (Visma – Lease a Bike / 24. / Eurosport): “Ich mache morgen, was ich am besten kann: absolut nichts. Ich werde im Bett liegen und schlafen. Tags drauf kommen wir dann mit einem Plan. Wir haben von dem, was wir hier machen, viel Motivation bekommen. Wir sind jetzt 15 Etappen gefahren und haben ein Drittel davon gewonnen. Wir wollen noch mehr, wir wollen sechs oder sieben Siege.“

Georg Steinhauser (EF Education - EasyPost / 77. / Eurosport): “Wir dachten, wir könnten heute etwas probieren. Nicht nur mit uns, sondern auch mit Richie (Carapaz), um ehrlich zu sein. Wir dachten, wenn wir Visma müde bekommen und ein paar Fahrer vorn haben, können wir vielleicht alle überraschen und Richie nach vorn bekommen. Visma war aber viel zu stark. Letztendlich muss man so etwas probieren. Entweder es klappt, oder es klappt nicht. Heute hat es nicht geklappt. Trotzdem können wir stolz darauf sein, wie wir heute gefahren sind. Ich denke, es war eine gute Entscheidung der Organisatoren, diese Etappe zu verkürzen. Man konnte wegen der Hitze im ersten Anstieg schon Fahrer in Schlangenlinien bergauf fahren sehen. Es ist definitiv extrem, aber wir geben unser Bestes.“

Jasha Sütterlin (Jayco – AlUla / 88. Platz / RSN): “Die Temperaturen machen natürlich zu schaffen. Man muss versuchen, sich während der Etappe so viel wie möglich zu kühlen. Kaltes Wasser über den Kopf und Eis in den Nacken. Einfach versuchen, die Körpertemperatur so gering wie möglich zu halten. Die Etappe zu verkürzen, war definitiv eine gute Entscheidung.“

Enric Mas (Movistar / Gesamtführender / Flash-Interview): “Heute war es der Plan, den wir im Bus gemacht haben, die Etappe den Ausreißern zu überlassen. Visma und Cofidis haben fast bis ins Ziel kontrolliert. Wout (van Aert) hat dann vor dem Zwischensprint attackiert. Das war alles perfekt für uns. Seit vergangenem Sonntag ist fast alles nach Plan verlaufen und wir hatten fast alles unter Kontrolle. Ich mag es einfach, in Spanien Rennen zu fahren. Ich spüre die Unterstützung der Leute dort unglaublich. Ich hoffe, es geht bis Granada so weiter.“

Oscar Onley (Netcompany – Ineos / Führender der Nachwuchswertung / Flash-Interview): “Ich bin heute einfach froh, ins Ziel gekommen zu sein. Es war sehr heiß und es war ziemlich viel Vollgas heute. Mit der gekürzten Etappe ist es natürlich etwas anders. Ich glaube, wir haben es als Team gut gemacht. Die letzte Woche der Vuelta wird noch einmal hart. Es geht mit zwei leichteren Etappen los. Ab dem Zeitfahren wird es dann sehr hart. Ich versuche, auf das Level zurückzukommen, das ich vor genau einer Woche hatte. Aber wir versuchen jetzt erst, uns bestmöglich zu erholen.

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