Viele Stürze und Platten beim Schnee-Weltcup

Keine Panik! Van der Poel dominiert in Zonhoven

Von Kevin Kempf

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Mathieu van der Poel (Alpecin - Premier Tech) hat den Cross-Weltcup in Zonhoven gewonnen. | Foto: Cor Vos

04.01.2026  |  (rsn) – Mathieu van der Poel (Fenix – Premier Tech) hat beim Weltcup in Zonhoven einen Start-Ziel-Sieg gefeiert und damit seinen dritten Erfolg am erst vierten Tag dieses Jahres eingefahren. Auf dem verschneiten Kurs setzte der Weltmeister sich schon in der Auftaktrunde von allen Konkurrenten ab und führte so bei seinem neunten Saisonsieg bei ebenso vielen Einsätzen vom ersten bis zum letzten Meter. Außerdem übernahm er die Weltcup-Führung vom verletzten Laurens Sweeck (Crelan – Corendon).

Sein Teamkollege Tibor Del Grosso sicherte sich mit 45 Sekunden Rückstand den zweiten Platz. Der Niederländische Meister hatte sich im Finale von Emiel Verstrynge (Crelan – Corendon) gelöst, der Belgier wurde Dritter wurde Den Zweiersprint um den vierten Rang entschied in einem belgischen Duell Niels Vandeputte (Alpecin – Premier Tech) vor Toon Aerts (Charles Liegeois – Deschacht) für sich.

Sein sechster Sieg in Zonhoven war der saisonübergreifend 20. in Serie für den siebenmaligen Weltmeister, der trotz der schwierigen Umstände technisch einwandfrei seine Runden drehte. “Der schnelle Start war nicht so geplant, aber ich kam einfach gut weg. Dann wollte ich einfach eine Stunde lang mein Ding machen. Bevor ich jetzt nach Spanien fliege, war es schön, eine Stunde Vollgas zu fahren“, erzählte van der Poel, der auch bei seinen zwei Platten nicht in Panik geriet: “Nein. Ich hatte einen ziemlich großen Vorsprung. Das hat aber meinen guten Flow etwas gebrochen. Es hat meinen Beinen auch wehgetan, denn der Weg zum Materialposten war noch weit.“

Del Grosso egalisierte als Zweiter sein bestes Weltcup-Ergebnis, das er vor einer Woche in Dendermonde erzielt hatte. Dabei lief es anfangs nicht rund beim 22-Jährigen. “Mein Start war nicht großartig und ich brauchte etwas, um reinzukommen. Dann lief es aber immer besser und ich bin meiner Gruppe davongefahren. Mein Sturz war ein bisschen dumm – einen Platten hatte ich auch noch. Es war nicht ideal“, fasste er seinen Wettkampf zusammen.

Die fünf Deutschen fanden sich nach dem Start um den 50. Platz herum ein. Am schlechtesten weg kam Max Heiner Oertzen (Radsport Nagel), der aber schon nach der ersten Runde hinter dem inzwischen auf Rang 43 fahrenden Fabian Eder (Stop&Go Marderabwehr) auftauchte. Den bis dahin besten Deutschen ließ Oertzen dann schnell hinter sich, um anschließend bis auf Rang 28 vorzufahren. Damit erzielte der 19-Jährige sein bestes Weltcup-Ergebnis bei der Elite. Mees Hendrikx (Heizomat – Cube) erreichte als Zehnter zum sechsten Mal bei neun Rennen die Top Ten. Der Niederländer ist nun Gesamtneunter.

Im Klassement ist van der Poel der neue Spitzenreiter. Thibau Nys (Baloise – Het Poetsbureau Lions) konnte nach einem schweren Sturz als 19. nur sieben Punkte mitnehmen. Er ist mit zehn Zählern Rückstand Gesamtzweiter vor Michael Vanthourenhout (Pauwels Sauzen – Altez), der als Tagessechster im Klassement dreizehn Punkte hinter dem Führenden liegt. Einen Zähler dahinter wird Sweeck geführt, der diesen Winter nicht mehr ins Renngeschehen eingreifen wird. 

Der zehnte von zwölf Weltcups findet am 18. Januar in Benidorm statt.

So lief der Weltcup in Zonhoven:

Van der Poel erwischte den besten Start und setzte seine Gegner sofort unter Druck. Nur Aerts konnte sich nach 1:30 Minuten noch am Hinterrad des Weltmeisters halten, doch auch der Europameister kassierte dann Radlänge um Radlänge Rückstand. Bei der ersten Zielpassage trennten die beiden elf Sekunden. Verstrynge, Nys und Vandeputte lagen vier weitere Sekunden zurück.

Dieses Trio holte Aerts ein und erhielt dann, Begleitung von Del Grosso. Die Gruppe lag eingangs der dritten Runde 30 Sekunden hinter dem Spitzenreiter. Vanthourenhout wies weitere fünf Sekunden Rückstand auf.

Del Grosso wollte den Anschluss des Belgiers verhindern und erhöhte die Schlagzahl deutlich. Er setzte sich einige Meter ab, landete in einer Kurve aber auf dem Boden. Die Gruppe kam wieder zusammen und auch Vanthourenhout roch wieder Lunte. Da die Fünf sich eine Verschnaufpause gönnte, konnte er aufschließen. Das Sextett schloss den dritten von acht Umläufen 42 Sekunden nach dem Spitzenreiter ab.

Van der Poel auch durch Platten nicht zu stoppen

Kurz vor der ersten Kuil-Durchfahrt handelte sich van der Poel einen Platten ein, wodurch sein Vorsprung auf 20 Sekunden schrumpfte. Nys wollte die Gelegenheit beim Schopfe packen und machte Druck. Er schob sich weitere drei Sekunden an van der Poel heran und schüttelte Aerts, Vandeputte und Vanthourenhout ab. Dann aber lag der Belgische Meister plötzlich hinter der Absperrung. Beim Sturz war sein Lenker gebrochen. Del Grosso und Verstrynge erreichten 30 Sekunden nach dem Führenden die Rennmitte.

Nys hatte noch einen weiten Weg bis zum Materialposten, einen großen Teil davon musste er zu Fuß zurücklegen. Besonders in der Kuil wurde er dafür frenetisch bejubelt. Als er sein Arbeitsgerät endlich wechseln konnte, war er auf Platz 23 zurückgefallen. Während es nun kaum noch Positionskämpfe gab, überzeugte Del Grosso mit einem technischen Kabinettstückchen, als er die erste Ausfahrt aus der Kuil im Sand auf dem Rad bewältigte, was keinem anderen Fahrer gelang. Damit schüttelte er Verstrynge ab. Die nächste Zielpassage erreichte van der Poel 31 Sekunden vor seinem Teamkollegen, der wiederum Verstrynge sieben Sekunden abgenommen hatte. Aerts, Vanthourenhout und Vandeputte wiesen mehr als eine Minute Rückstand auf.

Vor der Schlussrunde wuchsen alle Abstände an der Spitze weiter an, nur Verstrynge blieb mit acht Sekunden Rückstand auf Del Grosso noch immer in Schlagweite. Der Belgier konnte den Niederländischen Meister im Finale aber nicht mehr gefährden. Del Grossor wurde Zweiter hinter seinem Teamkollegen, der sein Rennen einsam und souverän zu Ende brachte.

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