Belgier kann Team-Entscheidung nicht nachvollziehen

Gilbert von Tour-Aus “überrascht und enttäuscht“

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Philippe Gilbert (Deceuninck - Quick-Step) kommentiert sein Tour-Aus. | Foto: Cor Vos

27.06.2019  |  (rsn) - Noch vor dem Start des belgischen Eintagesrennens Halle-Ingooigem äußerte sich ein frustrierter Philippe Gilbert (Deceuninck - Quick-Step) am gestrigen Mittwoch über den Entschluss seines Teams, ihn nicht mit zur 106. Tour de France zu nehmen.

"Ich bin sehr enttäuscht. Die Entscheidung ist nicht nachvollziehbar", sagte der Belgier den heimischen Medien. "Ich habe hart gearbeitet, um die Tour zu fahren. Ich wollte diese Tour unbedingt fahren, weil sie in Brüssel beginnt und weil ich letztes Jahr nach einem Sturz aufgeben musste. Es ist eine Enttäuschung und eine Überraschung.“

Der Paris-Roubaix-Gewinner hatte die schlechte Nachricht am Montagabend von Sportdirektor Tom Steels erhalten, dass die Mannschaft auf ihn verzichten und stattdessen auf Sprinter Elia Viviani, Allrounder Julian Alaphilippe und Klassementfahrer Enric Mas setzen werde.

Zudem scheint Team-Manager Patrick Lefevere nicht mehr mit dem Klassikerspezialisten, der am 5. Juli 37 Jahre alt wird, zu planen. zuletzt einigte sich Deceunick - Quick-Step mit dem zehn Jahre jüngeren Alaphilippe auf eine Vertragsverlängerung. Dagegen berichteten belgische Zeitungen, dass Gilbert keine neue Offerte vorgelegt worden sei.

“Mein Vertrag läuft aus. In den kommenden Wochen wird sich herausstellen, was ich machen werde“, sagte der Weltmeister von 2012, der noch zwei weitere Profijahre dranhängen möchte, auch um sein großes Ziel zu verwirklichen, alle fünf Monumente des Radsports zu gewinnen. In der Liste fehlt ihm nach seinem Roubaix-Triumph nur noch Mailand-Sanremo, bei dem in dieser Saison sein Teamkollege Alaphilippe triumphierte.

Gilbert selber scheint keine Zweifel daran zu haben, dass er zumindest die Möglichkeit, auch noch die "Primavera“ zu gewinnen, erhalten wird. “Ich habe viele Kontakte, viele Manager haben mich am Mittwochmorgen angerufen. Eine Entscheidung wie diese (kein Tour-Start) ist nicht gut für meine Zukunft und ich werde jetzt alles an meinen Manager übergeben. Das ist sein Job. Ich mache mir um meine Zukunft keine Sorgen. Ich habe noch einige Ziele, die ich erreichen will und ich werde dafür alles tun“, sagte er. Zunächst jedoch will Gilbert, der bei Halle Ingooigem übrigens Dritter wurde, im Juli eine Pause einlegen.

Allerdings ist er der erste Reservefahrer seiner Mannschaft und muss sich deshalb zumindest noch bis zur kommenden Woche bereit halten.

 

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