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11.09.2026 | (rsn) – Eddie Dunbar hat seinem Team Pinarello - Q36.5 den ersten Grand-Tour-Tagessieg beschert. Der 30-jährige Ire entschied die 19. Etappe der Vuelta a Espana über 210,8 Kilometer von Vélez-Málaga zur Bergankunft Penas Blancas als Ausreißer für sich und konnte damit zum bereits dritten Mal nach 2024 ein Teilstück der Spanien-Rundfahrt gewinnen.
Mit 14 Sekunden Rückstand als Zweiter ins Ziel kam der Kolumbianer Santiago Buitrago (Bahrain Victorious), der eingangs der letzten 500 Meter Dunbar noch an sich vorbeiziehen lassen musste. Die starke Vorstellung des Schweizer Zweitdivisionärs rundeten der Brite Thomas Gloag (+0:23) auf Rang drei und der Spanische Meister Marcel Camprubi (+1:44) als Fünfter ab. Zwischen den beiden Pinarello-Profis kam der Spanier Urko Berrade (Kern Pharma / +0:44) auf den vierten Platz.
"Dieses Jahr konnte ich nach einem schweren Unfall drei Monate lang gar nicht Rad fahren. Ich dachte wirklich nicht, dass ich hier dabei sein würde und um Etappensiege mitkämpfen könnte. Ich kann es nicht glauben", kommentierte Dunbar im Flash-Interview seinen sechsten Profisieg und den ersten seit zwei Jahren - damals hatte er bei der Vuelta bereits auf zwei Bergetappen jubeln können.
Der jüngste Spanien-Coup war das Ergebnis sowohl individueller Stärke als auch einer cleveren Teamleistung, denn mit Gloag und Camprubi konnte Dunbar auf gleich zwei Mannschaftskollegen bauen. ”Es ist unglaublich. Ich habe das heute wirklich nicht erwartet. Ich habe sogar im Teamfunk nach 50 oder 60 Kilometern gesagt, dass heute nicht mein Tag ist und ich mich nicht gut fühle. Dann kam ich in die Gruppe und meine Beine haben sich doch etwas gezeigt. Ich hatte zwei Teamkollegen dabei und das hilft immer. Ich habe mich dadurch in der Gruppe einfach besser gefühlt."
"Ich bin heute für Eddie gefahren", ergänzte Teamkollege Gloag gegenüber Eurosport. "Als Buitrago das erste Mal weggefahren ist, habe ich diese Attacke neutralisiert. Ich hatte nicht unbedingt das Selbstvertrauen, dass ich am Ende noch Gas geben kann. Ich denke, Eddie hatte auch nicht das Selbstvertrauen, weshalb wir uns die Arbeit dann geteilt haben. Am Ende ist er sehr explosiv weggefahren und hat auch noch Santiago eingeholt. Das war unglaublich", kommentierte der 24-jährige Brite den Coup seines Teamkollegen.
5:11 Minuten hinter Dunbar führte der Österreicher Felix Gall (Decathlon – CMA CGM) die Gruppe der Favoriten ins Ziel und wurde Tageszwölfter vor dem Ecuadorianer Richard Carapaz (EF Education – EasyPost) und dem Slowenen Primoz Roglic (Red Bull – Bora – hansgrohe). Der Spanier Enric Mas (Movistar) belegte zeitgleich mit Gall Rang 16 und verteidigte vor der morgigen Königsetappe souverän sein Rotes Trikot. "Wir wissen, dass es noch einmal sehr schwer wird. Ich muss einfach versuchen, meinen Rivalen zu folgen. Ich kenne morgen nicht die ganze Etappe. Wir gehen mit guter Laune und voller Elan in die Etappe. Auf geht’s!“, zeigte sich Mas mit Blick auf den morgigen vorletzten Vuelta-Tag gegenüber Eurosport zuversichtlich.
Auf den ersten sieben Positionen der Gesamtwertung blieb alles beim Alten. Der 31-jährige Mas liegt 1:37 Minuten vor Roglic und 3:01 Minuten vor Gall. Richard Carapaz (EF Education – EasyPost / +5:17) folgt auf Rang vier vor Oscar Onley (Netcompany – Ineos / +6:03), der das Weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers vor dem Gesamtsechsten Jakob Morzel (Bahrain Victorious / +7:06) behauptete.
Wout van Aert (Visma – Lease a Bike) ist weiter im Grünen Trikot des punktbesten Fahrers unterwegs. In der Bergwertung baute Buitrago seinen Vorsprung gegenüber dem Belgier auf 38 Punkte aus. Decathlon bleibt an der Spitze der Teamwertung.
Auf dem längsten, über mehr als 4.000 Höhenmeter führenden Teilstück der diesjährigen Spanien-Rundfahrt entwickelte sich auf anfangs flachem Terrain ein ebenso spannender wie langer Kampf um die Gruppe des Tages. An dem beteiligten sich nicht mehr der gestrige Etappensieger Stefan Küng (Tudor) und Yevgeniy Fedorov (XDS – Astana), die mit Blick auf ihre weiteren Saisonziele die Vuelta vorzeitig beendeten.
