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22.12.2024 | (rsn) - Ceylin del Carmen Alvarado (Fenix – Deceuninck) hat in und an der berühmten Kuil den Cross-Weltcup von Zonhoven gewonnen. Nach einem spannenden Rennen verwies sie Zoe Bäckstedt (Canyon – Sram), die lange solo in Front lag, auf den zweiten Platz. Dritte wurde Lucinda Brand (Baloise – Trek Lions), die damit ihre Führung im Klassement ausbaute. Inge van der Heijden (Corendon – Crelan) wurde vor Puck Pieterse (Fenix – Deceuninck) Vierte.
Mit ihrem achten Saisonsieg ist Alvarado nun die erfolgreichste Crosserin des Winters. Im Ziel-Interview schilderte sie ihren relativ mäßigen Auftakt ins Rennen: “Ich hatte vor allem in den ersten beiden Runden Probleme mit kalten Händen. Danach habe ich aber Fahrt aufgenommen und dann wurde es auch warm.“ In Hulst hatte sie am Vortag mit Rang acht ihr mit Abstand schlechtestes Ergebnis dieses Winters produziert. “Heute ist zum Glück nicht gestern! Gestern habe ich 20 Minuten vor dem Start alles rausgekotzt. Da hatte ich sowieso keiner großer Erwartungen“, blickte sie zurück.
In Zonhoven lief es bei besserer Gesundheit sofort wieder wie gewohnt. “Ich hatte gehofft, dass das gestern ein einmaliges Problem war. Ich hatte gut geschlafen und konnte heute Morgen und gestern Abend alles im Körper behalten“, so die 26-Jährige. Dass sie erneut auf dem höchsten Podest stehen würde, erwartete sie wegen des Schnellstarts von Bäckstedt zunächst nicht: “Sie fuhr weit weg. Ich war bei Lucinda am Rad und wir sind zwei Athletinnen, die immer alles geben. Irgendwann kamen wir Bäckstedt doch sehr nah, da habe ich realisiert, dass es doch um den Sieg geht.“
Bäckstedt sorgte mit dem zweiten Rang für das beste Weltcup-Resultat ihrer Karriere, nachdem sie zuvor viermal Dritte geworden war. Bis nach der Hälfte des Rennens sah es aus, als würde sie, wie Marie Schreiber (SD Worx – Protime) am Vortag in Hulst, mit einem Start-Ziel-Sieg zu ihrem ersten Weltcup-Sieg fahren können. “Da habe ich die ersten zwei Runden auch dran gedacht“, gab sie zu. “Letztendlich waren Ceylin und Lucinda aber superstark. Mit Lucinda konnte ich aber noch um den zweiten Rang kämpfen. Ich habe alles gegeben und sie zum Glück vor der Ziellinie hinter mir gelassen“, freute sich die 20-Jährige.
Eher unglücklich über ihren dritten Platz war Brand, die zwischenzeitlich führte, ihren Vorsprung aber durch Probleme in einer der Sandpassagen, die sie heute mehrmals Zeit kosteten, verlor. “Das ist einfach eine ätzende Passage, die mir schon mein ganzes Leben Schwierigkeiten macht.“ Ihr Teamchef Sven Nys persönlich eilte zu Hilfe, um seinem Schützling technische Tipps zuzurufen. “Es ist leider völlig egal, was sie sagen. Es hilft mir einfach nicht“, gab sich die Weltcup-Führende resigniert.
Elisabeth Brandau (EBE Racing) erwischte dieses Mal einen ordentlichen Start und bog als 34. ins Gelände ein. In den ersten drei Minuten büßte sie aber 15 Positionen ein, wodurch auch Kaija Budde (Peter Pane – Nagel) kurzzeitig an ihr vorbeizog. Danach rappelte sich die 39-Jährige auf und kämpfte sich nach 1:02:35 Stunden Fahrtzeit zurück bis auf Platz 38. Sie war die einzige der fünf Deutschen, die den Wettkampf bis zu Ende bestreiten durfte. Stefanie Paul wurde am Ende des vierten Umlaufs aus dem Rennen genommen und wurde drei Positionen vor Budde als 61. gewertet.
