--> -->
20.09.2026 | (rsn) – Marlen Reusser hat sich zum Auftakt der UCI Straßen-Weltmeisterschaften selbst das schönste Geburtstagsgeschenk gemacht. Die Titelverteidigerin aus der Schweiz entschied in Montréal das WM-Zeitfahren der Frauen über 39,2 Kilometer nach 50:24 Minuten für sich und verwies dabei die 21-jährige Britin Zoe Bäckstedt mit 40 Sekunden Vorsprung auf den zweiten Rang.
Nach einer grandiosen Vorstellung sicherte sich die Deutsche Zeitfahrmeisterin Franziska Koch mit 45 Sekunden Rückstand die Bronzemedaille vor der Italienerin Elisa Longo Borghini (+0:50) und der Französin Cédrine Kerbaol (+1:10) sowie der Belgierin Lotte Kopecky (+1:47). "Ja, das ist ein schönes Geschenk und ich dachte mir auch, ob ich gewinne oder nicht, zu feiern habe ich ohnehin etwas“, sagte die 35-jährige Reusser im Ziel-Interview zu ihrer souveränen Titelverteidigung, die ihr im bisher längsten WM-Zeitfahren für Frauen gelungen war.
“Einerseits habe ich mich wirklich darauf gefreut, weil die Strecke so viele Herausforderungen bietet wie technische Passagen, was das Fahren viel interessanter macht. Aber was das Pacing angeht und zu verstehen, wie schnell man fahren sollte und wie man mit diesen Herausforderungen umgeht, war ich wirklich nervös und unsicher“, sagte sie zur WM-Strecke, mit der sie ganz offenbar gut zurecht kam und auf der sie sich ihre Kräfte gut einteilte.
Nach der fünftbesten Zeit am ersten Messpunkt steigerte sich Reusser auf Rang zwei, ehe sie an der dritten Marke die Bestzeit setzte, um ihren Vorsprung dann bis zum Ziel weiter auszubauen.
Dabei war sie aber nicht über ihren frühen Rückstand gegenüber Bäckstedt informiert – eine bewusste Entscheidung, wie Reusser betonte. “Ich habe gesagt, dass ich die Abstände nicht will. Ich hatte erwartet, dass sie schneller sein würde, weil der erste Teil ziemlich technisch ist und ich glaube, dass ich einige Kurven nicht so gut fahre. Das hatte ich also erwartet. Das Einzige, was ich mir dann dachte, war, dass ich Demi (Vollering) überholen kann. Aber für mich war das auf dieser Strecke vielleicht nicht der beste Richtwert. Bis zur Ziellinie wusste ich also wirklich nicht, was passiert war."
“Es ist supercool eine Silbermedaille mitzunehmen. Es war extrem lang und kaum jemand ist aus der WorldTour je so eine Strecke gefahren“, kommentierte Bäckstedt in der Pressekonferenz ihr Ergebnis. “Der Kurs war schön, auch wenn uns manchmal einige Schlaglöcher vor Schwierigkeiten stellten. Es war schon bei der Besichtigung superschnell. Der Wind war kein Thema, aber die mittlere Sektion war echt schwer, weil es kaum Kurven gab im Vergleich zum Ende. In der ersten Hälfte hatte ich das Gefühl, es könnte sogar klappen mit der Goldmedaille, aber auch Marlen hat einen super Motor, den sie am Ende richtig aufdrehen konnte“, so die früheren Juniorinnen- und U23-Zeitfahrweltmeisterin, die erstmals in der Eliteklasse gestartet war.
Auch zum erst zweiten Mal stand Paris-Roubaix-Siegerin Koch am Start eines WM-Zeitfahrens. Bei der Premiere in Zürich war vor zwei Jahren Rang 15 herausgesprungen, in Kanada nun gelang ihr nach einer herausragenden Saison der Sprung auf das Podium. "Ich meine, man kann sowas nie vorhersagen. Da waren so viele starke Zeitfahrerinnen am Start. Natürlich habe ich gehofft, dass was Gutes rumkommt, aber dass es dann für Bronze gereicht hat, ist schon sehr, sehr schön und freut mich", sagte die WM-Dritte im Ziel zu RSN.
Auf dem siebten Platz landete nach einer ebenfalls starken Leistung die zweite deutsche Starterin Antonia Niedermaier (+1:49), eine knappe Sekunde dahinter folgte die Niederländerin Demi Vollering, die von Reusser nach der dritten Zwischenzeitnahme überholt worden war.
Die Polin Dominika Wlodarczyk (+1:59) und die Italienerin Vittoria Guazzini (+2:05) komplettierten die Top Ten. Die Österreicherin Christina Schweinberger (+3:02) belegte Rang 17.
47 Starterinnen nahmen in Kanada das WM-Zeitfahren der Frauen in Angriff. Auf dem überwiegend flachen Stadtkurs von Montréal, der auch über den Formel-1-Kurs führte, wurden drei Zwischenzeiten genommen: bei Kilometer 10,7, Kilometer 21,9 Kilometer und schließlich 29,8 Kilometer.
