Flandern-Rundfahrt: Lotto Soudal ohne Ergebnis

Helfer Greipel beeindruckt, aber im Finale fehlen die Kapitäne

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André Greipel (Lotto Soudal) attackiert am Leberg | Foto: Cor Vos

04.04.2016  |  (rsn) – Nicht nur für Etixx-Quick-Step war die 100. Flandern-Rundfahrt ein Schlag ins Kontor. Auch das zweite belgische WorldTour-Team ging beim Heimspiel leer aus – konnte sich aber immerhin über eine starke Vorstellung seines deutschen Weltklassesprinters freuen.

André Greipel zeigte mit seiner Attacke am Leberg, dem sechsten der insgesamt 18 Hellingen des Tages, dass er seine Rippenbrüche, die er sich bei der Algarve-Rundfahrt im Februar zugezogen hatte, endgültig auskuriert hat. Der 33-jährige Deutsche blieb zudem bis zur letzten Überfahrt über den Oude Kwaremont in der Spitzengruppe, zu der auch Peter Sagan (Tinkoff) und Sep Vanmarcke (LottoNL-Jumbo) aufgeschlossen hatten. Als die beiden attackierten, musste allerdings Greipel reißen lassen und konnte danach auch nicht mehr seinem Kapitän Jürgen Roelandts helfen.

Der Belgier, der vor zwei Wochen Dritter bei Mailand-Sanremo geworden war, präsentierte sich ausgerechnet bei der „Ronde“ nicht in Top-Verfassung und musste sich mit Platz 17 in Oudenaarde begnügen. “Das ist nicht das Resultat, das wir uns erhofft haben“, gestand Lotto-Team-Manager Marc Sergeant ein. „Idealerweise hätte Jürgen in der Gruppe dabei sein sollen, die 49 Sekunden hinter Sagan um den vierten Platz gesprintet ist. Aber die letzten Überquerungen vom Oude Kwaremont und Paterberg waren zuviel für Jürgen und da büßte er mehrere Positionen ein.“

Doch der Vorjahressiebte kam zumindest ins Ziel. Für seinen Teamkollegen Tiesj Benoot dagegen, der 2015 als Neoprofi sensationeller Fünfter der Flandern-Rundfahrt geworden war, endete das Rennen nach einem Sturz im Krankenhaus. Wie Lotto Soudal bekanntgab, wurde dem 22-Jährigen bei Rennmitte eine über die Straße kullernde Trinkflasche zum Verhängnis.

Benoot schlug mit dem Gesicht auf dem Asphalt auf und zog sich zahlreiche Schürfwunden an Händen, Armen und Beinen sowie eine Schulterprellung zu. Wie Benoot ausfallen wird, steht noch nicht fest. Im Laufe der Woche wird sich entscheiden, ob er in diesem Frühjahr noch Rennen wird bestreiten können.

Dafür konnte sich Sergeant über Greipels Vorstellung freuen, der wieder zu alter Stärke zurückgefunden zu haben scheint. „Er hat für das Team getan, was ihm möglich war, so kennen wir ihn“, lobte der Belgier den zweimaligen Deutschen Meister, der 2:01 Minuten hinter Sagan auf Rang 28 bester der deutschen Starter war.

„Geplant war, dass er im Finale einem Teamkollegen helfen sollte. André war stark, aber leider hatten wir auf den letzten 20 Kilometer keinen Mann mehr, der für ein Top-Resultat gut war“, bedauerte Sergeant und fügte an: „Wir müssen jetzt nach vorn auf die nächsten Rennen schauen: den: Scheldeprijs am Mittwoch und Paris-Roubaix nächsten Sonntag.“ Welche Fahrer für diese beiden Klassiker frisch genug sind, will Lotto Soudal in den kommenden Tagen bekanntgeben.

 

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