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15.05.2008 | (rsn) – Die nach Fahrerprotesten um 30km auf 231km gekürzte 6. Etappe des Giro d’Italia begann um 10.45 in Potenza. Bei blauem Himmel und Temperaturen von mehr als 20 Grad sicherte sich der Italiener Emanuele Sella (CSF) vor dem Russen Alexander Efimkin (Quick Step) und dem Spanier Inigo Landaluze (Euskaltel) bei Rennkilometer 41 die einzige Bergwertung des Tages und verteidigte damit das Bergtrikot.
Nach 60km bildete sich eine zwölf Fahrer starke Spitzengruppe, die sich bei starkem Rückenwind – das Durchschnittstempo betrug in den ersten beiden Stunden fast 48km/h - schnell einen großen Vorsprung von bis zu 15 Minuten herausfuhr. Zur Gruppe gehörten neben den Italienern Daniele Nardello (PVC Serramenti), Giovanni Visconti (Quick Step), Francesco Gavazzi (Lampre) und Matteo Priamo (CSF Group Navigare), dem Spanier Alan Pérez (Euskaltel), dem Russen Nikolai Trusov (Tinkoff), dem US-Amerikaner Jason McCartney (CSC), dem Schweden Magnus Backstedt (Slipstream), dem Kasachen Maxim Iglinsky (Astana) auch die beiden jungen Deutschen Paul Martens (Rabobank) und Matthias Russ (Gerolsteiner). Der Este Rene Mandri (Ag2r), der ursprünglich ebenfalls zur Spitzengruppe gehörte, musste nach einem Sturz das Rennen aufgeben.
Als auch 50 Kilometer vor dem Ziel der Rückstand des Feldes mit über 15 Minuten gemessen wurde, stand praktisch fest, dass einer der Ausreißer das die längste Etappe des diesjährigen Giro gewinnen würde. Matthias Russ hatte zu diesem Zeitpunkt die besten Chancen, nach der Etappe das Maglia Rosa des Gesamtführenden überzustreifen, denn der 24-jährige Schwabe war mit nur 1:39 Minuten in der Gesamtwertung auf Franco Pellizotti (Liquigas) der bestplatzierte Fahrer der Gruppe. Ähnlich aussichtsreich lag nur noch Visconti, dem in der Gesamtwertung nur 13 Sekunden auf den Gerolsteiner fehlten. 25km vor dem Ziel gewann Visconti den einzigen Zwischensprint des Tages und sicherte sich damit sechs wichtige Bonussekunden. Russ wurde hier nur Vierter.
12km vor dem Ziel war es mit der Einigkeit in der Spitzengruppe vorbei. Zunächst attackierte McCartney, und als der Angriff des US-Amerikaners wirkungslos verpuffte, versuchte es Priamo. Als Einziger setzte Perez dem Italiener nach und gemeinsam fuhr das Duo schnell einen Vorsprung von rund 15 Sekunden heraus. Russ hielt sich am Hinterrad von Visconti, seinem schärfsten Konkurrenten im Kampf um das „Rosa Trikot“. Als Backstedt dem Spitzenduo rund 3km vor dem Ziel nachsetzte, war es schon zu spät. Im Gegenteil: Priamo und Perez konnten ihren Vorsprung auf 38 Sekunden ausbauen und nahmen gemeinsam die rund einen Kilometer lange Schlusssteigung in Angriff. Priamos Antritt hatte der Euskaltel-Fahrer dann auf den letzten 200 Metern nichts mehr entgegenzusetzen.
Dramatisch wurde es dahinter. Russ konnte auf den letzten Metern das Hinterrad von Visconti nicht mehr halten und musste exakt die sieben Sekunden einstecken, die er noch vor dem Italiener lag. Aufgrund der besseren Einzelplatzierungen durfte sich Visconti am Ende der längsten Etappe der Rundfahrt das Rosa Trikots überstreifen. Dem zeitgleichen Zweiten Russ blieb als Trost das Weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers, das er vom Italiener Morris Possoni (High Road) übernahm.
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