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04.02.2014 | (rsn) – Bei der am Mittwoch beginnenden Herald Sun Tour (5. - 9. Februar/2.1) hat der Australier Simon Gerrans (Orica GreenEdge) die Chance auf ein bis dato einmaliges Triple. Der 33-Jährige könnte der erste Fahrer werden, der die drei größten australischen Straßen-Wettbewerbe innerhalb einer Saison für sich entscheidet. Im Januar hatte Gerrans bei den Australischen Meisterschaften bereits das Straßenrennen gewonnen, dem er kurz darauf seinen dritten Gesamtsieg bei der Tour Down Under folgen ließ.
„Gerrans hat augenscheinlich eine großartige Form und ist deshalb auch ein Kandidat für den Gesamtsieg“, sagte sein Sportlicher Leiter Matthew White. Das Orica-GreenEdge-Team sieht sich bei der 61. Austragung des Traditionsrennens in der Favoritenrolle. Dennoch will White seinen Fahrern nicht zu viel Druck auflasten. „Es wird hier am Ende um Sekunden gehen und so, wie der Kurs gestaltet ist, erwarte ich ein offenes und unvorhersehbares Rennen.“
Gerrans äußerte sich allerdings deutlich unverblümter als sein Sportlicher Leiter. „Das ist ein wichtiges Rennen für das Team und wir fahren hier auf Sieg“, so der Australische Meister, der in Anspielung auf seinen erfolgreichen Saisonstart sagte: „Ich bin niemand, der sich lange auf Lorbeeren ausruht“, und somit seine Motivation beschrieb, einen weiteren Triumph auf heimatlichem Boden einzufahren.
Die fünftägige Herald Sun Tour, die am Mittwochabend mit einem Prolog in Melbourne beginnt, wartet in ihrem weiteren Verlauf mit einigen schweren Passagen auf. Am zweiten Tag steht in der Mitte des Rennens der steile Glenmore Hill (Kat. 1) ein möglicherweise schon vorentscheidender Anstieg auf dem Programm, der für die Sprinter – wie die beiden Deutschen Daniel Klemme und Christoph Schweizer (beide Synergy Baku Project) - zu schwer sein könnte. „Dieser Berg ist so steil, für einige wird es ein Schock sein“, kündigte Renndirektor John Trevorrow an. Im Bergaufsprint in Ballarat wird auch deshalb wohl nur ein kleines Grüppchen den Tagessieg unter sich ausmachen.
Nicht wirklich einfacher wird es am dritten Tag, wenn das Peloton in der zweiten Rennhälfte zunächst über den Mount Alexander (Kat. 1) und eine anschließende Gegensteigung muss. Auch dieser Abschnitt dürfte für die Sprinter zu schwer sein – selbst wenn die letzten 30 Kilometer In Richtung Ziel in Bendigo nur bergab führen.
Die Männer mit den schnellen Beinen kommen dann endlich auf der 3. Etappe zum Zug, in Nagambie könnte die Stunde von Schweizer und Klemme schlagen, doch die beiden Deutschen bekommen es mit den Australiern Matthew Goss, Jonathan Cantwell (Drapac Porsche) und Steele von Hoff (Garmin-Sharp) zu tun - allesamt Schwergewichte im Sprint. Diese Etappe wird aber auch die einzige sein, die mit einem Massensprint enden kann, denn der Schlusstag wird nach flachen Beginn zu einem regelrechten Kletterspektakel.
Auf einem Rundkurs nämlich muss auf den letzten 37 Kilometer zwei Mal der Anstieg zum Arthur`s Seat gemeistert werden, ehe der Berg auch noch als Schlusssteigung in Angriff genommen wird und über den Rundfahrtsieg entscheidet. „Vorher wird, denke ich, noch keine Entscheidung fallen“, meinte dann auch Gerrans.
Seine schärfste Kontrahenten werden wohl seine Landsleute Rohan Dennis und Nathan Haas (beide Garmin-Sharp) sein. Haas ist zudem der Gesamtsieger von 2011. „Ich komme in der gleichen Form wie bei meinem Sieg, aber im Kopf bin ich viel reifer“, sagte der 24-Jährige, zuletzt Fünfter bei der Tour Down Under. Für eine erneute Überraschung könnte auch der 20-Jährige Australier Jack Haig (Avanti Cycling Team) sorgen, Gewinner der Nachwuchswertung der diesjährigen Tour Down Under.
Auf der Rechnung haben muss man aber auch Matthew Lloyd und Calvin Watson aus dem australischen Nationalteam. Watson, mittlerweile beim Team Trek unter Vertrag, entschied die Herald Sun Tour 2013 für sich, damals hatte das Rennen allerdings keinen UCI-Status. Trotzdem geht der 21-Jährige mit der Startnummer 1 ins Rennen. „Gerrans ist der Topfavorit, aber mit dieser Startnummer bin ich 110 Prozent motiviert“, kündigte der Titelverteidiger an.
Die Phalanx der Australier könnte der Neuseeländer George Bennett (Cannondale) durchbrechen. Ob dies auch seinem Landsmann Michael Vink (Forklift), zuletzt Gesamtsieger der New Zealand Cycle Classic (Kat. 2.2) gelingt, ist fraglich. Zwar spielt der Prolog dem 22-Jährigen in die Karten, doch die abschließende Bergankunft könnte für die Nachwuchshoffnung zu viel des Guten sein.
Viel eher kommt der Kurs letztlich aber Gerrans entgegen, der nach seinem dritten Erfolg bei der Tour Down Under auch seinen dritten Gesamtsieg bei der Herald Sun Tour einfahren will. Renndirektor Trevorrow hält aber auch den Coup eines Außenseiters für möglich. „Für mich wäre es keine Überraschung, wenn die Rundfahrt mit einem Überraschungssieger enden würde“, so der Australier.
Man darf gespannt sein, ober Trevorrow Recht behält oder ob sich letztlich doch die WorldTour-Fahrer durchsetzen.
Die Etappen:
Mittwoch, 5. Februar: Melbourne Southbahnk, 2,5km (Prolog)
Donnerstag, 6. Februar, 1. Etappe: Geelong . Ballarat, 125km
Freitag, 7. Februar, 2. Etappe: Ballarat - Bendigo, 165km
Samstag, 8. Februar, 3. Etappe: Mitchelton Winery - Nagambie, 157km
Sonntag, 9. Februar, 4. Etappe: Arturs Seat - Arthurs Seat, 124km
Die Teams: Orica GreenEdge, Garmin-Sharp, Cannondale, United Healthcare, Drapac, Synergy Baku, OCBC Singapore, Rapha Condor, Terengganu, Avanti Cycling Team, Team Budget Forklifts, African Wildlife Safari, Nationalteam Australien, U23 Nationalteam Australien., Nationalteam Neuseeland, Nationalteam Großbritannien,
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