Van Aert verpatzt Finale der 10. Vuelta-Etappe

Tronchon sprintet einfach los und bezwingt Cort und Nys

Von Matthias Seng

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Er kann´s kaum glauben: Bastien Tronchon (Groupama – FDJ United) hat die 10. Etappe der 81. Vuelta a Espana (2.UWT) für sich entschieden. | Foto: Cor Vos

01.09.2026  |  (rsn) – Bastien Tronchon (Groupama – FDJ United) hat die 10. Etappe der 81. Vuelta a Espana (2.UWT) für sich entschieden und damit den größten Sieg seiner Karriere gefeiert. Der 24-jährige Franzose setzte sich über 184,7 Kilometer von Alcaraz nach Elche de la Sierra im Sprint auf abfallender Zielgerade vor dem Dänen Magnus Cort (Uno-X Mobility) sowie den beiden Belgiern Thibau Nys (Lidl – Trek) und Wout van Aert (Visma – Lease a Bike) durch. Fünfter wurde der Italiener Alessandro Romele (XDS – Astana).

“Ich bin einfach losgesprintet. Als ich über die Linie gefahren bin, war ich mir nicht sicher, ob noch jemand vor mir war. Deswegen habe ich meine Arme nicht nach oben gerissen. Aber es ist verrückt. Ich kann es nicht glauben. Die vergangenen Tage waren echt hart für mich. Aber heute lief es gut. Ich habe zu Guillaume (Martin) gesagt: ‘Gib alles, bis du stirbst!‘ Es ist verrückt, dass ich den Sieg geholt haben“, kommentierte Tronchon den dritten Sieg seiner Profikarriere, der nach seinen Worten ziemlich unerwartet kam.

“Die Vorbereitung war in diesem Jahr nicht wirklich gut. Ich habe mich in den vergangenen Wochen nicht gut gefühlt. Aber ich dachte mir einfach, dass ich dem Prozess vertrauen muss. Als ich hier an den Start gegangen bin, habe ich mir gesagt, die Arbeit ist erledigt. Jetzt muss ich einfach so fahren, wie es mir gefällt“, so der Vuelta-Debütant, nachdem er für den zweiten französischen Etappensieg bei dieser Spanien-Rundfahrt gesorgt hatte. Zuvor hatte Bryan Coquard (Cofidis) die 8. Etappe gewonnen.

"Ich habe einen Kilometer vor dem Ende ein paar Positionen verloren, da ich von zwei Lead-Out-Fahrern etwas aufgehalten wurde. Ich habe versucht, meinen Weg zurück an die Spitze zu finden, habe dann etwas zu viel Wind abbekommen und es leider knapp nicht geschafft. Es ist schön, dort dabei zu sein, aber man will natürlich immer gewinnen, wenn es so knapp ist“, sagte Routinier Cort, der den siebten Vuelta-Tageserfolg seiner Karriere nur knapp verpasste, im Ziel zu Eurosport.

Nachdem bisher nicht viel von ihm zu sehen gewesen war, präsentierte sich der 23-jährige Nys nach dem ersten Ruhetag in starker Verfassung und sprang für seinen erneut schwächelnden Kapitän Mads Pederse . “Wir hatten einen härteren Kampf um die Gruppe erwartet. Es war mein Ziel, da reinzukommen und aus der Gruppe heraus auf Etappensieg zu fahren. Aber Visma hat einen super Job gemacht, am Anfang alles zu kontrollieren und sicherzustellen, dass nur eine kleine Gruppe geht“, erzählte der Belgier gegenüber Eurosport.

“Wir waren in der Gruppe nicht gestattet. Dann war der Plan, auf Mads (Pedersen) zu setzen. Aber er hat sich nicht gut gefühlt. Er wartet darauf, dass die Beine und der Motor nach der Tour wieder in Schwung kommen. Trotzdem hat er vor ein paar Tagen fast gewonnen. Also bin ich mir sicher, dass er in ein paar Tagen da sein wird. Danach ging es darum, das Beste herauszuholen. Wir waren nah dran, aber ich bin noch nicht zufrieden.“

Keine Änderungen an der Spitze des Klassements

Der Spanier Enric Mas (Movistar) verteidigte problemlos das Rote Trikot und führt die Gesamtwertung weiterhin mit 1:18 Minuten Vorsprung auf den Slowenen Slowene Primoz Roglic (Red Bull – Bora – hansgrohe) an. Dritter bleibt mit 1:39 Minuten Rückstand der Österreicher Felix Gall (Decathlon – CMA CGM).

