Die Stimmen zur 19. Etappe der Vuelta a Espana

Gall: “Der Schlussanstieg war nicht schwer genug“

Von Paul Grosch

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Felix Gall (Decathlon - CMA CGM) im ziel der 19. Vuelta-Etappe | Foto: Cor Vos

11.09.2026  |  (rsn) – Mit Pinarello – Q36.5 gewann auf der 19. Etappe der Vuelta a Espana 2026 auch das zweite Schweizer Pro-Team seine erste Grand-Tour-Etappe. Eddie Dunbar setzte sich auf dem längsten Abschnitt der Spanien-Rundfahrt nach 210,8 Kilometern an den Penas Blancas vor Bergkönig Santiago Buitrago (Bahrain Victorious) durch und gewann die dritte Vuelta-Etappe seiner Karriere. Der Ire profitierte von der zahlenmäßigen Überlegenheit seiner Mannschaft in der Ausreißergruppe. Teamkollege Thomas Gloag wurde Dritter.

Die Gruppe des Tages bildete sich erst nach mehr als 100 Kilometer, bekam vom Peloton dann jedoch einen großzügigen Vorsprung von zeitweise über sieben Minuten zugestanden. Dunbar zog 500 Meter vor dem Ziel noch an Buitrago vorbei, der zuvor das Finale eröffnet hatte. Enric Mas kam in der Gruppe der Favoriten iins Ziel udn verteidigte souverän sein Rotes Trikot.

In unserem Stimmensammler können Sie nachlesen, was die Protagonisten zum Rennen zu sagen hatten.

Die Stimmen zur 19. Etappe der Vuelta a Espana:

Eddie Dunbar (Pinarello – Q36.5 / Sieger / Ziel-Interview): ”Es ist unglaublich. Ich habe das heute wirklich nicht erwartet. Ich habe sogar im Teamfunk nach 50 oder 60 Kilometern gesagt, dass heute nicht mein Tag ist und ich mich nicht gut fühle. Dann kam ich in die Gruppe und meine Beine haben sich doch etwas gezeigt. Ich hatte zwei Teamkollegen dabei und das hilft immer. Dieses Jahr konnte ich nach einem schweren Unfall drei Monate lang gar nicht Rad fahren. Ich dachte wirklich nicht, dass ich hier um Etappensiege mitkämpfen könnte.“

Santiago Buitrago (Bahrain Victorious / 2. Platz / Ziel-Interview): “Ich konnte es nicht glauben. Als ich attackiert habe, war ich mir echt sicher. Ich habe nicht zurückgeschaut. Aber als ich 300 Meter vor dem Ziel den Schatten von Dunbar gesehen habe, ist die Welt zusammengebrochen. Ich hatte schon alles gegeben. Und jetzt bin ich wieder Zweiter. Es waren drei oder vier Fahrer von Q36.5 in der Gruppe. Dunbar ist ein sehr starker Fahrer. Das hat er gezeigt. Ich glaube, das hat er heute auch gewusst. Gratulation an ihn. Ich weiß nicht, was morgen passieren wird. Heute war ein sehr harter Tag. Morgen wird es auch eine sehr schwere Etappe. Hoffen wir mal, dass ich die Beine habe!“

Thomas Gloag (Pinarello – Q36.5 / 3. Platz / Eurosport):  "Bevor ich anfange, über Eddies fantastischen Sieg zu sprechen, möchte ich sagen, welches Privileg ich habe, gesund hier zu sein, und wie viel Glück ich in meinem Leben habe, von so vielen tollen Menschen umgeben zu sein. Ich habe eine fantastische Unterstützung von meiner Familie. Ein Ergebnis wie heute, obwohl ich die Ziellinie überquere, gehört den Menschen, die mir auf dem Weg geholfen haben. Ich bin heute für Eddie gefahren. Als Buitrago das erste Mal weggefahren ist, habe ich diese Attacke neutralisiert. Ich hatte nicht unbedingt das Selbstvertrauen, dass ich am Ende noch Gas geben kann. Ich denke, Eddie hatte auch nicht das Selbstvertrauen, weshalb wir uns die Arbeit dann geteilt haben. Am Ende ist er sehr explosiv weggefahren und hat auch noch Santiago eingeholt.“

