KT-Teams bei der Tour of South Bohemia

Zumer Gesamtsechster, Schleuniger zweimal im Fotofinish geschlagen

Von Arthur Lenné

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Einen ganzen Renntag lang trotzt Ola Blikberg Herheim (vorne) dem Feld – erst fünf Kilometer vor dem Ziel, kurz vor dem heiklen Finale, holt ihn das Peloton ein. | Foto: @okolo_jiznich_cech / @cycling.photography

08.09.2026  |  (rsn) – Bei der Tour of South Bohemia (2.2) haben mit Arbö - Kärnten - Feld am See aus Österreich und dem deutschen Team Run & Race - Solarpur zwei Kontinental-Mannschaften die viertägige Rundfahrt im Süden Tschechiens erfolgreich abgeschlossen. Matic Zumer fuhr Arbö auf den sechsten Gesamtrang, während der Schweizer Nicola Schleuniger für Run & Race auf der 1. und der 4. Etappe jeweils Rang zwei belegte – beide Male erst im Fotofinish geschlagen.

Den Gesamtsieg des vom 3. bis 6. September ausgetragenen Rennens der UCI Europe Tour sicherte sich Mateusz Gajdulewicz (ATT Investments) vor Stepan Zahalka (Kasper crypto4me/+0:57) und Barnabas Vas (Team United Shipping/+1:06).

Die Auftaktetappe endete in einem reduzierten Sprint, in dem sich Run & Race - Solarpur sofort in Szene setzte. Nach starker Vorarbeit des Teams sprintete Nicola Schleuniger auf Rang zwei und wurde knapp noch Rait Ärm (Energus Cycling Team) abgefangen. "Ich wurde nach super Arbeit vom Team nur ganz knapp geschlagen. Das Fotofinish entschied leider für den Fahrer von Energus – das hat uns für die nächsten Tage aber sehr positiv gestimmt", berichtete Schleuniger RSN. Für Arbö - Kärnten - Feld am See verlief der erste Tag ruhiger: Christian Rush kam als 13. über die Linie, Akos Mindszenti wurde 23.

Vorn statt versteckt: Arbö - Kärnten - Feld am See drückt dem Feld den Stempel auf – am Ende steht die stärkste Rundfahrt der Saison. | Foto: @okolo_jiznich_cech / @cycling.photography

Auf dem 144 Kilometer langen Teilstück von Cesky Krumlov nach Nove Hrady fiel am Freitag die Vorentscheidung im Gesamtklassement. Rund 30 Kilometer nach dem Start setzte sich eine elfköpfige Spitzengruppe ab, in der Zumer der einzige Arbö-Fahrer war. Der Vorsprung wuchs zwischenzeitlich auf rund acht Minuten, ehe Flavio Astolfi (Luxemburg) die Etappe aus der Spitzengruppe heraus vor Zahalka und Vas gewann. Zumer belegte Rang sieben, das Hauptfeld traf mit mehr als vier Minuten Rückstand ein.

"Der Grundstein für das starke Gesamtergebnis wurde auf der 2. Etappe gelegt", erklärte Sportlicher Leiter David Polzer gegenüber RSN. "Matic hat sich mit dem siebten Platz eine ausgezeichnete Ausgangsposition im Gesamtklassement verschafft." Run & Race dagegen verpasste den entscheidenden Zug. "Die Gruppe kam durch, leider ohne uns – wir waren alle im Feld", so Schleuniger.

Königsetappe hievt Zumer auf Rang fünf, Herheim lange vorn

Mit mehr als 3.000 Höhenmetern und einer Bergankunft folgte der schwerste Tag der Rundfahrt. Piotr Pekala (ATT Investments) gewann vor seinem Teamkollegen Gajdulewicz (+0:42), der damit die Gesamtführung übernahm. Arbö - Kärnten - Feld am See beeindruckte durch kollektive Stärke: Grosz wurde 17., Rush 23., Zumer 31. und Ola Blikberg Herheim 33. "Hier zeigte sich besonders die geschlossene Mannschaftsleistung", betonte Polzer. Getragen von der Arbeit seiner Teamkollegen, insbesondere von Herheim, verbesserte sich Zumer im Gesamtklassement auf Rang fünf.

Für Run & Race - Solarpur verlief der Bergtag weniger nach Plan, vor allem bei Klassementfahrer Luca Jenni. "Bei Luca lief es auf der GC-Etappe nicht ganz wie gewünscht", berichtete Schleuniger. Jenni fuhr auf Rang 18 und blieb damit im Kampf um die Top 25 der Gesamtwertung.

Zweimal nah dran und am Ende doch nur Zweiter: Nicola Schleuniger (links) verpasst auf Etappe 1 und Etappe 4 jeweils den Sieg im Fotofinish – auf der Schlussetappe in Jindrichuv Hradec gegen Barnabas Vas (Mitte). | Foto: Run & Race - Solarpur

Auf der Schlussetappe schaffte Arbö-Fahrer Herheim früh den Sprung in eine zweiköpfige Fluchtgruppe und hielt sich mit seinem Begleiter fast den kompletten Renntag an der Spitze. "Erst rund fünf Kilometer vor dem Ziel, unmittelbar vor dem technisch anspruchsvollen Finale, wurde Ola wieder gestellt", berichtete Polzer. 

Danach ging es für Zumer darum, seinen fünften  Platz zu verteidigen – doch im hektischen Finale riss eine kleine Lücke. Während der Großteil seiner direkten Konkurrenten mit der ersten Gruppe ankam, verlor Zumer 17 Sekunden und eine Position. 

Die Ankunft entschied Barnabas Vas für sich – erneut im Fotofinish vor Schleuniger, der damit sein Auftaktergebnis wiederholte. "Ich wurde wieder Zweiter. Das ist ein gutes Resultat, mit dem ich sehr zufrieden bin, auch wenn es wieder extrem knapp war und im Fotofinish nicht für uns ausging", sagte der Schweizer.

Rang sechs für Zumer: Arbös stärkste Rundfahrt der Saison

Am Ende stand für Zumer der sechste. Rang – nur 15 Sekunden hinter Position fünf und 4:40 Minuten hinter Gesamtsieger Gajdulewicz. Grosz (17.), Rush (28.), Herheim (42.) und Mindszenti (103.) erreichten ebenfalls das Ziel. Polzer sprach von "einem der stärksten internationalen Rundfahrtergebnisse der bisherigen Saison": "Vier intensive Renntage, ein langer Tag in der Fluchtgruppe, mehrere starke Etappenergebnisse und ein Fahrer in den Top 10 der Gesamtwertung."

Auch bei Run & Race - Solarpur überwog die Zufriedenheit. Neben den beiden zweiten Plätzen von Schleuniger schloss Jenni die Rundfahrt auf Rang 22 ab. "Wir sind sehr zufrieden mit der Woche und haben die Saison damit sehr gut abgeschlossen", bilanzierte Schleuniger.

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