Die Stimmen zum WM-Zeitfahren der Frauen

Koch: “Ich habe mich mit VeloViewer vorbereitet“

Von Christoph Matt

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Franziska Koch gewann Bronze im WM-Zeitfahren der Frauen | Foto: Cor Vos

20.09.2026  |  (rsn) – Marlen Reusser (Schweiz) hat sich zum Auftakt der UCI Straßen-Weltmeisterschaften in Montréal das schönste Geburtstagsgeschenk gemacht. Die Titelverteidigerin entschied das Zeitfahren der Frauen über 39,2 Kilometer nach 50:24 Minuten für sich und verwies die 21-jährige Britin Zoe Bäckstedt mit 40 Sekunden Vorsprung auf den zweiten Rang. 

Nach einer starken Vorstellung sicherte sich die Deutsche Meisterin Franziska Koch mit 45 Sekunden Rückstand die Bronzemedaille vor Elisa Longo Borghini (+0:50) und Cédrine Kerbaol (+1:10). Antonia Niedermaier belegte nach einer ebenfalls starken Leistung den siebten Platz (+1:49) knapp vor Demi Vollering, die von Reusser im Rennverlauf überholt worden war.

In unserem Stimmensammler können Sie nachlesen, was die Protagonisten zum Rennen zu sagen hatten.

Die Stimmen zum WM-Zeitfahren der Frauen:

Marlen Reusser (Schweiz / Siegerin / Eurosport): "Offenbar lag mir der Kurs ganz gut. Es hat mich aber wirklich nervös gemacht. Einerseits habe ich mich allerdings auch wirklich darauf gefreut, weil die Strecke so viele Herausforderungen bietet wie technische Passagen, was das Fahren viel interessanter macht. Was das Pacing angeht und zu verstehen, wie schnell man fahren sollte und wie man mit diesen Herausforderungen umgeht, war ich wirklich nervös und unsicher. Wir haben nicht oft Zeitfahren, die so lang sind. Ich hatte die Abstände nicht und ich habe auch gesagt, dass ich sie nicht will. Ich hatte erwartet, dass Bäckstedt schneller sein würde, weil der erste Teil ziemlich technisch ist und ich glaube, dass ich einige Kurven nicht so gut gefahren bin.”

Zoe Bäckstedt (Großbritannien / Zweite / Pressekonferenz): “Es ist sehr cool eine Silbermedaille mitzunehmen. Der Kurs war schön, auch wenn es einige Schlaglöcher gab. Die mittlere Teil war echt schwer, weil es kaum Kurven gab. Das härteste war, so lange konzentriert zu bleiben und immer hart zu treten. Man musste sich das Rennen in Sektoren zerlegen. Auch für das Pacing war es wichtig, nicht zu hart anzufangen und dann im Finale noch alles geben zu können. In der ersten Hälfte hatte ich das Gefühl, es könnte sogar klappen mit der Goldmedaille, aber auch Marlen hat super Beine und konnte am Ende noch richtig aufdrehen.”

Franzi Koch (Deutschland / Dritte / RSN): ”Natürlich habe ich gehofft, dass was Gutes rumkommt, aber dass es dann für Bronze gereicht hat, ist schon sehr, sehr schön und freut mich. Ich habe mich mit VeloViewer vorbereitet und versucht, mir den technischen Bereich so gut wie möglich beim Fahren anzuschauen. German Cycling hat den Kurs auch noch gefilmt und den habe ich mir auch zweimal angeguckt. Wir hatten am Abend noch ein Meeting mit der Nationalmannschaft, wo wir dann auch nochmal über den Kurs gegangen sind. Jeder hat ja in der Schulzeit, bevor man Schlafen gegangen ist nochmal Vokabeln angeschaut. Im Prinzip ist es dasselbe, man muss den Kurs in- und auswendig kennen."

Elisa Longo Borghini (Italien / 4. Platz / Eurosport): "Ich hätte nicht erwartet, so eine Fahrt hinzulegen. Mir war klar, dass ich auf Platz drei lag, aber ich wusste auch, dass die Stärksten erst noch starten. Als ich dann aber die Ziellinie überquert habe, dachte ich mir: Gut, das ist eine ordentliche Zeit. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Ich bin einfach nur froh und glücklich. Ich hatte zu Hause eine schwierige Phase hinter mir, nicht direkt schwierig, aber ich hatte Probleme mit dem Knie. Es ist zwar anscheinend noch nicht komplett verheilt, aber es wird besser. Ich bin einfach nur zufrieden mit meiner Leistung."

Cedrine Kerbaol (Frankreich / 5. Platz / Eurosport): "Ehrlich gesagt hatte ich in den letzten Tagen ein wenig Angst, weil ich mich in den Tagen vor meiner Periode befinde und das für mich im Allgemeinen ein bisschen kompliziert ist. Es gibt da einen Tag im Monat, an dem es körperlich einfach gar nicht rundläuft und ich hatte Angst, dass dieser Einbruch ausgerechnet heute passiert. Am Ende habe ich mich aber gut geschlagen und schon beim Warmfahren hatte ich ein gutes Gefühl, was mich für das Zeitfahren wirklich beruhigt hat.“

Antonia Niedermaier (Deutschland / 7. Platz / RSN): “Es war durchwachsen. Es war nicht unbedingt mein Lieblingszeitfahren, ziemlich flach und ziemlich lang. In der Stadt war es ok, weil man etwas Abwechslung durch die Kurven hatte und sich etwas konzentrieren musste. Auf den langen Geraden, speziell auf der Autobahn und am Formel-1-Kurs, hatte ich einen Durchhänger. Irgendwie bin ich aber auch ins Ziel gekommen. Ich hoffe, dass nächstes Jahr der Kurs etwas schwerer wird. Ich finde es einfach mega, dass Franzi auf das Podium gekommen ist. Das freut mich sehr und das werden wir auch genießen.“ ‘

Demi Vollering (Niederlande / 8. Platz / Eurosport): “Ich kann noch nicht wirklich negativ sein, denn von meinem Gefühl her war es ein gutes Zeitfahren. Ich hatte einen guten Rhythmus und war zufrieden, doch dann habe ich gehört, dass Marlen von hinten herankommt. Dann habe ich gedacht, dass sie heute wirklich fliegt, wie auch bei vielen anderen Zeitfahren. Sie hat einen super Job gemacht. In diesem Moment habe ich etwas den Fokus verloren, habe aber versucht, wieder hineinzufinden und das Rennen gut zu beenden. Ich hatte ein gutes Gefühl, doch am Ende war der Kurs wirklich etwas für die Zeitfahrspezialistinnen. Ich habe alles gegeben.”

Christina Schweinberger (Österreich / 17. Platz / RSN):“Es war ein richtig cooles Zeitfahren. Ich bin mit dem Gedanken reingegangen, dass es ein sehr langes Zeitfahren wird und das bisher kaum wer gefahren ist. Ich denke auch, dass ich es mir gut eingeteilt habe. Zu Beginn musste man sich etwas zurückhalten, da es sehr technisch war und bergab ging. Ich denke, das ist mir gelungen und am Ende hatte ich noch was übrig, aber der Anstieg wurde dann schon sehr lang. Ich bin sehr dankbar, dass ich heute hier sein durfte. Es war eine tolle Atmosphäre und ein großes Ziel in dieser Saison. Natürlich hofft man, wenn man schon einmal Dritte war, es nochmals zu erreichen. Es gibt aber nächstes Jahr wieder eine Chance.“

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