Buchmann: “Hatte keine Probleme“

Bora – hansgrohe übersteht ersten Tour-Tag fast ohne Schaden

Von Peter Maurer

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Emanuel Buchmann (Bora - hansgrohe) kam gut durch den Tour-Auftakt. | Foto: Cor Vos

30.08.2020  |  (rsn) - "Hell of a race" twitterte Lennard Kämna (Bora – Hansgrohe) am Abend des Tour-Auftakts von Nizza. Der 23-Jährige aus Wedel lag gleich zweimal auf der rutschigen Straße. Die beiden "Asphaltküsse" blieben aber folgenlos und insgesamt kam seine Mannschaft vergleichsweise gut durch den ersten Tag der 107. Tour de France, der an Aufregung kaum zu überbieten war.

"Das war ein richtiges Gemetzel heute. Auf jeden Fall haben wir Peter (Sagan) und Emu (Emanuel Buchmann) gut durchgebracht, auch wenn ich und Lennard gestürzt sind", erzählte Teamkollege Lukas Pöstlberger, der eine Knieprellung davontrug. "Tag eins haben wir jetzt aber gut rumgebracht", fügte der Österreicher an.

Und das war extrem wichtig für das Team, das in der Tourvorbereitung von Verletzungen arg gebeutelt wurde So kam Kapitän Buchmann bei der Dauphiné-Rundfahrt schwer zu Sturz und kämpfte bis zum Start in Nizza mit den Folgen. Der starke Bergfahrer Gregor Mühlberger brach sich beim selben Crash die Hand und als am selben Tag in Italien Maximilian Schachmann von einem Auto bei der Lombardei-Rundfahrt umgefahren wurde, schien die ganze Tourplanung über den Haufen geworfen zu werden.

Doch alle drei standen gam Samstag in Nizza am Start und erreichten sturzfrei die Ziellinie, was angesichts der ellenlangen Liste der am Boden liegenden Fahrer fast schon einem Wunder gleichkam. "Es war nicht einfach, sicher durchzukommen, aber ich habe es geschafft", freute sich Buchmann, der nach wie vor von einem Podium bei der Tour träumt. "Die Etappe war nicht superschnell, deshalb kann ich nicht viel über die Form sagen, aber ich hatte keine Probleme mit der Hüfte", erklärte der Ravensburger weiter.

Während der Leader des deutschen WorldTeams den Ball flach hielt bei den Fragen zu seiner Form, verriet sein österreichischer Teamkollege und Tour-Debütant Felix Großschartner etwas mehr: "Die Vorfreude auf den zweiten Tag ist groß, weil Emu sich gut gefühlt hat. Die ganze Woche kämpfte er noch mit seiner Leistung, jetzt sind wir aber sehr zuversichtlich für die nächsten Tage."

Ein kleiner Wermutstropfen war aber sicherlich, dass der Superstar im Tourkader dann einen möglichen Etappensieg auf der Promenade des Anglais verpasste. Nachdem ihm Daniel Oss mustergültig für den Sprint aufstellte, reichte es für Peter Sagan für Platz fünf. "Wir hatten Gegenwind und das ist immer eine Lotterie. Da braucht man Glück", so der Slowake, der sein achtes Grünes Trikot jagt.

Vielleicht war das Glück am ersten Tag einfach auch schon aufgebraucht. Bei Bora -hansgrohe dürfte niemand darüber traurig gewesen sein.

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