Vorjahresachter führt Israel - Premier Tech an

Pozzovivo will mit nur zehn Renntagen in die Top Ten des Giro

Von Matthias Seng

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Domenico Pozzovivo (Israel - Premier Tech)| Foto: Cor Vos

30.04.2023  |  (rsn) – Domenico Pozzovivo wird am 6. Mai in Fossacesia Marina in den Abruzzen seinen 17. Giro d’Italia in Angriff nehmen, den 15. in Folge. Der mittlerweile 40 Jahre alte Italiener, der erst seit dem 6. März bei Israel – Premier Tech unter Vertrag steht, führt bei der ersten Grand Tour der Saison das achtköpfige Aufgebot des Zweitdivisionärs an und nimmt bei seiner insgesamt 24. dreiwöchigen Rundfahrt die Top Ten ins Visier.

“Der Giro d’Italia ist immer das Highlight meiner Saison. Auch wenn es meine 17. Teilnahme sein wird, so habe ich jedes Jahr die gleiche große Motivation, am Start zu sein. Mein Ziel ist es, 15 Jahre nach meinem ersten Top-10-Ergebnis (Neunter 2008, d. Red.) wieder unter den Top 10 zu sein“, zeigte sich Pozzovivo in einer Pressemitteilung seines neuen Teams selbstbewusst – und das, obwohl er bisher erst zehn Renntage in den Beinen hat. Zum Einstand bei Israel – Premier Tech belegte der nur 1,65 Meter große Kletterspezialist Rang sechs bei der Settimana Coppi e Bartali (2.1), wo er als Zweiter der 3. Etappe in Forli auch nur knapp seinen ersten Saisonsieg verpasste.

Im April schließlich folgte als Generalprobe noch die deutlich stärker besetzte Tour of the Alps (2.Pro), die er auf Platz 21 beendete. Seinen Optimismus bezog Pozzovivo dann auch eher aus den in seinen Augen gelungenen Trainingseinheiten. “Ich denke, ich habe an vielen Tagen in der Höhe genug gearbeitet, um in guter Form am Start zu sein“, betonte er.

Mit Simon Clarke nur noch ein weiterer Routinier im Aufgebot

Auch im vergangenen Jahr hatte Pozzovivo nach der Auflösung des Qhubeka-Teams erst vergleichsweise spät ein neues Team gefunden. Allerdings konnte er nur zwei Tage nach der Vertragsunterschrift bei Intermarché Mitte Februar gleich die schwere Andalusien-Rundfahrt (2.Pro) bestreiten, ehe mit Tirreno-Adriatico (2.UWT) und dem Giro di Sicilia (2.1) zwei weitere Etappenrennen folgten, bei denen er viele Rennkilometer sammeln konnte. Zudem bestritt Pozzovivo noch in der zweiten April-Hälfte die beiden Ardennenklassiker Flèche Wallonne (15.) und Lüttich-Bastogne-Lüttich (23.), so dass insgesamt 20 Renntage zusammenkamen, genau doppelt so viele wie in diesem Frühjahr.

Aber nicht nur deshalb äußerte sich Pozzovivos Sportdirektor Oscar Guerrero etwas zurückhaltender zu den Chancen des Vorjahresachten, der am Saisonende 2022 von Intermarché - Circus - Wanty keine Vertragsverlängerung mehr erhalten hatte. “Wir werden mit keinem Team antreten, das Erfahrung darin hat, einen GC-Leader zu unterstützen, also werden wir die Verantwortung zwischen den Fahrern aufteilen. Wir hoffen, dass Domenico im Gesamtklassement die Top Ten erreichen kann“, sagte der Spanier und nannte auch ein alternatives Ziel für seinen erfahrenen Kapitän: “Der Kampf um einen Etappensieg in den Bergen.“

Für den käme auch Simon Clarke in Frage. Der 36-jährige Australier, neben Pozzovivo mit der meisten Routine bei Israel – Premier Tech ausgestattet, holte sich auf der Kopfsteinpflaster-Etappe der Tour de France 2022 aus einer Ausreißergruppe heraus in Wallers-Arenberg den größten Sieg seiner Karriere. Mit einem Tageserfolg beim 106. Giro d'Italia würde Clarke seine Sammlung an Grand-Tour-Etappensiegen komplettieren, nachdem er 2012 und 2018 bereits auf zwei Vuelta-Abschnitten erfolgreich gewesen war.

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