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27.09.2026 | (rsn) – Nicht nur die Frauen lieferten einen WM-Krimi, bei dem sich die Besten schon weit vor dem Ziel duellierten – die Männer zogen am Sonntag in ihrem Straßenrennen nach. 87 Kilometer vor dem Ziel eröffnete Wout van Aert (Belgien) das Finale, Mathieu van der Poel (Niederlande) zog mit und ab dem Moment bis zum Ziel wurde den Zuschauern ein wildes Spektakel im Kampf um das Regenbogentrikot geboten.
Das gewann letztendlich nach 273 Kilometern in Montréal der US-Amerikaner Brandon McNulty mit 13 Sekunden Vorsprung vor dem Australier Michael Matthews und van der Poel. Die US-Amerikaner dominierten das Finale und erzielten mit Quinn Simmons als Viertem und Matteo Jorgenson auf Rang acht zwei weitere Topergebnisse.
In unserem Stimmensammler können Sie nachlesen, was die Protagonisten zum Rennen zu sagen hatten.
Brandon McNulty (USA / Weltmeister / Ziel-Interview): “Ich habe wirklich keine Worte. Bis 300 Meter vor dem Ziel konnte ich es gar nicht glauben, ich war so müde. Ich weiß wirklich nicht. Wir haben darüber gesprochen und ich habe ein paar Witze mit meiner Frau gemacht. Ich wusste, dass etwas passieren kann, aber es musste ein Wunder passieren. Heute sind wohl Wunder passiert.“
Michael Matthews (Australien / Zweiter / Ziel-Interview): “Vor dem Rennen war ich leise zuversichtlich. Aber die WM ist immer ein bisschen Lotterie. Jetzt hier mit der Silbermedaille zu sitzen, ist unglaublich, nach allem, was ich die vergangenen zwei Jahre durchgemacht habe. Ich wurde heute einfach von einem besseren Radfahrer geschlagen. Brandon (McNulty) hat hier im vergangenen Jahr gewonnen, vor zwei Wochen wurde er Dritter. Er hat offensichtlich gezeigt, dass er in einer unglaublichen Form ist. Und dieser Kurs liegt ihm einfach. Chapeau!“
Mathieu Van der Poel (Niederlande / Dritter / Eurosport): “Ich bin hierhergekommen, um zu versuchen, Weltmeister zu werden. Ich bin stolz auf das Rennen, das ich gezeigt habe. Ich wollte vier Runden vor Schluss All-in gehen, um immer einen Schritt voraus zu sein, falls die Bergfahrer attackieren. Am Ende war es sehr knapp. Das war heute mein letztes Rennen. Ich denke, ich habe heute eine wirklich gute Leistung gezeigt. Ich bin glücklich damit. Ich habe gemacht, was ich machen musste, und es ist am Ende Bronze geworden.“
Mads Pedersen (Dänemark / Sechster / Eurosport): “Ich war den ganzen Tag am Limit. Beziehungsweise ganz knapp, ein halbes Prozent unter dem Limit. Ich musste konservativ fahren. Ich wäre nicht in der Lage gewesen, diesen Attacken zu folgen. Vor allem an dem langen Anstieg musste ich in meiner eigenen Zone bleiben. Das war der Plan. Zocken und es für mich gerade so am Limit halten, dass ich Stück für Stück aufholen kann. Wir haben uns an Zürich erinnert. Die Fahrer, die da über das Limit gegangen sind, sind wieder zurückgefallen. Das Gleiche ist heute passiert.“
Matteo Jorgenson (USA / Achter / Eurosport): “Wir haben letzte Nacht einen Plan gemacht, unsere Egos auf die Seite geschoben und wollten einfach, dass ein Amerikaner dieses Rennen gewinnt. Ich denke, wir haben das Rennen perfekt absolviert. Quinn konnte die Attacke mit Wout (van Aert) und van der Poel neutralisieren. Brandon und ich konnten dann einen Vorteil daraus ziehen, dass Seixas und Del Toro viel Energie verbraucht haben.“
Remco Evenepoel (Belgien / 12. / Eurosport): “Es war hart. Von der ersten Runde an habe ich gespürt, dass ich keinen guten Tag hatte. Das ist natürlich ziemlich scheiße, dass das heute passiert. Aber es gibt keine Ausreden. Bei der WM gewinnt immer der Stärkste. So ist das Leben.“
Georg Zimmermann (Deutschland / 38. / RSN): “Es gab auf jeden Fall gab es viele Möglichkeiten. Wir haben unser Bestes gegeben und waren mit Engelhardt in der Fluchtgruppe vertreten. 70 Kilometer vor dem Ziel, bei der Attacke von Van der Poel, hat ein bisschen was gefehlt, um in die erste Gruppe zu kommen. Wir waren halt in der ersten Gruppe, die nicht mehr so richtig Finale gefahren ist. Man muss das so hinnehmen. Wir sind ja nicht durch Zufall da rausgekommen, sondern halt aufgrund unserer Leistungsfähigkeit. Wir haben unser Bestes gegeben, manchmal reicht es für ganz vorne und manchmal nicht.”
