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28.03.2021 | (rsn) - Als sich Sam Bennett (Deceuninck - Quick-Step) bei Gent-Wevelgem 35 Kilometer vor dem Ziel als neunter und letzter Fahrer der Spitzengruppe über den Kemmelberg quälte und tatsächlich den Anschluss hielt, deutete einiges auf einen weiteren Sieg der besten Mannschaft dieser Saison hin.
War es am Freitag bei der E3 Saxo Bank Classic noch eine clevere Teamvorstellung, an deren Ende der Sieg von Kasper Asgreen gefeiert werden konnte, schien es diesmal die pure Kraft und individuelle Klasse des Iren zu sein, die den Ausschlag geben würde. Doch nur wenige Kilometer später geriet der aktuell beste Sprinter der Welt in echte Probleme. Bennett konnte sich nicht mehr an der Tempoarbeit in der Ausreißergruppe beteiligen und musste sich sogar übergeben.
15 Kilometer vor dem Ziel war es bei einer Tempoverschärfung durch Nathan Van Hooydonck (Jumbo - Visma) dann um den 30-Jährigen geschehen. Bennett fiel aus der Gruppe heraus und büßte im Finale 4:40 auf den Sieger Wout Van Aert (Jumbo - Visma) ein.
Danach lieferte er eine überraschende Erklärung für seinen späten Totaleinbruch. "Ich hatte zu viel gegessen", sagte Bennett und fügte erläuternd an: “Gent-Wevelgem ist ein langes Rennen. Also wollte ich genug essen, um sicherzustellen, dass ich genug Energie für die wenigen Momente hatte, in denen ich tief gehen musste. Deshalb habe ich vielleicht etwas zu viel gegessen. Ich bin am Kemmelberg über mein Limit gegangen. Die Beine waren voller Laktat und der Körper wollte dann das Essen loswerden“, sagte Bennett zu den nachfolgenden Szenen.
"Ich will eines Tages hier um den Sieg kämpfen"
Nachdem er sich übergeben hatte, ging es ihm zwar besser, dafür hatte Bennett aber mit einem neuen Problem zu kämpfen: “Ich fühlte ich mich zwar viel besser, aber dafür waren meine Beine kraftlos. Ich bekam einen Hungerast und musste schließlich (die anderen) ziehen lassen“, sagte er. Die letzten Kilometer entwickelten sich dann zu einer regelrechten Qual: “Bis zum Ziel fühlte ich mich schlecht“, sagte Bennett, der sich aber schnell erholte, nachdem er einige Energiespender zu sich genommen hatte. "Ich musste nur etwas Zucker essen, jetzt ist es wieder gut.“
So konnte er trotz des späten Malheurs ein ausgesprochen positives Fazit des Rennens ziehen, bei dem Yyes Lampaert auf Rang 14 (+1:25) bestplatzierter Deceuninck-Profi war. “Ich habe mich in den Anstiegen und den Windstaffeln gut gefühlt und konnte bis 40 Kilometer vor dem Ziel ein gutes Rennen absolvieren und habe viele Dinge richtig gemacht. All das macht mich glücklich und gibt mir viel Selbstvertrauen, dass ich in Zukunft, wenn ich weitere Klassiker fahren möchte, das Zeug dazu habe, im Finale dabei zu sein. Ich möchte hier in Gent-Wevelgem stärker zurückkehren und eines Tages um den Sieg kämpfen“, kündigte Bennett an.
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