Marcel Camprubí (Pinarello – Q36.5 / 4. Platz / Eurosport): “Die Strategie war, dass zwei von uns in die Fluchtgruppe gehen. Wir wussten, dass es sehr schwer wird, und ein harter Tag, auch wegen der Höhenmeter. Wir waren dann in einer guten Position, weil wir zu dritt waren. So konnten wir unsere Karten gut spielen. Es dann zu gewinnen, ist natürlich noch einmal eine andere Sache.“

Felix Gall (Decathlon – CMA CGM / 12. Platz / Team): “Ich habe ein bisschen gebraucht, heute wieder reinzukommen nach dem Zeitfahren gestern. Das ist immer ein bisschen schwierig, sich da am nächsten Tag direkt wieder gut zu fühlen. Aber es war alles okay. Der Schlussanstieg war dann, wie erwartet, nicht schwer genug, dass jemand wirklich was versucht. Es gab auch ein bisschen Gegenwind. Einige haben schon an morgen gedacht, glaube ich. Da gibt es das große Finale.“

Richard Carapaz (EF Education – EasyPost / 13. Platz / Eurosport): “Es war das Ziel, auf Etappensieg zu gehen. Das haben wir so schon im Bus besprochen. Am Anfang wollten wir kontrollieren. Aber sie haben es zu schwer für uns gemacht. Am zweiten Anstieg wollten wir dann ein Tempo setzen. Aber der Anstieg war sehr kurz. Da wird es schwierig, etwas zu erreichen. Aber mir gefällt das ganze Team und wie es arbeitet. Das ist das Positive von heute. Morgen ist es eine ganz andere Etappe. Die Anstiege dort gefallen mir deutlich besser. Alles wird sich morgen erst zeigen.“

Oscar Onley (Netcompany – Ineos / 15. Platz / Ziel-Interview): “Als Omrzel attackiert habe, habe ich mir nicht wirklich Sorgen gemacht. Es war schon im letzten Kilometer. Da kann man nicht mehr so viel Zeit gutmachen. Und ich habe mich gut gefühlt. Ich habe einfach abgewartet. Ich weiß nicht, was der Plan von Red Bull war. Aber das hat mich auch nicht wirklich interessiert. Ich war einfach in meiner eigenen Zone und habe mich nicht zu viel umgeschaut. Morgen wird es noch einmal ein harter Tag. Das wird bestimmt gut!“

Enric Mas (Movistar / 16. Platz und Gesamtführender / Ziel-Interview): “Ehrlicherweise war es auch irgendwie schön mit den Attacken am Anfang. Es war ein großer Kampf. Es war immer jemand vom Team bei mir. Ich glaube, wir hatten alles unter Kontrolle. Sepp (Kuss) und Richard (Carapaz) wollten es heute richtig wissen. Ich glaube, es ging da aber mehr um die Etappe. Aber sie sind im Gesamtklassement etwas zu nah dran. Deswegen mussten wir sie kontrollieren. Ich glaube, man hat gesehen, dass mein Team wieder einen richtig guten Job gemacht hat. Jetzt noch zwei Tage. Morgen wird ein großer Tag. Ich glaube, es wird einer der härtesten der ganzen Vuelta. Also müssen wir konzentriert bleiben wie bisher.“

Jakob Omrzel (Bahrain Victorious / 17. Platz / Eurosport): ”Ich habe mich amüsiert. Es war ein schneller Anstieg und ich fühlte mich gut. Bis zu einem bestimmten Punkte kann ich mich selbst vorantreiben, aber weiter als das kann ich nicht gehen. Als die Jungs angefangen haben zu reden, habe ich mein Glück versucht. Wenn ich mich so fühle wie heute, habe ich klar eine Chance, das Weiße Trikot anzugreifen. Ansonsten bleibe ich, wo ich im Klassement bin und verteidige einfach meine Position. Aber mit der Form, die ich habe, ist schon etwas möglich. Es ist meine erste Grand Tour. Ich weiß nicht, wie die Dinge laufen sollten. Mir macht das wirklich enorm Spaß. Ich bin wie ein Kind im Peloton. Es ist perfekt!“

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