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07.08.2024 | (rsn) – Es ist amtlich: Pauline Ferrand-Prévot kehrt zur kommenden Saison ins Straßen-Peloton zurück. Das hat das Team Visma – Lease a Bike am Mittwoch bekanntgegeben. Die Straßen-Weltmeisterin von 2014, die sich seit 2019 aufs Mountainbiken konzentriert hatte und sich dort nach mehreren WM-Titeln nun in Paris mit dem Olympiasieg ihren großen Traum der letzten zehn Jahre endlich erfüllt hat, hat ein neues großes Ziel: das Gelbe Trikot bei der Tour de France Femmes.
"Letzten Winter habe ich über meine Zukunft nach den Olympischen Spielen nachgedacht. Ich habe eine Olympia-Medaille im Mountainbiken seit zwölf Jahren gejagt. Das habe ich jetzt geschafft und ich glaube es ist Zeit für eine neue Herausforderung", wird die 32-Jährige in der Pressemitteilung ihres Teams zur Vertragsunterzeichnung zitiert.
"Der Straßenradsport der Frauen hat sich sehr verändert seit ich ihn verlassen habe", weiß Ferrand-Prévot, dass sie etwas Eingewöhnungszeit brauchen wird. "Aber ich kann nicht abwarten, wieder ins Peloton zurückzukehren. Mit der Unterstützung des Teams bin ich sicher, dass ich wieder großartige Dinge erreichen kann. Ich bin sehr motiviert. Ich will die Tour de France Femmes gewinnen."
Die Einführung der neuen Frankreich-Rundfahrt der Frauen, die am kommenden Montag in Rotterdam in ihre dritte Auflage starten wird – dann noch ohne Ferrand-Prévot – hat bei der Frau, die im Jahr 2015 gleichzeitig amtierende Weltmeisterin auf der Straße, dem Mountainbike und im Cross war, den Straßen-Radsport wieder in den Kopf gebracht. Das erzählte sie bereits im Winter. In den vergangenen Jahren stand sie bei den Ineos Grenadiers unter Vertrag und bestritt für sie ihr Mountainbike-Programm. Ein Frauen-Straßenteam gibt es bei den Briten aber weiterhin nicht und so führte an einem Teamwechsel für die Rückkehr ins Peloton kein Weg vorbei.
"Visma – Lease a Bike zu wählen, war eine leichte Entscheidung. Die Art wie das Team arbeitet und sein professioneller Ansatz ziehen mich an", so Ferrand-Prévot. Die niederländische Mannschaft gilt in gewisser Weise als Nachfolger des Rabobank-Teams – bei den Männern wie bei den Frauen – auch wenn die Teamleitung und die Struktur inzwischen eine andere ist. Für Rabobank war Ferrand-Prévot von 2012 bis 2016 unterwegs, gewann dort 2014 den Fleche Wallonne, wurde Weltmeisterin und auch Zweite des Giro d'Italia der Frauen hinter Teamkollegin Marianne Vos. Ab 2015 kämpfte Ferrand-Prévot aber immer wieder mit Verletzungen, was auch ihre Zeit bei Canyon – SRAM von 2017 bis zum Abschied von der Straße überschattete.
Ihre Rückkehr nun wird mit großer Spannung erwartet, da sich das Peloton in den vergangenen Jahren extrem weiterentwickelt hat. Vismas Team-Manager der Frauen-Mannschaft, Rutger Tijssen, ist aber sicher: "Pauline ist eine besonders talentierte Athletin, die vor ein paar Jahren entschied, sich voll dem Mountainbiking zu widmen. Mit der Gold-Medaille hat sie das jetzt abgeschlossen und ich bewundere, dass sie die mutige Entscheidung getroffen hat, mit einem klaren Ziel auf die Straße zurückzukehren: dem Tour-de-France-Sieg", sagte er.
"Es wird ein herausforderndes Projekt, aber wir als Team glauben, dass sie es schaffen kann. Auch wenn der Wechsel zum Straßenradsport etwas Zeit brauchen wird. Mountainbiking ist eine explosive Belastung über anderthalb Stunden. Auf der Straße geht es mehr um Ausdauer über längere Zeit. Wir werden ihr Zeit geben, wieder eine Straßenfahrerin zu werden. Sie wird unsere Anführerin in den großen Rundfahrten, aber sie wird auch bei den Ardennen-Klassikern wettbewerbsfähig sein."
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