Die erste Richtmarke für die Favoritinnen setzte Wlodarczyk. Die Polin kam nach 52:23 Minuten ins Ziel. Kurz darauf pulverisierte Koch aber die Zeit um gleich 1:14 Minuten, nachdem sie auf den letzten, ansteigenden Metern zum Ziel hinauf regelrecht gesprintet war.
Bestzeit an der ersten Zwischenmarke erzielte Bäckstedt, wogegen sowohl Niedermaier als auch Vollering und Reusser hier Rückstand aufwiesen. Die junge Britin hielt ihren Vorsprung auch am zweiten Messpunkt, wo Reusser aber bereits Zweite war und nur noch knapp drei Sekunden Rückstand aufwies. Vollering dagegen lag hier schon fast eine Minute zurück und war auch drei Sekunden langsamer als Niedermaier.
Das Streckenprofil des WM-Zeitfahrens der Elite Frauen | Foto: Veranstalter
Bäckstedt packte an der vorletzten Messmarke gegenüber Koch noch einige Sekunden drauf. Reusser drehte hier aber ihren knappen Rückstand gegenüber der Debütantin in der Elite in einen Vorsprung von 13 Sekunden. Kurz darauf zog die Titelverteidigerin dann sogar an Vollering vorbei.
Im Ziel war die stark gestartete Kerbaol 24 Sekunden langsamer als Koch, die dann aber um die Medaille zittern musste, als Longo Borghini nach einem starken Finish die Zeit der Deutschen Meisterin nur um knapp fünf Sekunden verpasste. Die letztjährige WM-Sechste Niedermaier landete zwischen der ebenfalls starken Kopecky und Wlodarczyk, was letztlich den siebten Rang bedeutete.
Bäckstedt büßte auf den letzten Kilometern zwar noch etwas Zeit gegenüber Koch ein, verdrängte die 26-Jährige dann aber um fünf Sekunden vom Hot Seat. Geburtstagskind Reusser unterbot kurz darauf hin Bäckstedts Zeit um deutliche 40 Sekunden, um sich ihre zweites Regenbogentrikot zu sichern. Als letzte Fahrerin kam die eineinhalb Minuten vor ihr gestartete Vollering im Ziel, was den achten Platz eine Sekunde hinter Niedermaier bedeutete.
Results powered by Cyclingflash.com
29.10.2026McNulty hat das Regenbogentrikot - UAE aber eben auch Pogacar(rsn) – Nach seinem WM-Coup von Montréal wird Brandon McNulty im Regenbogentrikot die Saison 2027 bestreiten. An seiner Rolle bei UAE – Emirates – XRG wird das allerdings nichts ändern, wie s
02.10.2026McNulty erstmals im Regenbogen gesichtet(rsn) – Einen Tag vor seinem offiziellen Debüt als UCI-Weltmeister hat Brandon McNulty (UAE – Emirates – XRG) sein Regenbogentrikot sowie ein Colnago Y1RS mit Speziallackierung des Weltmeisters
01.10.2026Saisonende für Le Court-Pienaar nach Sturz bei der WM(rsn) – Kim Le Court-Pienaar wird in dieser Saison kein Rennen mehr bestreiten. Das hat die Tour-de-France-Etappensiegerin aus Mauritius in Abstimmung mit ihrem Team AG Insurance – Soudal entschie
30.09.2026WM-Massensturz: Andersson mit komplizierter Schlüsselbeinfraktur(rsn) – Nach dem Massensturz, bei dem etwa zur Mitte des WM-Straßenrennens der Frauen zahlreiche Fahrerinnen zu Boden gegangen waren, musste neben Titelverteidigerin und Lokalmatadorin Magdeleine V
29.09.2026El Pais: Junioren-Weltmeister Noval musste Sperre befürchten(rsn) – Mit den beiden Weltmeistertiteln im Zeitfahren und Straßenrennen krönte Benjamin Noval seine herausragende Saison bei den Junioren. Der 17-jährige Spanier – Sohn des gleichnamigen früh
29.09.2026“Entspannter“ Roglic überraschte sich in Montréal selbst(rsn) – Primoz Roglic kam im WM-Straßenrennen von Montréal nach 273 schweren Kilometern 3:29 Minuten hinter dem neuen Weltmeister Brandon McNulty ins Ziel und hatte mit dem Kampf um die Medaillen
28.09.2026Van der Poel setzt Fragezeichen hinter seinen Cross-Winter(rsn) – Mathieu van der Poel hatte gerade erst die Bronzemedaille im Straßenrennen bei der WM in Montreal gewonnen, da wurde er schon nach seinen Winterplänen gefragt. Ob der achtfache Weltmeiste
28.09.2026Österreicher beim “survival of the fittest“ in Montreal nicht fit genug(rsn) – Mit Felix Großschartner, Patrick Konrad und Felix Gall hatte Österreich ein kleines, aber nominell schlagkräftiges Team am Start des Männer-Rennens der Straßen-WM in Montreal. Vor allem
