Versäumnisse bei Streckenanalyse?

Vingegaard: “Haben die Tour vielleicht falsch eingeschätzt“

Von Matthias Seng

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Jonas Vingegaard (Visma - Lease a Bike) | Foto: Cor Vos

31.07.2026  |  (rsn) – Als Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) auf der 15. Etappe der Tour de France stürzte und mit einem Schlüsselbeinbruch ausschied, lag er auf Rang zwei im Klassement bereits ziemlich aussichtslose 4:30 Minuten hinter dem späteren Gesamtsieger Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) zurück.

Zuvor hatte Vingegaard auf den Etappen 10 (Le Lioran) und 14 (Le Markstein) auf den Slowenen, der beide Teilstücke für sich entscheiden konnte, jeweils 44 Sekunden eingebüßt. Dabei war deutlich geworden, dass der Däne in den jeweiligen Schlussanstieg nicht mit der Explosivität des Weltmeisters hatte mithalten können. Da sah auch Vingegaard selber so, wie er nun selbskritisch gegenüber dem dänischen Portal feltel.dk einräumte.

“Wir haben die diesjährige Tour de France vielleicht etwas falsch eingeschätzt. Wir haben meine Leistung an den längeren Anstiegen verbessert. Womöglich hätten wir erkennen müssen, dass ich mehr Explosivität brauchte, und uns die Strecke genauer ansehen sollen“, sagte der 29-Jährige, der aufgrund seiner Verletzung nicht mehr im Rennen war, als die Tour die Alpen mit ihren langen Anstiegen erreichte.

Davon abgesehen, dass es auch schwer vorzustellen ist, wie Vingegaard an den finalen drei schweren Bergetappen den mal wieder überragenden Pogacar in Schwierigkeiten hätte bringen können, nannte der zweimalige-Toursieger auch selber noch ein weiteres, dagegen sprechendes Argument. “Andererseits ist es natürlich schwierig, explosiv zu sein, nachdem man den Giro gefahren ist“, sagte er mit Blick auf die Italien-Rundfahrt, die er als Debütant souverän gewonnen hatte.

Danach blieb aber offensichtlich nicht mehr genügend Zeit, sich auf die Erfordernisse einer Tour entsprechend vorzubereiten, wie Vingegaard einräumte: “Hinterher lässt es sich natürlich leicht reden. Wir werden das erörtern und uns ansehen, wie es weitergeht. Dann werden wir sehen, wie sie (das Team) darüber denken. Ich habe meine Vorstellungen, sie vielleicht ihre. Wir werden sehen“, fügte er an.

Wann das geschehen wird, sagte Vingegaard nicht. Derzeit kuriert er sich noch in seiner Heimat, wo er der Dänemark-Rundfahrt zum Start der 2. Etappe einen Besuch abstattete, von den Verletzungen aus. Wann und ob er in dieser Saison noch ein Rennen bestreiten wird, ließ Vingegaard offen.

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