RSNplus“Die letzten Tage ging es aber aufwärts“

Infekt dämpft Politts Hoffnungen für Paris-Roubaix

Von Matthias Seng

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Nils Politt (Bora - hansgrohe) | Foto: Cor Vos

08.04.2023  |  (rsn) – Auch in diesem Jahr läuft die Klassikerkampagne für Bora – hansgrohe alles andere als optimal. Am vergangenen Wochenende etwa landeten nach Stürzen bei der Flandern-Rundfahrt (1.UWT) mit Marco Haller, Danny van Poppel und Shane Archbold gleich drei Bora-Profis im Krankenhaus. Das Trio kam zwar glimpflich davon, bei der “Ronde“ aber bedeutete das für Kapitän Nils Politt einen herben Verlust.

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Der Deutsche Meister belegte nach einer soliden Vorstellung in Oudenaarde zwar einen ordentlichen 20. Platz, doch dann erwischte Politt ein Infekt, der dann auch die Streckenerkundung für Paris-Roubaix verhinderte. “Das war suboptimal. Die letzten Tage ging es aber wieder aufwärts, weshalb ich relativ zuversichtlich bin, dass es morgen ganz gut laufen wird“, sagte der 29-Jährige auf Anfrage von radsport-news.com einen Tag vor der “Königin der Klassiker.“

Politts bestes Klassikerergebnis in diesem Jahr war ein zehnter Platz bei Dwars door Vlaandern | Foto: Cor Vos

Ob sich Politt von dem gesundheitlichen Rückschlag vollständig erholt hat, wird sich erst auf den 257 Kilometern von Compiègne nach Roubaix zeigen. Zumindest werden ihm dann Haller und Archbold zur Seite stehen können, eine Nachricht, die auch den Hürther zuversichtlicher machte: “Das war natürlich für das ganze Team ein schwerer Verlust, aber jetzt sind die Jungs alle wieder wohlauf“, sagte Politt, der sich zudem auf trockenes Wetter freuen darf, nachdem es in der vergangenen Woche im französischen Norden nasskalt war. “Mir liegt ganz klar trockenes Wetter mehr. Roubaix an sich ist schon schwer genug, zudem reizt es auch mehr, wenn es trocken ist“, fügte er an.

Auch ohne Top-Ergebnisse: “Rennen sind ganz gut verlaufen“

Mit seiner bisherigen Klassikerkampagne zeigte er sich angesichts der Umstände relativ zufrieden, auch wenn bei den fünf Einsätzen in Italien und Belgien kein Top-Ten Ergebnis heraussprang. “Das große Top-Ergebnis ist bisher zwar ausgeblieben, aber eigentlich sind die Rennen ganz gut verlaufen“, meinte Politt. Vor allem bei der E3 Classic wäre aber mehr drin gewesen als Rang 13, 2:12 Minuten hinter Sieger Wout Van Aert (Jumbo – Visma). “Beim E3 Preis hatte ich Pech mit einem Defekt zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Andernfalls hätte es eine richtig gute Platzierung sein können“, erklärte er.

Marco Haller hat seinen Sturz bei der Flandern-Rundfahrt gut überstanden und wird bei Paris-Roubaix einer von Politts wichtigsten Helfern sein. | Foto: Cor Vos

Die peilt Politt nun bei der 120. Ausgabe von Paris-Roubaix (1.UWT) an, auch wenn die Ausgangssituation alles andere als optimal ist. Ob er wie schon bei der Flandern-Rundfahrt antizipierend vor den Top-Favoriten in die Offensive gehen wird, ließ er allerdings offen. “Wir schauen mal, wie lange es dauert, bis die Gruppe geht, ich denke, dass es relativ langen dauern wird. Wenn es eine große Gruppe ist, müssen wir auf jeden Fall vertreten sein“, nannte Politt das erste Ziel für Bora - hansgrohe.

Nach seinem sensationellen zweiten Platz aus dem Jahr 2019 wäre für den Bora-Profi der Sieg im Velodrome der logische nächste Schritt. “Klar wäre es perfekt, wenn ich ganz oben auf dem Podium stehen würde", sagte er - angesichts der Konstellation scheint der Pflasterstein aber in weiter Ferne zu sein. "Natürlich werde ich mein Bestes geben und dann schauen wir mal, was dabei rauskommt“, fügte er deshalb an. Als Top-Favoriten sieht Politt dann auch andere: “Ganz klar wieder van der Poel und Van Aert, aber auch Stefen Küng und Filippo Ganna zähle ich dazu.“

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