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02.05.2026 | (rsn) – Nach einer Attacke am letzten Berg des Tages hat Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) die 4. Etappe der 79. Tour de Romandie (2.UWT) für sich entschieden. Der Weltmeister setzte sich über 149,6 Kilometern zwischen Broc und Charmey als Solist mit 14 Sekunden Vorsprung auf Florian Lipowitz (Red Bull – Bora – hansgrohe) durch und baute mit seinem dritten Tagessieg in der Westschweiz seine Gesamtführung aus.
Lipowitz hatte einer ersten Attacke des Slowenen drei Kilometer vor dem Gipfel des Jaunpasses als einziger noch folgen können, musste dann aber passen, als Pogacar ein zweites Mal das Tempo forcierte.
Mit 1:42 Minuten Rückstand sicherte sich der Spanier Pablo Castrillo (Movistar) im Sprint der nächsten Verfolger den zweiten Platz vor dem Italiener Lorenzo Fortunato (XDS – Astana). Weitere fünf Sekunden dahinter wurde dessen kolumbianischer Teamkollege Sergio Higuita Fünfter vor dem Schweizer Yannis Voisard (Tudor) und Lipowitz‘ australischem Teamkollegen Luke Tuckwell.
“Das heute war pures Teamwork. Wir haben gesagt, wenn wir mit allen sieben Fahrern über die ersten beiden Anstiege kommen, können wir auf den Etappensieg zielen. Gratulation an jeden im Team, denn die erste Rennstunde war so hart. Dann noch die Ausreißergruppe einzuholen, zeigt, welchen fantastischen Job alle gemacht haben. Ich konnte es dann zu Ende bringen und bin sehr glücklich darüber“, kommentierte Pogacar im Ziel-Interview seinen ganz überlegen eingefahrenen siebten Saisonsieg.
Allerdings wehrte er sich gegen die Aussage, dass die Rivalen gegen ihn keine Chance hätten – auch wenn die Bilder genau diese Behauptung zu verdeutlichen schienen. “Ich bin da anderer Meinung. Die Gegner waren heute sehr stark. Es war sehr schwer, Florian (Lipowitz) am Ende abzuhängen. Er war sehr stark. In der Abfahrt hat er es mir nicht leicht gemacht, denn der Abstand blieb immer konstant. Es war heute definitiv nicht einfach. Ich bin sehr glücklich mit meiner Performance“, so der Slowene.
Tatsächlich blieb der Vorsprung auf Lipowitz, der sich seine Kräfte offensichtlich gut eingeteilt hatte und bei Pogacars Attacke nicht überzog, auf den letzten Kilometern konstant. Der Deutsche konnte dann sogar noch ein paar Sekunden davon abknapsen und bestätigte im Eurosport-Interview indirekt, dass er an diesem Tag “best of the rest“ gewesen sei.
“Ich habe mich den ganzen Tag über gut gefühlt. Der Plan war, so lange wie möglich an Pogi dranzubleiben. Am letzten Kilometer im Anstieg war ich dann völlig am Limit“, erklärte der 25-Jährige und fügte an: “Ich konnte nicht mehr tiefer gehen und habe versucht, für mich ein Tempo zu finden. Ich bin sehr zufrieden mit dem heutigen Tag, auch wie wir als Team gefahren sind. Großen Dank an das Team, ich bin sehr glücklich.“
Vor der abschließenden 5. Etappe, die über 3.542 Meter nach Leysin zur einzigen Bergankunft dieser Romandie-Rundfahrt führt, liegt Pogacar nun 35 Sekunden vor Lipowitz und 2:23 Minuten vor dem Franzosen Lenny Martinez (Bahrain Victorious), der in der Verfolgergruppe ankam und Rang 15 belegte. Neoprofi Tuckwell machte zwei Positionen gut und ist als Sechster (+2:49) zweitbester Red-Bull-Fahrer.
