Pogacar in der Romandie der Top-Favorit

Lipowitz kann Super-Serie bei WorldTour-Rundfahrten ausbauen

Von Sebastian Lindner

Foto zu dem Text "Lipowitz kann Super-Serie bei WorldTour-Rundfahrten ausbauen"
Florian Lipowitz bei der Baskenland-Rundfahrt | Foto: Cor Vos

27.04.2026  |  (rsn) – Nur einen Tag Pause gönnt sich Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) nach seinem vierten Sieg bei Lüttich-Bastogne-Lüttich (1.UWT), bevor er sich erneut in den Wettkampf stürzt. Allzu viele Renntage hat der Slowene noch nicht gesammelt, bei der sechstägigen Tour de Romandie (2.UWT) wird er sein Konto nun mehr als verdoppeln. Pogacar bestreitet seine erste Rundfahrt des Jahres – und ist natürlich haushoher Favorit. Dabei betritt der 27-Jährige unbekanntes Terrain: Beim Etappenrennen durch die Westschweiz wird er zum ersten Mal überhaupt an den Start gehen.

Die Liste derer, die Pogacar überhaupt Paroli bieten können, ist ohnehin schon recht kurz. Bei der Romandie ist aber weder Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike), noch das aufstrebende Supertalent Paul Seixas (Decathlon – CMA CGM) dabei. Der französische Shootingstar fehlt nicht nur persönlich; seine ganze Mannschaft bleibt der Rundfahrt wie drei weitere WorldTeams komplett fern. Nachrücker hat die ohnehin schon finanziell gebeutelte Rennorganisation nicht nominiert. Das Starterfeld bleibt also übersichtlich.

Lipowitz als größter Pogacar-Herausforderer?

Und so sticht ein Name hervor, dem vor zwei Jahren bei der Romandie so etwas wie der Durchbruch gelang: Florian Lipowitz (Red Bull – Bora – hansgrohe). Seit der 25-Jährige 2024 hier aufs Podium fuhr, ist ihm das bei fast jeder anderen einwöchigen WorldTour-Rundfahrt, bei der er am Start stand, ebenfalls geglückt. Die Ausnahme bildet die Baskenland-Rundfahrt 2025. Dort fehlten ihm als Vierter acht Sekunden auf den Drittplatzierten, Maximilian Schachmann (Soudal - Quick-Step).

Ohne Frage: Lipowitz ist zu einer festen Größe im Rundfahrt-Sektor geworden. Das will er bei der Romandie erneut zeigen. “Der zweite Platz im Baskenland hat mir viel Selbstvertrauen gegeben. Die Woche danach war nicht komplett strukturiert, aber ich glaube, die Form ist da. Jetzt schauen wir, was in der Schweiz möglich ist“, wird der Schwabe auf der Homepage seines Teams zitiert. Ausdruck des neuen Selbstvertrauens beziehungsweise einer an die Auftritte Lipowitz‘ gekoppelten Kommunikation im Team ist auch, dass Lipowitz die alleinige Kapitänsrolle innehaben wird, obwohl auch Primoz Roglic am Start ist. Das war vor drei Wochen im Baskenland noch anders.

Dezimierte Startliste - viele Mitfavoriten ums Podium

Weitere Namen, die ums Podium mitreden können, sind Lenny Martinez (Bahrain Victorious), der im Vorjahr hinter dem nicht antretenden Joao Almeida (UAE – Emirates – XRG) Zweiter wurde, und dessen Teamkollege Antonio Tiberi. Dazu kommen Oscar Onley (Ineos Grenadiers) und Valentin Paret-Peintre (Soudal – Quick-Step).

Danach stellt sich aber schon die Frage, wer noch ganz oben mitkämpfen soll. Für den an sich gut aufgelegten Mauro Schmid (Jayco – AlUla) könnten die überwiegend langen Anstiege in seiner Heimat eine Nummer zu schwierig werden. Sein Teamkollege Luke Plapp zählt aktuell zu den größten Wundertüten im gesamten Profizirkus und ist konstant unkonstant, gleiches gilt für Groupama-Mann David Gaudu. Movistar-Kapitän Pablo Castrillo performt eigentlich nur bei der Vuelta.

Während Jörgen Nordhagen (Visma – Lease a Bike) auf dem richtigen Weg, aber vielleicht noch nicht ganz auf einer Stufe mit den ersten Pogacar-Verfolgern ist, hat das Lidl-Trek-Duo Bauke Mollema und Tao Geoghegan Hart seine besten Tage längst hinter sich. Und bei XDS-Astana ist es wie immer: Mit Lorenzo Fortunato, Sergio Higuita, Clément Champoussin und Cristian Rodriguez ist das Team extrem breit aufgestellt und eine sichere Bank für mehrere Top-10-Plätze, aber eher kein guter Tipp fürs Podium.