Florian Lipowitz (Deutschland / 47. / ZDF): “Ich bin ehrlich gesagt einfach happy, heute ins Ziel zu kommen. Es war ein sehr harter Tag, mir hat einfach ein bisschen der Punch gefehlt und die letzte Stunde war einfach zu lang für mich heute. Die Stimmung war mega und ich war einfach auch wieder froh, Rennen fahren zu können. Die ersten 100 Kilometer waren recht gemütlich im Windschatten, aber sobald wir auf die Runde gekommen sind, wusste jeder, jetzt wird es richtig schnell.“
Felix Gall (Österreich / DNF / RSN): "Ich war extrem müde – es war kräftezehrend, logischerweise, die Vuelta und die ganze Saison auch schon. Ich habe es nicht mehr wirklich geschafft jetzt nochmal die Spannung aufzubauen und den Fokus für heute zu finden. Ich bin nie wirklich reingekommen ins Rennen und das ist natürlich sehr schade.“
Tom Pidcock (Großbritannien / Siebter / Eurosport): “Der Sturz hat natürlich nicht geholfen, ich musste dann einiges aufholen. Taktisch war es am Ende sehr schwierig. Ich denke, dass ich sehr gute Beine hatte. Durch die Rennsituation war es schwer, einen Unterschied zu machen. Das US-Team mit Matteo (Jorgenson) war so stark, nachdem Brandon (McNulty) attackiert hatte.“
Ben Healy (Irland / Zehnter / Eurosport): “Ich habe heute einfach alles gegeben. Ich wollte antizipieren und versuchen, voraus zu sein. Ich hatte ehrlicherweise bessere Beine, als ich erwartet hatte. Also hätte ich vielleicht warten sollen. Ich habe da draußen auf der Straße alles gegeben. Ich bin stolz auf mein Rennen. Ich hatte offensichtlich nicht die beste Saison. Jetzt hier wieder gegen die großen Jungs Rennen zu fahren, gibt mir das Selbstvertrauen zurück. Es war ein schönes Rennen. Ich hatte Spaß.“
Patrick Konrad (Österreich / DNF / RSN): "Der Radsport entwickelt sich in eine Richtung, wo es schon schwierig ist, ein Rennen nur zu Ende zu fahren – weil das Tempo von Anfang an extremst hoch und jeder am Limit ist. Ich habe hier leider zwei Tage im Bett verbracht und bin froh, dass ich heute trotzdem habe am Start stehen können. Ich bin dann noch bis ins Finale gefahren, aber wenn dann die Favoriten loslegen, muss ich reißen lassen."
Paul Seixas (Frankreich / 15. / Eurosport): “Ganz ehrlich, ich habe nicht allzu große Lust, darüber zu sprechen. Es ist eine Schande, was ich heute abgeliefert habe. Solche Krämpfe zu bekommen ist ein Anfängerfehler. Ich hatte in meinem Leben auf dem Rad noch nie Krämpfe. Ich bin natürlich extrem enttäuscht, vor allem von mir selbst. Aber auch für ganz Frankreich und das ganze Team, das einen unglaublichen Job gemacht hat und einen besseren Kapitän verdient hätten.“
Primoz Roglic (Slowenien / 21. / Eurosport): “Das war eine bisschen eine neue Gruppe für mich, mit van Aert, van der Poel und Co. zu fahren. Aber da hatte ich offensichtlich noch die Beine dazu. Es gab nichts zum Verstecken, sondern es war all-in Rennen fahren. Am Ende ist mir einfach die Kraft ausgegangen. Ich war leer. Es war ein Kampf, es zu beenden. Also bin ich froh, dass ich dieses Rennen ins Ziel gebracht habe.“
Wout van Aert (Belgien / 28. / Sporza): “Es war unglaublich hart – zu hart für mich. Ich bin ein gutes Rennen gefahren, aber vier oder fünf Runden vor Schluss gingen bei mir die Lichter aus. Es ist schade, aber ich hatte einfach keine Kraft mehr. Die Franzosen haben das Rennen extrem schwer gemacht. Ich erwartete, dass es für mich nicht einfach gewesen wäre, mich nur dranzuhängen. Auf eigene Faust zu attackieren war deshalb meiner Meinung nach die richtige Entscheidung.“
Felix Großschartner (Österreich / 54. / RSN): “Es war ein Ausscheidungsrennen. Ich habe ein bisschen mit Krämpfen gekämpft und dann war es einfach vorbei. Ich bin dann heute einfach mit meiner Gruppe fertig gefahren. Ich freue mich riesig für Brandon. Wir haben die letzten drei Wochen gemeinsam im Kanada verbracht und waren jeden Tag gemeinsam trainieren. Ich freue mich, dass wir es geschafft haben. Mehr gibt es nichts zu sagen, es ist super.“
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