Pogacar baute auch seine Führung in der Punktewertung aus. Roland Thalmann (Tudor) gewann die ersten beiden Bergpreise des Tages und führt weiter die Bergwertung an, Martinez bleibt im Trikot des besten Jungprofis. Red Bull behauptete die Spitze der Teamwertung.
Zum Auftakt des Schlusswochenendes in der Romandie ging Red Bull - Bora – hansgrohe früh in die Offensive. Primoz Roclic stieß wenige Kilometer nach dem Start am ersten von drei Anstiegen zum Jaunpass – der aus drei verschiedenen Richtungen befahren wurde -, zur Gruppe des Tages, die sich kurz zuvor abgesetzt hatte und zu der auch Bergkönig Thalmann und zeitweise auch dessen deutscher Teamkollege Marco Brenner gehörten. Der Schweizer holte sich bei erneut besten Wetterbedingungen den Bergpreis der 2. Kategorie und danach auch noch an der zweiten Passage über den Jaunpass auch noch den der 1. Kategorie, um damit seine Führung in der Sonderwertung auszubauen.
Nachdem Brenner, der später das Rennen aufgab, und der Italiener Florian Samuel Kajamini (XDS – Astana) aus der Spitzengruppe zurückgefallen waren, bestand diese noch aus Thalmann, Roglic, dem Kanadier Michael Leonard (EF Education – EasyPost), den Franzosen Maxime Decomble (Groupama - FDJ United) und Valentin Paret-Peintre (Soudal Quick-Step) sowie dessen belgischem Teamkollegen Louis Vervaeke.
Das Sextett erarbeitete sich auf der Abfahrt einen Vorsprung von rund drei Minuten, ehe UAE auf nunmehr wieder ansteigender Strecke daran ging, den Rückstand planmäßig zu reduzieren. Im Anstieg zum Saanenmöser Pass (2.Kat.) fielen Thalmann und Decomble aus der Spitzengruppe heraus, fast zeitgleich verlor auch Georg Steinhauser (EF Education – EasyPost), der gestern als Ausreißer imponiert hatte, den Anschluss an das Feld, dessen Rückstand am Gipfel 40 Kilometer vor dem Ziel noch rund eineinhalb Minuten betrug.
Das Streckenprofil der 3. Etappe der Tour de Romandie | Foto: Veranstalter
An der Spitze sorgte Vervaeke für seinen Teamkollegen Paret-Peintre für Tempo, so dass der Abstand zum noch rund 70-köpfigen Feld kaum kleiner wurde. Am Fuß des letzten Anstiegs zum Jaunpass (1.Kat.) hatte der Belgier seine Arbeit erledigt und Roglic übernahm nun die Spitze, aus der nun auch Leonard zurückfiel. Nach einer Tempoverschärfung durch seinen letzten Helfer Felix Großschartner attackierte Pogacar gut drei Kilometer vor dem Gipfel und zog an den restlichen Ausreißern vorbei.
Lipowitz konnte mit kurzer Verzögerung als einziger die Lücke schließen und klemmte sich an das Hinterrad des Weltmeisters, der dann aber mit einer weiteren Beschleunigung gut einen Kilometer vor der Bergwertung seinen Gegner abschüttelte und die 17 Kilometer lange Abfahrt zehn Sekunden vor Lipowitz in Angriff nahm. Mit einer Minute Rückstand folgten unter anderem Martinez, Jörgen Nordhagen (Visma – Lease a Bike), Higuita, Voisard, Carlos Rodriguez (Ineos Grenadiers), der dann heftig stürzte, das Rennen aber fortsetzte, sowie Tuckwell, der mit weiteren Fahrern aufschloss.
Auf den letzten flachen Kilometern änderte sich an der Konstellation nichts mehr. Lipowitz kam nicht mehr näher an den Mann im Gelben Trikot heran, baute aber seinen Vorsprung gegenüber den uneinigen Verfolgern aus und konnte ein weiteres Spitzenergebnis in der Romandie verbuchen, um seinen zweiten Gesamtrang hinter Überflieger Pogacar zu festigen.
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