“Ist nicht das, was man jeden Tag macht“

An van der Poels Hinterrad: Behrens sorgte in Luxemburg für Furore

Von Kevin Kempf

Foto zu dem Text "An van der Poels Hinterrad: Behrens sorgte in Luxemburg für Furore"
Szene der 1. Etappe der Luxemburg-Rundfahrt | Foto: Cor Vos

17.09.2026  |  (rsn) – Wer würde Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) folgen können? Dass der Niederländer rund zwölf Kilometer vor dem Ziel der 1. Etappe der Luxemburg-Rundfahrt (2.Pro) an der Cote de Stafelter angreifen würde, dürfte allen klar gewesen sein. 

Andrea Bagioli (Lidl – Trek) war ein Kandidat, Jasper Stuyven (Soudal – Quick-Step) ebenfalls. Der Däne Mikkel Honoré (EF Education – EasyPost) war zuletzt in Italien immer ganz vorn dabei gewesen und mit Senna Remijn und Emiel Verstrynge hatte Alpecin weitere zwei starke Kandidaten an Bord.

Wirklich niemand hatte allerdings Eike Behrens (Lotto – Kern-Haus – Outlet Montabaur) auf der Rechnung. Eine Fehleinschätzung, denn der 21-Jährige sprang hielt bei van der Poel und Pepijn Reinderink (Soudal – Quick-Step) mit, wogegen alle anderen passen mussten. Als auch noch Reinderink "platzte", fuhr Behrens sogar noch am 24-Jährigen vorbei. Er biss an van der Poels Hinterrad regelrecht fest – und wie weh das tat, konnte man ihm deutlich ansehen.

 

“Es war schon richtig aufregend die ganze Zeit. Mit Mathieu zu fahren ist nicht das, was man jeden Tag macht“, sagte Behrens später gegenüber RSN. “Ich habe bis jetzt immer nur Rennen mit ihm gesehen. Es war komplett surreal“, fügte er an. Tatsächlich war es das erste Rennen, bei dem sich der junge Deutsche und der Niederländer die Straße teilten. Im Cross waren sie im Januar beim Weltcup in Maasmechelen schon einmal gegeneinander eingetreten. Van der Poel gewann, Behrens gab auf.

“Komplett surreal“ war demnach auch die Situation für van der Poel. Denn der kannte den Mann, der sich da an seinem Hinterrad festhielt, sicherlich nicht. Ein komplett unbeschriebenes Blatt ist Behrens allerdings nicht. Auf nationaler Ebene sicherte sich der Lotto-Kern-Haus-Fahrer gerade den Gesamtsieg in der Bundesliga und den Titel bei der Berg-DM. International machte er Schlagzeilen, als er die Mur de Huy Classic (1.2U) mit einer frühen Attacke am Schlussanstieg auf beeindruckende Weise für sich entschied.

Nach Luxemburg geht es zur WM

In Luxemburg endete die Attacke weniger erfolgreich. Der Youngster ging nicht in den Wind, van der Poel hielt irgendwann die Beine still und ließ Behrens und sich vom Peloton einholen. Während der Alpecin-Star trotzdem noch gewann, kassierte der KT-Fahrer auf den ansteigenden letzten 500 Metern noch 32 Sekunden.

Doch das war Behrens letztendlich egal. “Die Minuten danach habe ich mich einfach nur gefreut, dass ich so eine gute Leistung bringen und so auf mich aufmerksam machen konnte. Ich habe erstmal den Moment nicht begreifen können. Jetzt im Nachhinein freue ich mich immer mehr“, berichtete er “am Tag danach“. 

Nach der Luxemburg-Rundfahrt geht es für Behrens nach Kanada zur WM, wo er neben Jermaine Zemke (Rembe – rad-net), Max Bock und Paul Fietzke (beide Red Bull – Bora – hansgrohe Rookies) einen starken deutschen Block im Finale des U23-Rennens bilden könnte.

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