Es dauerte rund 60 Kilometer, bis sich Kevin Vermaerke, Ivo Oliveira (beide UAE - Emirates - XRG), Bastien Tronchon (Groupama - FDJ United), Andreas Leknessund, Tobias Johannessen (beide Uno - X Mobility), Steven Kruijswijk (Visma - Lease a Bike) und Jasha Sütterlin (Jayco - AlUla) einen kleinen Vorsprung von knapp einer Minute erarbeiten konnten.
Im Feld kehrte jedoch keine Ruhe ein. Am kurz darauf folgenden, 14,3 Kilometer langen Puerto de las Abejas (2.Kat.), dem ersten von drei kategorisierten Anstiegen des Tages, halbierten die Verfolger den Rückstand. Vor allem EF Education – EasyPost und XDS – Astana hielten das Tempo hoch, so dass die Spitzengruppe, aus der Sütterlin und Kruijswijk zuvor schon herausgefallen waren, bald schon fast in Sichtweite war.
Das Streckenprofil der 19. Etappe der Vuelta a Espana | Foto: Veranstalter
Zunächst schaffte Dunbar den Anschluss, kurz darauf folgten weitere Fahrer. Doch den nunmehr 20 Ausreißern saß weiterhin das Feld im Nacken, das dann nach einer Tempoverschärfung durch Netcompany die Spitzengruppe stellte. Aus der hatte sich der Ire kurz zuvor gelöst, um als Solist dem Puerto del Viento (2.Kat.) entgegenzustreben. Hinter ihm zerfiel das Feld in Folge weiterer Attacken zeitweise in mehrere Teile.
Dunbar erreichte 99 Kilometer vor dem Ziel die zweite Bergwertung kurz vor einer von Buitrago angeführten Verfolgergruppe, zu der auch wieder Vermaerke, Tronchon und Leknessund gehörten. Am Gipfel holte sich der Kolumbianer noch drei Punkte für sein Gepunktetes Trikot.
Hinter den nunmehr 16 Ausreißern initiierte Marco Brenner (Tudor) eine Verfolgergruppe, der sich auch der Gesamtvierte Richard Carapaz (EF Education – EasyPost) anschloss, um aber vom aufmerksamen Feld wieder eingefangen zu werden. Erst jetzt, gut 80 Kilometer vor dem Ziel, übernahm Movistar die Kontrolle, so dass die Spitze sich einen Vorsprung von mehr als vier Minuten herausfahren konnte. Im Gesamtklassement bestplatzierter Fahrer war mit gut 21 Minuten Rückstand auf Rot Guillaume Martin (Groupama – FDJ United).
In der 20 Kilometer langen Abfahrt und dem folgenden Flachstück wuchs der Vorsprung der Ausreißer immer weiter an und betrug am Fuß des 19 Kilometer langen Schlussanstiegs rund 7:30 Minuten. Vermaerke hatte sich 24 Kilometer vor dem Ziel den Zwischensprint geholt, danach führte Buitragos Teamkollege Pau Miquel die Gruppe in den Berg hinein, wo sich Rudy Molard (Groupama – FDJ United) früh löste.
Nachdem der Franzose aber wieder gestellt worden war, lancierte der starke Miquel seinen Kapitän Buitrago, der 13 Kilometer vor dem Ziel antrat und Begleitung von Gloag, Dunbar und Berrade erhielt. Im Feld hatte Red Bull schon kurz vor dem Schlussanstieg die Spitze übernommen, ohne dass sich am Rückstand viel änderte. Nach einigen Kilomatern überließen die Raublinger dann auch wieder Movistar den Vortritt.
Hinter dem Spitzenquartett bildeten Leknessund, Pablo Castrillo (Movistar), Marcel Camprubi (Pinarello – Q36.5) ein Verfolgertrio, ehe der Spanische Meister sich solo auf die Jagd nach der Spitze machte. Im Feld schraubte nun EF in Gestalt von Neoprofi Juan Felipe Rodriguez das Tempo so hoch, dass immer mehr Fahrer zurückfielen, darunter auch der Gesamtachte Mattias Skjelmose (Lidl – Trek).
Zwei Kilometer vor dem Ziel schüttelte Buitrago mit einer entschlossenen Attacke seine Begleiter ab, doch mit Verzögerung konnte Dunbar reagieren und 500 Meter vor dem Ziel nicht nur den Anschluss herstellen, sondern Buitrago mit einer weiteren Tempobeschleunigung abschütteln und den dritten Vuelta-Etappensieg seiner Karriere einfahren.
Buitrago brach auf den letzten Metern regelrecht ein und kam mit 14 Sekunden Rückstand ins Ziel, weitere neun Sekunden dahinter wurde Dunbars Teamkollege Gloag Dritter. Ebenfalls zwei Kilometer vor dem Ziel griff Roglic aus der Favoritengruppe heraus an, ohne allerdings einen Unterschied machen zu können. Das gelang auch nicht Jakob Omrzel (Bahrain Victorious), der durch eine Attacke von Gall zurückgeholt wurde. Der Österreicher entschied dann auch den Sprint der Favoriten für sich, wogegen der 20-jährige Slowene auf den letzten Metern noch abgehängt wurde.
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