Und dann ist da noch Georg Steinhauser (EF Education – EasyPost). Der 24-Jährige aus dem Allgäu hat mir Rang drei bei Paris-Nizza bewiesen, dass er mit ein wenig Glück ebenfalls bei einer einwöchigen WorldTour-Rundfahrt aufs Podium fahren kann. Auf Instagram zeigte er sich in einem kurzen Video mit “bayrischem Motorpacing“ hinter einem Lkw bereit für die Romandie.

Die beginnt am Dienstag mit einem Prolog über 3,2 Kilometer, der im Normalfall eher an einen Spezialisten wie Ethan Hayter (Soudal – Quick-Step), Michael Leonard (Ineos Grenadiers) oder Jakob Söderqvist (Lidl – Trek) denn an einen Klassementfahrer gehen dürfte und bei dem, was an den nächsten Tagen noch kommt, eher nicht ins Gewicht fallen dürfte. Zwar wartet nur eine Bergankunft, doch sind an fünf Tagen trotzdem 14.000 Höhenmeter absolvieren. Ein längeres, zusätzliches Zeitfahren wie noch im Vorjahr gibt es nicht. Der Sieg wird am Berg entschieden.

Mehr Informationen zu diesem Thema

04.05.2026Red-Bull-Talent Tuckwell überzeugt bei Romandie-Premiere

(rsn) – "Was ist wichtiger: Top 5 oder vor Luke Plapp (Jayco - AlUla) zu sein?", wurde Luke Tuckwell (Red Bull - Bora - hansgrohe) vor der Schlussetappe der Tour de Romandie (2.UWT) von CyclingPro.n

03.05.2026Lipowitz: “Ich glaube, Pogacar war auch ziemlich am Limit“

(rsn) - Leysin als Zielort scheint Florian Lipowitz zu liegen, auch wenn er zweimal das oberste Treppchen verpasste. 2024 konnte der damals 23-Jährige sein erstes WorldTour-Podium im Schweizer Skiort

03.05.2026Pogacar macht in der Romandie am Schlussanstieg den Sack zu

(rsn) – Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) hat zu Ende gebracht, was er am Dienstag begann. Der 27-Jährige Weltmeister hat bei seiner ersten Teilnahme die Tour de Romandie (2.UWT) gewonnen â€

03.05.2026Paret-Peintre: “Wenn die Organisatoren wollen, dass Pogacar gewinnt …“

(rsn) – Dass es im Peloton immer wieder Ärger über Begleitmotorräder gibt, ist nichts Neues. Zu geringe Abstände zu den Fahrern, die Windschatten liefern, werden immer wieder bemängelt. Begüns

02.05.2026Tudor sichert beim Heimspiel Bergtrikot mit Thalmann ab

(rsn) – Der erste Zielstrich für das Tudor-Team bei seiner Heim-Rundfahrt, der Tour de Romandie (2.UWT), befand sich auf der 4. Etappe schon 41 Kilometer nach dem Start. Bis zu diesem Zeitpunkt mus

02.05.2026Lipowitz unterstreicht Status als Zweitbester in der Romandie

(rsn) – Einen Kilometer vor dem Gipfel des Jaunpasses war dann Schluss. Florian Lipowitz (Red Bull – Bora – hansgrohe) konnte dem Tempo von Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) nicht mehr f

02.05.2026Highlight-Video der 4. Etappe der Tour de Romandie

(rsn) – Im Ziel der gestrigen Etappe gab Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) noch die Verteidigung des Gelben Trikots der Tour de Romandie (2.UWT) als oberstes Ziel für das Schlusswochenende a

02.05.2026Pogacar stürmt vor starkem Lipowitz zum dritten Etappensieg

(rsn) – Nach einer Attacke am letzten Berg des Tages hat Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) die 4. Etappe der 79. Tour de Romandie (2.UWT) für sich entschieden. Der Weltmeister setzte sich Ã

02.05.2026Pogacar will “in erster Linie versuchen, das Trikot zu verteidigen“

(rsn) – Nach zwei Etappensiegen in Folge – beide im Sprint herausgefahren – musste sich Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) im Ziel der 3. Etappe der Tour de Romandie (2.UWT) mit Rang vier

01.05.2026Godon kämpft sich zurück und schlägt im Sprint Fisher-Black

(rsn) – Dorian Godon (Ineos Grenadiers) hat seinen zweiten Sieg bei der diesjährigen Tour de Romandie (2.UWT) gefeiert. Der Französische Meister entschied im Sprint einer rund 30-köpfigen Spitzen

