Belgisches Team verzichtet auf Gilbert

Deceuninck will bei der Tour mit Führungstrio glänzen

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Julian Alaphilippe (li.) und Elia Viviani sollen bei der Tour Etappensiege feiern | Foto: Cor Vos Tim De Waele/ Getty Images

26.06.2019  |  (rsn) - Ohne Philippe Gilbert wird das belgische Deceuninck - Quick-Step-Team am 6. Juli in Brüssel zur 106. Tour de France antreten. Wie Sportdirektor Tom Steels in einer Pressemitteilung erklärte, habe man angesichts des starken Kaders die Qual der Wahl gehabt und sich letztlich gegen den Paris-Roubaix-Gewinner entschieden. “Es war wirklich schwierig, nur acht Fahrer auswählen zu müssen und es ist schade, dass jemand wie Philippe Gilbert es nicht geschafft hat, aber wir meinen, dass es ein sehr ausgeglichenes Team ist“, sagte Steels mit Blick auf das Aufgebot, das vom Franzosen Julian Alaphilippe, dem Spanier Enric Mas und dem Italiener Elia Viviani angeführt wird.

Dazu kommen Yves Lampaert, Michael Morkov und Maximiliano Richeze als Anfahrer für Viviani, der zuletzt zwei Etappensiege bei der Tour de Suisse feierte, sowie die vielseitig einsetzbaren Kasper Asgreen und Dries Devenyns. Der 24-jährige Mas, der das Gesamtklassement in Angriff nehmen soll, dürfte im Hochgebirge allerdings auf sich allein gestellt sein, auch wenn Alaphilippe als letztjähriger Gewinner des Bergtrikots in den Anstiegen große Qualitäten hat.

Der 27-jährige Franzose wird aber in erster Linie wieder auf Etappenjagd gehen - so wie 2018, als er auf bergigem Terrain gleich zwei Tagessiege feiert. “Julian ist so was wie eine ’Ein-Mann-Armee‘“, sagte Steels zu den Qualitäten des Mailand-Sanremo-Siegers. “Von ihm wirst du immer überrascht. Es gibt einige Etappen, schon in der ersten Woche, die ihm wirklich liegen, und wenn das der Fall ist, dann ist er einer der weltbesten Fahrer“, so der Belgier über den Weltranglistenersten, der bisher schon auf zehn Saisonsiege kommt.

Gibt es an Vivianis und Alaphilippes Verfassung keine Zweifel, so steht hinter der des Tour-Debütanten Mas doch ein kleines Fragezeichen. Der Überraschungszweite der Vuelta 2018 zeigte in dieser Saison zwar meist beständige Leistungen, ist aber noch ohne Sieg. In dieses Bild passt der Auftritt bei der Tour de Suisse, die Mas auf Rang neun beendete, ohne Akzente setzen zu können.

"Er ist unser Mann fürs Klassement, aber zugleich ist das seine Premiere bei der Tour de France. Bei der Vuelta hat er bewiesen, dass er seine Form über drei Wochen halten kann, aber das hier ist die Tour und da geht es ums Lernen“, stapelte Steels dann auch tief in der Frage zu den Aussichten des Kletterspezialisten, der bei der Teampräsentation im Januar öffentlich vom Tour-Sieg geträumt hatte. “Alles ist schwieriger bei der Tour und das muss er verstehen. Er muss in einer guten Position sein, auch auf den flacheren Etappen, die schneller und chaotischer sind als bei anderen Rennen“, mahnte dagegen nun Steels, der auf den 35-jährigen Devenyns als “rechte Hand“ von Mas setzt. “Mit der Erfahrung und der Vorbereitung, die er hatte, ist er wirklich bereit, Enric zu helfen. “

Zumindest auf bereits eine Tour-Teilnahme (2014) kommt der 31-jährige Viviani, der auf seinen bewährten Sprintzug von der Tour de Suisse bauen kann. Nun soll der Italienische Meister bei der Tour Sprintsiege anpeilen, womit er auch in der Punktewertung eine gute Rolle spielen könnte. “Vielleicht wird es schwer, um das Grüne Trikot zu kämpfen, aber das werden wir Tag für Tag sehen“, meinte Steels einschränkend dazu.

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