76. Polen-Rundfahrt: Jakobsen zurückgestuft

Lambrechts Tod macht Ackermanns Sieg bedeutungslos

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Zieleinlauf bei der 3. Etappe der Polen-Rundfahrt | Foto: Cor Vos

05.08.2019  |  (rsn) – Die 3. Etappe der Polen-Rundfahrt ist von der schrecklichen Nachricht überschattet worden, dass der etwa 70 Kilometer vor dem Ziel gestürzte Belgier Bjorg Lambrecht (Lotto Soudal) wenige Minuten nach Rennende seinen schweren Verletzungen erlegen ist.

Da geriet die Zurückstufung des Etappensiegers Fabio Jakobsen (Deceuninck - Quick-Step) zur bedeutungslosen Nebensache. Der Niederländische Meister bezwang über 157 Kilometer von Chorzów nach Zabrze im Massensprint zwar den Pfälzer Pascal Ackermann (Bora – hansgrohe). Da Jakobsen aber, kurz bevor er antrat, den neben ihm fahrenden Marc Sarreau (Groupama - FDJ) mit seiner linken Hand zur Seite schob, um sich den Weg freizumachen, wurde er kurz nach dem Zieleinlauf relegiert.

So wurde Ackermann der Etappensieg zugesprochen, Rang zwei belegte Jakobsens Landsmann Danny van Poppel (Jumbo – Visma), gefolgt vom Dänen Mads Pedersen (Trek - Segafredo) und dessen Teamkollegen John Degenkolb. Der Heidelberger Max Walscheid (Sunweb) war als Sechster diesmal drittbester der deutschen Sprinter.

"Das Ergebnis heute ist nicht wichtig. Ich war nach der tragischen Nachricht völlig am Boden zerstört und möchte der Familie, den Freunden und dem gesamten Team Lotto Soudal mein tiefstes Beileid ausdrücken“, wurde Ackermann von seinem Team auf Twitter zitiert.

Im Gesamtklassement liegt Ackermann vor den nun anstehenden bergigen Etappen sechs Sekunden vor Jakobsen und acht vor Fernando Gaviria (UAE Team Emirates), der nach zwei zweiten Plätzen diesmal nicht über Rang zehn hinauskam.

So lief das Rennen:
Adrian Kurek (Polnisches Nationalteam), Evgeny Shalunov (Gazprom - RusVelo) und Charles Planet (Novo Nordisk), der schon an den ersten beiden Tagen als Ausreißer unterwegs war, bildeten bei zunächst starkem und später nachlassendem Regen die kleine Gruppe des Tages, die bei einem Maximalvorsprung von 4:30 Minuten wiedervom von Bora - hansgrohe und UAE Team Emirates angeführten Feld zugestanden bekamen.

Planet sicherte sich 59 Kilometer vor dem Ziel den einzigen Bergpreis des Tages und baute damit seine Führung in der Bergwertung weiter aus. Kurz darauf stürzte Björg Lambrecht (Lotto Soudal) so schwer, dass er nach ersten Angaben der Veranstalter sogar wiederbelebt werden musste. Eine Bestätigung dafür erfolgte zunächst nicht. Lotto Soudal twitterte lediglich, dass Lambrecht nach einem Sturz in eine Klinik gebracht werden musste. Wenige Minuten nach Rennschluss aber teilte der belgische Rennstall, dass der der 22-Jährige seinen schweren Verletzungen erlegen sei.

Eingangs der vier Zielrunden zu je rund sechs Kilometern war der Abstand auf unter eine Minute geschrumpft. Doch das Trio wehrte sich weiter nach Kräften und nahm sogar noch fast 20 Sekunden mit auf die letzte Runde, auf der Planet und Kurek in einer Kurve knapp sechs Kilometer vor dem Ziel auf noch feuchtem Untergrund stürzten. Shalunov wurde auf den letzten drei Kilometer eingefangen, woraufhin Deceuninck - Quick-Step und Dimension Data und EF Education First das Kommando übernahmen.

Auf den letzten 500 Metern brachte Rüdiger Selig seinen Kapitän Ackermann nach vorn, wogegen Jakobsen zunächst eingebaut war. Aus dieser misslichen Lage befreite sich der 23-Jährige zwar - allerdings nicht regelkonform, so dass ihm der zunächst deutlich herausgefahrene Sieg aberkannt wurde. Das interessierte zu diesem Zeitpunkt allerdings niemanden mehr.

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