Borresch verteidigt Gesamtführung

Morang triumphiert beim Bundesliga-Rennen auf dem Nürburgring

Von Judith Krahl

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Das Podium am Nürburgring mit Sieger Mil Morang, dem Zweitplatzierten Jermaine Zemke sowie Timo Behrens auf Rang drei. | Foto: Lotto - Kern-Haus - Outlet Montabaur

26.07.2026  |  (rsn) - Mil Morang (Lotto – Kern-Haus – Outlet Montabaur) hat das Bundesligarennen auf dem Nürburgring gewonnen. Nach einem spannenden Finale auf der Rennstrecke setzte der Luxemburger sich im Finale aus einer hochkarätig besetzten sechsköpfigen Spitzengruppe gegen Jermaine Zemke (Rembe – rad-net) und Timo Behrens (Alpecin – Premier Tech Development) durch. Julian Borresch (Rembe – rad-net) verteidigte derweil seine Führung in der Bundesliga-Gesamtwertung.

110 Kilometer auf der anspruchsvollen Nordschleife des Nürburgrings warteten auf die Fahrer. Neben den zahlreichen Anstiegen und Abfahrten machte vor allem der starke Gegenwind auf der Zielgeraden das Rennen schwer und sorgte dafür, dass sich in der ersten Rennhälfte keine Gruppe entscheidend absetzen konnte.

Das änderte sich in der dritten Runde. Sieben Fahrer lösten sich vom Feld, darunter drei Mann von Rembe – rad-net mit dem Gesamtführenden Borresch. Ebenfalls dabei waren Fausto Penna und Eike Behrens (beide Lotto – Kern-Haus – Outlet Montabaur) sowie Patrick Reißig (Benotti – Berthold). Doch die Zusammenarbeit in der Gruppe funktionierte nicht, so das sie wieder gestellt gestellt wurde..

Vier Fahrer sorgten für die Vorentscheidung

Danach wurden die Karten neu gemischt – und diesmal kam es zu einer Konstellation, die Bestand haben sollte. Morang, Ole Theiler (Rembe – rad-net), Timo Behrens und Tim Gloßner (Benotti – Berthold) setzten sich ab und erarbeiteten sich einen Vorsprung von rund zwei Minuten.

Etwa zehn Kilometer vor dem Ziel kam auch im Feld noch einmal Bewegung auf. Zemke und Reißig gingen in die Offensive und machten sich gemeinsam auf die Verfolgung der Spitze. Vorne versuchte Morang derweil, bereits am Anstieg zur Hohen Acht eine Entscheidung herbeizuführen. Zwar wurde die Spitzengruppe zwischenzeitlich auseinandergerissen, doch die Abstände blieben gering. Eingangs der Döttinger Höhe fanden die Fahrer wieder zusammen. Und auch Zemke und Reißig schafften es, kurz vor dem Ziel noch nach vorne aufzuschließen.

Damit fiel die Entscheidung im Sprint des Sexttetts. Morang bewies dabei nicht nur die stärksten Beine, sondern auch taktisches Geschick. Er orientierte sich am Hinterrad des sprintstarken Zemke und setzte im richtigen Moment zum Spurt an. Der Lotto-Fahrer gewann souverän vor Zemke und Behrens. Reißig verpasste als Vierter nur knapp das Podium.

 

Lotto fuhr neben dem Tagessieg auch um die Teamwertung

"Wir gingen in das Rennen mit der ganz klaren Aussage, dass wir die Mannschaftswertung verteidigen wollten", erklärte Uwe Heintz, Sponsoringbeauftragter bei Lotto – Kern-Haus – Outlet Montabaur, gegenüber RSN. In der ersten gefährlichen Spitzengruppe habe man sich deshalb bewusst gegen Führungsarbeit entschieden. Gleichzeitig sorgten die Lotto-Fahrer im Feld dafür, dass der zeitweise rund eineinhalb Minuten große Vorsprung wieder geschlossen wurde.

Im Finale lag der Fokus dann voll auf Morang und der behielt die Ruhe. "Mil hat sich dann ganz clever das Hinterrad von Zemke gesucht und hat im Spurt wirklich souverän den Sieg errungen. Das war eine super starke Leistung, zumal er ja auch in Unterzahl war", lobte Heintz den 21-Jährigen.

Benottis Kößler mit nach schwerem Sturz im Erzgebirge

Auch bei Benotti – Berthold fiel das Fazit trotz des knapp verpassten Podiums positiv aus. "Wir sind mit der Fahrweise heute absolut zufrieden. Persönlich finde ich es ein bisschen schade, dass die Jungs nicht mit dem Podium belohnt wurden", sagte Teamchef Lars Wackernagel gegenüber RSN.

Seine Fahrer hatten das Rennen entscheidend mitgeprägt. Zunächst gehörte Reißig zur iebenköpfigen Gruppe, ehe Gloßner den Sprung in die entscheidende Vierergruppe schaffte. "Tim Gloßner fuhr richtig stark mit drei Fahrern weg, was dann die rennentscheidende Situation war", so Wackernagel. Dass Reißig gemeinsam mit Zemke im Finale noch einmal zur Spitze aufschließen konnte und anschließend auf Rang vier sprintete, rundete den offensiven Auftritt ab. "Wirklich gut gefahren, schönes Rennen", fasste Wackernagel zusammen.

Ein besonderes Lob erhielt Tim Kößler. Nach seinem schweren Sturz bei der Erzgebirgs-Rundfahrt, bei dem er sich Schlüsselbein und Schulterblatt gebrochen hatte, bestritt er auf dem Nürburgring wieder sein erstes Rennen. Dabei stellte er sich sofort in den Dienst der Mannschaft. "Er war eine richtige Hilfe für das Team, großes Kompliment an Tim", sagte Wackernagel. Gerade das anspruchsvolle Profil sei Kößler entgegengekommen. "Er konnte heute direkt etwas für das Team tun nach so einer langen Verletzungspause, das war schön zu sehen."

MaxSolar – Raymon mit McNabb in den Top Ten

Weniger zufrieden zeigte sich MaxSolar – Raymon mit der mannschaftlichen Gesamtleistung. "In der Breite der Mannschaft sind wir leider hinter den Erwartungen geblieben", bilanzierte Teamchef Heinz Kargl. Für zwei solide Einzelresultate sorgten jedoch Lachlan McNabb und Luke Meyer-Eland. McNabb fuhr als Neunter in die Top Ten, Meyer-Eland belegte Rang 18. "Damit sind wir aber vorerst zufrieden", so Kargl.

In der Bundesliga-Gesamtwertung liegt Borresch nun mit 965 Punkten vor Eike Behrens (932 Punkte). Die Mannschaftswertung führt weiterhin Lotto – Kern-Haus – Outlet Montabaur mit einem knappen Vorsprung von einem Punkt vor Rembe – rad-net an. An der Spitze der Nachwuchswertung steht Clubfahrer Jakob Langmann (Equipe Stuttgart-Vaihingen), bester Amateurfahrer bleibt Felix Fleischmann (bikemarket24). Das Sprinttrikot behält weiterhin Louis Grupp, ebenso fährt Fausto Penna (beide Lotto – Kern-Haus – Outlet Montabaur) weiterhin im Bergtrikot.

Das nächste Bundesligarennen der Männer findet am 09. August in Bellheim statt.

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