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27.07.2026 | (rsn) – Am Ende wurden beide Ziele erreicht. Red Bull – Bora – hansgrohe blickt nach zwei Etappensiegen und dem zweiten Platz im Gesamtklassement von Remco Evenepoel auf eine erfolgreiche Tour de France 2026 zurück. Und sie machte Hunger auf mehr!
Auch wenn gegen Dominator Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) mal wieder nichts zu bestellen war, ist der Ausgang dieser 113. Frankreich-Rundfahrt für die Raublinger die Bestätigung, dass weder Teamchef Ralph Denk, noch der Doppel-Olympiasieger ihren großen Traum von Tour-Sieg begraben müssen. Evenepoel: “Das zeigt, dass ich mein Karriereziel, alle drei Grand Tours zu gewinnen, noch nicht beerdigen muss.“ ___STEADY_PAYWALL___
Allerdings fiel in die Freude auf den Champs-Elysees der Wermutstropfen, dass Florian Lipowitz nicht mitfeiern konnte, nachdem der Vorjahresdritte im Zeitfahren gestürzt war. Vielleicht wäre andernfallls sogar noch ein weiterer Red-Bull-Fahrer auf dem Podium zu sehen gewesen… Aber das ist Spekulation.
Das wünscht man sich bei Red Bull: Jai Hindley (von rechts) und Remco Evenepoel vor Tadej Pogacar, Isaac Del Toro (beide UAE- Emirates - XRG) und Lenny Martinez (Bahrain Victorious). | Foto: Cor Vos
“Wir sind mit dem großen Ziel zur Tour gekommen, sie auf dem Podium zu beenden und eine Etappe zu gewinnen“, sagte Patxi Vila, der Sportliche Leiter des deutschen Teams, gegenüber Eurosport. “Wir beenden sie jetzt mit dem zweiten Platz und zwei Etappensiegen und mit einer letzten Woche, in der wir uns viel gezeigt haben und das Team sich weiterentwickelt hat. Wir können voll und ganz zufrieden sein, und das sind wir alle auch.“
Alle drei Erfolge gehen auf Evenepoels Konto. Der Belgier wurde zu dieser Saison nach Raubling geholt, um in den nächsten Jahren die Tour de France zu gewinnen. Dafür reichte es angesichts der Dominanz von Pogacar diesmal zwar nicht, Evenepoel lag am Ende 6:26 Minuten hinter dem Slowenen. “Pogacar war das Maß aller Dinge und wir sind mit dem zweiten Platz sehr, sehr happy“, sagte Ralph Denk deshalb gegenüber der ARD.
Der Teamchef von Red Bull hob zudem die positive Entwicklung seines Rennstalls hervor. “Ich habe immer gesagt, ich will irgendwann die Tour gewinnen. Am Anfang hat man darüber gelacht, aber jetzt war ich schon zweimal Fünfter, einmal Vierter, einmal Dritter, einmal Zweiter – das sind schon tolle Ergebnisse, die ich mit meinen Mannschaften hier erreicht habe“, sagte er am Ende der 20. Etappe gegenüber RSN. “Und vielleicht klappt es ja doch noch irgendwann mit einem Sieg.“
Teamchef Ralph Denk hat seine Ziele bei der Tour 2026 erreicht. Er träumt aber von mehr. | Foto: Cor Vos
Blickt man auf die drei Wochen der Frankreich-Rundfahrt zurück, war es für Red Bull – Bora – hansgrohe ein Auf und Ab. Den Auftakt in Barcelona überstand das Team ohne größere Probleme. Evenepoel lag nach fünf Etappen auf dem dritten Gesamtrang. Auf dem sechsten Tagesabschnitt über den Col du Tourmalet kippte die Stimmung dann kurz. Der Belgier verlor durch Bonussekunden seinen Platz an Isaac Del Toro. Zuvor hatte sich der Zeitfahrweltmeister geärgert, von seinem deutschen Teamkollegen Florian Lipowitz keinen Leadout im Sprint der Verfolger bekommen zu haben.
Zumindest nach außen waren die Wogen jedoch schnell geglättet. Im Zentralmassiv klappte die Abstimmung der Doppelspitze dann deutlich besser. Evenepoel rückte wieder auf das Gesamtpodium vor. Auch Lipowitz präsentierte sich in guter Form und war in den Top Six angelangt. In den Vogesen gab es dann erneut einen kleinen Dämpfer. Sowohl Lipowitz als auch Evenepoel zeigten am letzten Anstieg der 14. Etappe leichte Schwächen, behaupteten aber ihre Positionen. Am Tag darauf feierte Evenepoel dann seinen ersten Tour-Tagessieg, den er nicht in einem Zeitfahren errungen hatte.
Vor der schweren Schlusswoche in den Alpen lagen Evenepoel und Lipowitz im Gesamtklassement auf den Rängen zwei und fünf und damit in aussichtsreicher Position im Kampf um das Podium. Beim Zeitfahren am Genfer See dann der Schock: Florian Lipowitz stürzte schwer und musste die Tour de France mit einem Schlüsselbeinbruch aufgeben.
Evenepoel hingegen wurde seiner Favoritenrolle gerecht und festigte mit seinem zweiten Etappenerfolg seinen 2. Platz im GC. Diesen ließ er sich auch auf den letzten schweren Bergetappen nicht mehr nehmen und stand somit zwischen Gesamtsieger Pogacar und dessen Teamkollegen Isaac del Toro auf dem Podium in Paris. Es war die beste Platzierung des Belgiers nach seinem dritten Gesamtrang bei der Tour 2024.
Mit diesem Team startete Red Bull – Bora – hansgrohe in die Tour 2026: Remco Evenepoel, Mattia Cattaneo, Nico Denz, Jai Hindley, Jan Tratnik, Tim van Dijke und Maxim Van Gils. Es fehlt Florian Lipowitz, der nach einem Sturz ausschied. | Foto: Cor Vos
Die Feierlichkeiten auf den Champs-Élysées hatten allerdings doch einen kleinen Beigeschmack. “Heute tut es mir ein bisschen weh, Florian habe ich schon vermisst“, wurde Denk gegenüber der ARD nachdenklich. “Ich hätte ihn auch gerne hier gehabt. Ich glaube, Florian hätte am letzten Wochenende eine große Rolle gespielt. Es war für uns alle ein schwerer Schlag, weil so eine Tour de France, das sind sechs, sieben Monate harte Arbeit.“
Gleichzeitig wollte er aber auch optimistisch nach vorne schauen. “Er weiß, wie es sich anfühlt, hier auf dem Podium zu stehen und ich würde es ihm von Herzen gönnen, das er hier noch oben steht“, sagte Denk. Mit dem zweiten Platz von Evenepoel in diesem Jahr ist Red Bull – Bora – hansgrohe nach der Bronzemedaille von Lipowitz im vergangenen Jahr zwei Jahre hintereinander auf dem Podium vertreten.
Doch nicht nur der Teamchef strebt den Platz in der Mitte an. “Ich bin sehr glücklich mit dem, was wir als Team erreicht haben“, wurde Evenepoel in einer Pressemitteilung des Teams zitiert. “Das zeigt, dass ich mein Karriereziel, alle drei Grand Tours zu gewinnen, noch nicht beerdigen muss.“ Bisher gewann der Belgier die Spanien-Rundfahrt 2022. In der nächsten Saison wird interessant, wie Red Bull die zwei GC-Speerspitzen auf die drei Grand Tours verteilt!
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