28.09.2026Mit gewagter Taktik kam Pedersen aus der Tiefe des Raums(rsn) – Als Mads Pedersen vor dem Weltmeisterschafts-Rennen gegenüber Eurosport ankündigte, dass er eine Medaille holen möchte, auch wenn die Chancen, dafür nicht sehr gut stünden, konnte man s
28.09.2026Pogacar huldigt dem “König von Montreal“(rsn) – Tadej Pogacar konnte nur zuschauen, als der neue Weltmeister gekürt wurde. Der slowenische Titelverteidiger erholt sich noch von seinen Vuelta-Sturzverletzungen. Immerhin bleibt das Regenb
28.09.2026Van der Poel und Del Toro brachten sich in Probleme, USA dominierten(rsn) - “Bei der WM gewinnt immer der Stärkste. So ist das Leben“, resümierte der Belgier Remco Evenepoel enttäuscht nach der Weltmeisterschaft in Montreal. Doch wer das Rennen gesehen hat, dü
28.09.2026Silber?! Stehaufmännchen Matthews “kann es kaum glauben“(rsn) – Erst einen Rennsieg hat Michael Matthews in diesem Jahr auf seinem Konto, aber ausgerechnet bei einem seiner Saisonhighlights, dem Straßenrennen der Weltmeisterschaften in Montreal, präsen
05.11.2026Ineos-Renndirektor Thomas bittet um Geduld: Schritt für Schritt (rsn) – Geraint Thomas hat in seinem Podcast Watts Occuring gemeinsam mit Co-Host Luke Rowe auf die Saison 2026 zurückgeblickt und die Leistungen seines Teams Netcompany – Ineos eingeordnet. Dabe
05.11.2026Hochzeit: Aus Ferrand-Prévot wird Pauline van Baarle (rsn) - Pauline Ferrand-Prévot und Dylan van Baarle haben geheiratet. Bereits in der vergangenen Woche haben sich die französische Tour-de-France-Siegerin und multidisziplinäre Weltmeisterin und de
05.11.2026Medien: Auch Q36.5 keine Option mehr für Roglic (rsn) – Primoz Roglic ist weiterhin ohne Vertrag für die Saison 2027 und es scheint immer mehr, als könne Il Lombardia am 10. Oktober das letzte Profirennen des inzwichen 37-Jährigen gewesen sein
05.11.2026Deutscher Tour-Start 2029 soll 50 Millionen Euro kosten (rsn) – Ein möglicher Start der Tour de France 2029 in Deutschland soll rund 50 Millionen Euro kosten. Diesen Kostenrahmen legte Thomas Hofmann in seiner Rolle als Vorstandsvorsitzender der Initiat
05.11.2026UAE-Boss Fernandez will Visma-Errungenschaft jagen (rsn) – Das Team UAE – Emirates – XRG beendet 2026 die Saison zum vierten Mal in Folge an der Spitze der Weltrangliste. Mit 78 Saisonsiegen durch 20 verschiedene Fahrer war der Rennstall um Tade
05.11.2026Lidl wird Hauptsponsor von Vuelta und anderen spanischen Rundfahrten (rsn) - In wenigen Worten auf den Punkt gebracht, deshalb aber nicht weniger interessant: In unserer Rubrik "Kurz gemeldet" fasst die Redaktion von radsport-news.com die Nachrichten aus der Welt des R
04.11.2026Nieuwenhuis hat EM seit Jahren rot im Kalender eingekreist (rsn) – Das deutsche Heizomat – Cube hofft am Sonntag eine EM-Medaille in den Teambus hängen zu können. Bei den Cross-Europameisterschaften im niederländischen Zeddam gehört Joris Nieuwenhuis
04.11.2026Sorgen Motorsportstrecken tatsächlich für sichereren Giro? (rsn) – Eine ”moderne Route” wurde die Strecke des Giro d’Italia 2027 von Luca Guercilena genannt. Der Rundfahrt-Direktor berief sich bei dieser Einschätzung unter anderem auf die drei Rennst
04.11.202699 Stufen bis zum höchsten Podest (rsn) – Am Donnerstag steht in Middelkerke, wo letztes Jahr die Em ausgetragen wurde, beim Nordzeecross der zweite Lauf der Superprestige an. Doch die Blicke in der Cyclocrosswelt richten sich schon
04.11.2026Beförderungen bei EF Education gehen in nächste Runde (rsn) - In unserem ständig aktualisierten Transferticker informieren wir Sie regelmäßig über Personalien aus der Welt des Radsports. Ob es sich um Teamwechsel, Vertragsverlängerungen oder Rücktr
04.11.2026Schreurs darf endlich zurück in die Niederlande (rsn) - In wenigen Worten auf den Punkt gebracht, deshalb aber nicht weniger interessant: In unserer Rubrik "Kurz gemeldet" fasst die Redaktion von radsport-news.com die Nachrichten aus der Welt des R
03.11.2026Guillen: Gravel-Passagen am legendären Angliru denkbar (rsn) – Könnte einer der härtesten Anstiege im Radsport noch anspruchsvoller werden? Der Renndirektor der Vuelta a Espana will zwei alternative Routen auf den Alto de L’Angliru untersuchen lass