Der 31-jährige van Aert, dessen Team viel für den Belgier gearbeitet und im Finale zahlreiche Attacken neutralisiert hatte, bleibt im Grünen Trikot des punktbesten Fahrers. Der Kolumbianer Santiago Buitrago (Bahrain Victorious) verteidigte das Gepunktete Trikot des besten Kletterers, der Brite Oscar Onley (Netcompany – Ineos) trägt als Gesamtvierter weiterhin das Weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers. Galls Decathlon-Equipe bleibt in der Teamwertung vorn.

So lief die 10. Etappe der Vuelta a Espana:

Nach dem ersten Ruhetag wurde die Spanien-Rundfahrt mit einem einem hügeligen Teilstück fortgesetzt, auf dem drei Bergwertungen der 3. Kategorie zu bewältigen waren und in dessen Finale es über fünf Kilometer moderat bergauf ging. Noch 168 Profis nahmen die 10. Etappe in Alcaraz in Angriff.

Nach rund zehn Kilometern lösten sich bei einer der zahlreichen Attacken Enzo Paleni (Groupama - FDJ United), Michael Gogl (Alpecin - Premier Tech), Jasha Sütterlin (Jayco - AlUla), Fabian Weiss (Tudor), Sinuhé Fernandez (Burgos - Burpellet - BH) and Ivan Cobo (Kern Pharma) aus dem Feld, kurz darauf machte Fredrik Dversnes (Uno-X Mobility) aus dem Sextett eine siebenköpfige Spitzengruppe, die sich schnell einen Vorsprung von rund drei Minuten herausfahren konnte.

Für das Rote Trikot von Mas stellte keiner der Ausreißer eine Gefahr dar, Paleni war der einzige, der im Gesamtklassement weniger als eine Stunde Rückstand aufwies. Im Feld übernahmen dann auch Cofidis und Visma – Lease a Bike die Tempoarbeit, so dass Movistar Kräfte sparen konnte. Am zweiten Bergpreis, den sich Weiss sicherte, war der Vorsprung der Spitzengruppe bereits halbiert, um danach wieder auf zwei Minuten anzusteigen.

Das Streckenprofil der 10. Etappe der Vuelta a Espana | Foto: Veranstalter

Den Zwischensprint 60 Kilometer vor dem Ziel holte sich erneut Grand-Tour-Debütant Weiss kampflos vor Sütterlin25 Kilometer später fielen nach einer Tempoverschärfung des Österreichischen Meisters Gogl in einem nicht-kategorisierten Anstieg Sütterlin, Weiss und Fernandez aus der Spitzengruppe heraus, wobei sich der Tudor-Profi fünf Kilometer später wieder herankämpfen konnte. Im fast zehn Kilometer langen Anstieg zum Puerto de Socovos (3. Kat.) musste Weiss dann aber endgültig passen, während im Feld Visma – Lease a Bike zahlreiche Attacken vereitelte.

Verantwortlich dafür zeigte mehrmals auch der zweimalige Etappensieger Matthew Brennan, der sich diesmal in van Aerts Dienst stellte. Nach dem Bergpreis, den 20 Kilometer vor dem Ziel Dversnes vor Gogl gewann, spannte sich die Decathlon-Equipe mit vor das Feld, das nun die letzten beiden Ausreißer Gogl und Dversnes jagte.

In einer weiteren bergauf führenden Passage fiel der später als Kämpferischster Fahrer ausgezeichnete Österreicher zurück, während einige weitere Fahrer zu Dversnes vorsprangen. Die neue Spitzengruppe wurde eingangs der letzten vier ansteigenden Kilometer eingefangen. Brennan spannte sich erneut vor das Feld, hatte aber nichts zuzusetzen, als Yevgeniy Fedorov (XDS – Astana) und Xabier Mikel Azparren (Pinarello - Q36.5) einen Kilometer vor dem Ziel davonzogen.

Auf den letzten 400, leicht abfallenden Metern kamen die Verfolger dann aber noch an das Spitzenduo heran, ehe sich Tronchon in einem wilden Sprint den Sieg vor Cor, Nys und van Aert sicherte.

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