Nach fünf von elf Weltcups führt Brand mit 31 Punkten vor Schreiber, die das Ziel als Siebte erreichte. Das nächste Event der Serie findet am 26. Dezember in Gavere statt.
Schreiber startete erneut am besten, wurde im Gegensatz zum Vortag nun aber schnell von Bäckstedt überholt. Die junge Britin zog sofort davon, doch sie wurde durch eine schlechte Passage in einem Sandanstieg von Annemarie Worst (Reds) fast eingeholt. Bei der ersten Zielpassage nach fast neun Minuten trennten die beiden fünf Sekunden. Brand, Schreiber, Kata Blanka Vas (SD Worx – Protime), Alvarado, Leonie Bentveld (Pauwels Sauzen – Bingoal) und van der Heijden lagen 15 Sekunden hinten und wurden von Pieterse gejagt.
Die Niederländerin schloss die Lücke, während Worst nach der ersten Abfahrt in die Kuil in einer Kurve stürzte und wenig später weinend mit Schmerzen am linken Arm aufgab. In der Verfolgergruppe erhöhte Brand derweil die Schlagzahl, was Bentveld und Schreiber überforderte. Davon unbeeindruckt zeigte sich die Spitzenreiterin, die ihren Vorsprung weiter ausbaute und die dritte von sechs Runden 22 Sekunden vor van der Heijden und Brand in Angriff nahm. Pieterse, Alvarado und Vas lagen weitere sieben Sekunden hinten.
Anschließend begann Bäckstedt Federn zu lassen. Die Rennhälfte erreichte sie 16 Sekunden vor Brand und van der Heijden, Alvarado probierte den Sprung zu ihren beiden Landsfrauen. Sie hatte sich etwas von Vas und Pieterse abgesetzt. Van der Heijden konnte dem Druck ihrer Begleiterin nicht mehr standhalten, sie fiel zu Alvarado zurück und Brand verkleinerte ihren Rückstand bereits in der ersten Abfahrt zur Kuil um weitere vier Sekunden. Dieser Trend setzte sich fort und die Weltcup-Führende holte die Britin im inzwischen strömenden Regen bei der zweiten Passage in der Kuil ein. Brand fackelte nicht lang und setzte sich direkt ab.
Durch einen technischen Fehler im Sandanstieg verlor sie aber wenig später viel Boden. Bäckstedt übernahm erneut die Spitze, dahinter schloss Alvarado zu Brand auf. Die beiden Niederländerinnen gingen fünf Sekunden hinter der Spitzenreiterin in den fünften Umlauf. In der ersten Abfahrt in die Kuil schlossen Brand und Alvarado die Lücke nach vorn, vor allem da die Frau im Weißen Trikot erneut die schnellste Linie nach unten fand. In der Kurve vor dem Sandanstieg leistete sich Alvarado in erster Position liegend einen Fehler, mit dem sie ihre Begleiterinnen aufhielt. Im Gegensatz zu den anderen beiden kam sie aber schnell wieder aufs Rad, während Brand mit ihren Pedalen kämpfte und zehn Sekunden verlor.
In der Kuil verlor derweil die 19-jährige Ava Holmgren (Lidl – Trek) ihren neunten Platz durch einen schweren Sturz in der Kuil. Sie gab das Rennen auf. Etwas mehr als zwei Minuten davor ging Alvarado 11 Sekunden vor Brand und Bäckstedt auf die Schlussrunde. Dort ließ die Führende nichts mehr anbrennen. Im heute entscheidenden Sandanstieg erlaubte sich Brand dieses Mal keinen Schnitzer. In den letzten Minuten entpuppte sich die Canyon-Fahrerin aber als stärker. Sie sprintete der Niederländerin davon und wurde hinter Alvarado Zweite.
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