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29.07.2021 | (rsn) - Knapp 25 Kilometer vor dem Ziel der 1. Etappe der Tour de l’Ain konnte Alexander Tarlton seinen Arbeitstag als erfolgreich beendet betrachten. Der bei der dreitägigen Rundfahrt durch Süd-Frankreich für das deutsche Nationalteam startende Fahrer von Lotto Kern Haus gewann im Sprint gegen den Spanier Josu Exteberria (Caja Rural) die einzige Bergwertung des Tages und wird am Freitag das zweite Teilstück im blauen Trikot mit den weißen Punkten bestreiten.
Der 20-jährige Kaiserslauterer bildete gemeinsam mit Exteberria und dem Kanadier Antoine Duchesne (Groupama - FDJ) eine kleine Spitzengruppe, die sich gleich nach dem Start am Parc des Oiseaux in Villard des Dombes formiert hatte. “Ich hatte mir gar nicht vorgenommen, in die Gruppe zu gehen. Der Fahrer von Caja hat angegriffen, ich bin hinterher, und als ich mich kurz umdrehte, hatten wir schon eine Lücke“, schilderte Tarlton radsport-news.com gegenüber die Startphase, in der sich nach rund fünf Kilometern auch noch Duchesne dem Duo anschloss.
“Da war ich ganz froh, denn er hat sich als richtiger Motor herausgestellt“, sagte der junge Nationalfahrer, der auf dem 141 Kilometer langen, überwiegend flachen Abschnitt nach Bourg-en-Bresse zwei Ambitionen hatte: “Entweder zum kämpferischsten Fahrern gewählt zu werden oder den Bergpreis zu gewinnen.“
Nachdem das Trio zunächst in gleichmäßigem Tempo unterwegs war, zog es auf Aufforderung von Duchesne 35 Kilometer vor dem Ziel das Tempo an. “Ich hatte dann eher den Spanier im Blick, weil er sich zuvor in den Führungen meist geschont hatte. Und als er dann 300 Meter vor der Bergwertung attackierte, wusste ich, dass das zu früh war. Ich bin ihm hinterher gefahren und dann an ihm vorbeigezogen“, berichtete Tarlton. Zehn Kilometer vor dem Ziel wurde das Trio schließlich gestellt, aber da hatte der Vierte der Deutschen U23-Meisterschaften bereits sein persönliches Ziel erreicht. “Es hat Spaß gemacht heute“, befand der erste Träger des Bergtrikots.
Für die 2. Etappe hat sich Tarlton vorgenommen, in die Gruppe des Tages zu springen, um so seine Führung verteidigen zu können. Auf den 136 Kilometern von Lagnieu nach Saint-Vulbas warten gleich vier kategorisierte Anstiege auf die Fahrer - leicht dürfte die Aufgabe also nicht werden. “Wir sind hier mit einer superstarken Mannschaft, vielleicht kommt auch eine kleine Gruppe an und dann könnten Georg Steinhauser oder Jakob Geßner ihre Chance bekommen“, zählte Tarlton weitere Optionen des deutschen Nationalteams auf.
Zum Finale wird der deutsch-britische Bergspezialist mit doppelter Staatsbürgerschaft - der Vater stammt aus London, die Mutter aus Stuttgart - sich dann aber in den Dienst von Florian Lipowitz stellen. “Florian ist sehr stark und wird fürs Gesamtklassement hoch einzuschätzen sein“, sagte Tarlton, der nach seinem Abitur im März 2020 ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer Schule in Kaiserslautern absolviert.
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