01.05.2026Highlight-Video der 3. Etappe der Tour de Romandie

(rsn) – Auf der 2. Etappe musste sich Dorian Godon (Ineos Grenadiers) noch mit Rang zwei begnügen, einen Tag später war bei der Tour de Romandie (2.UWT) keiner schneller als der Franzose. Im Sprin

01.05.2026Fisher-Black: “Tadej war 10km/h schneller auf der anderen Seite“

(rsn) – Nachdem Florian Lipowitz auf der 1. Etappe zweiter geworden war, fuhr Red Bull – Bora – hansgrohe auf dem dritten Teilstück der Tour de Romandie (2.Pro) für Finn Fisher-Black. Für den

Weitere Radsportnachrichten

04.11.2026Schreurs darf endlich zurück in die Niederlande

(rsn) - In wenigen Worten auf den Punkt gebracht, deshalb aber nicht weniger interessant: In unserer Rubrik "Kurz gemeldet" fasst die Redaktion von radsport-news.com die Nachrichten aus der Welt des R

04.11.2026Sorgen Motorsportstrecken tatsächlich für sichereren Giro?

(rsn) – Eine ”moderne Route” wurde die Strecke des Giro d’Italia 2027 von Luca Guercilena genannt. Der Rundfahrt-Direktor berief sich bei dieser Einschätzung unter anderem auf die drei Rennst

04.11.202699 Stufen bis zum höchsten Podest

(rsn) – Am Donnerstag steht in Middelkerke, wo letztes Jahr die Em ausgetragen wurde, beim Nordzeecross der zweite Lauf der Superprestige an. Doch die Blicke in der Cyclocrosswelt richten sich schon

04.11.2026Beförderungen bei EF Education gehen in nächste Runde

(rsn) - In unserem ständig aktualisierten Transferticker informieren wir Sie regelmäßig über Personalien aus der Welt des Radsports. Ob es sich um Teamwechsel, Vertragsverlängerungen oder Rücktr

03.11.2026Guillen: Gravel-Passagen am legendären Angliru denkbar

(rsn) – Könnte einer der härtesten Anstiege im Radsport noch anspruchsvoller werden? Der Renndirektor der Vuelta a Espana will zwei alternative Routen auf den Alto de L’Angliru untersuchen lass

03.11.2026Unibet vermeldet neuen Head of Racing

(rsn) - In wenigen Worten auf den Punkt gebracht, deshalb aber nicht weniger interessant: In unserer Rubrik "Kurz gemeldet" fasst die Redaktion von radsport-news.com die Nachrichten aus der Welt des R

03.11.2026Alle Etappen des Giro d´Italia im Detail

(rsn) - Die Strecke des Giro d´Italia 2027 steht fest. Die Fahrer erwarten insgesamt 3419 Kilometer und 50.250 Höhenmeter von Trieste nach Rom. Die Strecke wurde in Rom präsentiert. Nicht weni

03.11.2026Alle Etappen des Giro d´Italia Women 2027 im Detail

(rsn) – Der Giro d’Italia Women wird 2027 über neun Etappen vom 29. Mai bis zum 6. Juni ausgetragen und führt von Viareggio an der ligurischen Küste zum Colle San Carlo. Dort findet zum Abschl

02.11.2026Nach 15 Jahren: Wegelius verlässt EF Education

(rsn) -Weitere Personalrochade bei EF Education – EasyPost: Der langjährige Sportdirektor Charles Wegelius verlässt das US-Team und schließt sich wohl der Schweizer Equipe Tudor ab der kommend

02.11.2026Lidl – Trek Future Racing gibt Aufgebot für 2027 bekannt

(rsn) – Lidl – Trek Future Racing, der U23-„Unterbau“ des deutschen WorldTour-Teams, hat sein Aufgebot für die kommende Saison bekanntgegeben. Unter den 16 Fahrern für 2027 sind elf Natio

02.11.2026Teutenberg wechselt zu Rembe – rad-net

Lea Lin Teutenberg wechselt nach zwei Jahren beim Team Lotto – Intermarché zur deutschen Equipe Rembe – rad-net. Nach neun Jahren als Profi auf WorldTour- oder ProTour-Level geht die 27-Jährig

02.11.2026Offiziell: Finn steigt ins Red-Bull-WorldTour-Team auf

(rsn) – Nach drei Jahren beim Team Grenke – Auto Eder und bei den Red Bull – Bora – hansgrohe Rookies steigt Lorenzo Finn ab der kommenden Saison ins WorldTour-Team auf. Dieser Schritt des 19

RADRENNEN HEUTE
  • Keine Termine