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18.01.2026 | (rsn) – Nach zwei sieglosen Rennen in Folge hat Lucinda Brand (Baloise – Het Poetsbureau Lions) beim Weltcup im spanischen Benidorm nach 16 Tagen erstmals wieder zugeschlagen und ihren 18. Sieg im 22. Saisonrennen gefeiert. Kurz nach der Rennhälfte ließ die Niederländerin sechs Begleiterinnen entscheidend hinter sich. Ihre Landsfrau Ceylin del Carmen Alvarado (Fenix – Premier Tech) sicherte sich mit zehn Sekunden Rückstand den zweiten Platz knapp vor den Französinnen Amandine Fouquenet (Pauwels Sauzen – Altez / +0:12) und Celia Gery (A.S. Bike / +0:12), Fünfte wurde die Tschechin Kristyna Zemanova (Brilon / +0:52).
Im Gesamtweltcup liegt Brand vor den letzten beiden Rennen uneinholbar in Front und kann damit die Titelverteidigung feiern.
Für die 36-Jährige bedeutete der Sieg zugleich der 63. Podiumsplatzierung in Serie. Bei den Frauen ist Brand diesbezüglich schon seit einiger Zeit Rekordhalterin, doch auch die geschlechterübergreifende Bestmarke kommt in Sichtweite: Bei der WM in Hulst könnte Brand mit ihrem Landsmann Mathieu van der Poel, der 66 Mal in Folge unter die besten Drei fuhr, gleichziehen – sollte der Weltmeister nicht seinerseits weiter zuschlagen.
In Benidorm baute Brand ihre Serie eindrucksvoll aus – und war dabei mal wieder die stärkste Fahrerin. “Das ist ein gutes Gefühl“, meinte sie erleichtert im Ziel-Interview. Auf dem schnellen, aber auch technischen Kurs wurde lange Zeit taktisch gefahren. “Gerade in der ersten Hälfte der Runde war das der Fall. Insgesamt war es sehr schwer. Die Kombination aus den vielen Kurven und dem langen Anstieg auf der Zielgerade tut weh. Es war sicher nicht einfach“, so Brand.
Deutsche, Österreicherinnen und Schweizerinnen waren in Spanien nicht am Start. Die Luxemburgerin Marie Schreiber (SD Worx – Protime) startete diesmal nicht gut, kämpfte sich aber schon in der zweiten Runde in die Top Ten vor und beendete das Rennen als Achte. Die Niederländerin Mae Cabaca (Heizomat – Cube) kam auf Rang 32 ins Ziel.
Nach zehn von zwölf Weltcups dieses Winters führt Brand die Gesamtwertung uneinholbar an. Ihr Vorsprung auf Aniek van Alphen (Seven), die in Benidorm nur 14. wurde, beträgt 110 Punkte. Maximal 80 können bei den letzten beiden Wettbewerben noch gesammelt werden. Der elfte Lauf wird am 24. Januar in Maasmechelen ausgetragen, das Finale in Hoogerheide findet einen Tag später statt.
Während Fouquenet als Erste ins Gelände einbog, musste van Alphen nach rund einer Minute an einem kleinen Hügel vom Rad, als sie mit einer Kontrahentin kollidierte. Die Niederländerin stürzte zwar nicht, büßte aber viele Positionen ein. Die Französin dagegen setzte die Konkurrenz unter Druck und zog das Feld auseinander. Bei der ersten Zieldurchfahrt waren nur noch Brand und Shirin van Anrooij (Baloise – Het Poetsbureau Lions), Gery sowie Kata Blanka Vas (SD Worx – Protime) an ihrem Hinterrad.
Zemanova und Alvarado schienen zurückkehren zu können, doch dann übernahm Brand das Kommando, wodurch aber nur ihre Teamkollegin über Bord ging. Da vorn die Beine hochgenommen wurde, kam van Anrooij aber mit Alvarado und Zemanova wieder heran. Auf der ansteigenden Zielgerade fiel das Trio aber dann wieder zurück, als Brand ein weiteres Mal beschleunigte.
Zwar kamen die Drei ein weiteres Mal wieder heran, die Kräfteverhältnisse waren aber da schon deutlich. Die Rennhälfte erreichte das Septett 25 Sekunden vor sechs Verfolgerinnen um Schreiber und Zoe Bäckstedt (Canyon – SRAM – zondacrypto). Im vierten von sechs Umläufen griff Brand erneut an. Die beiden Französinnen folgten zunächst, mussten rund zwei Minuten später aber passen.
Die fünfte Runde nahm Brand zehn Sekunden vor den beiden Verfolgerinnen in Angriff. Die wurden danach von Alvarado eingeholt. Die Niederländerin eröffnete nun auch die Jagd auf ihre Landsfrau an der Spitze, kam aber nur kurzzeitig etwas näher. Letztendlich war die Weltranglistenerste auch an diesem Tag zu stark. Eingangs der Schlussrunde bezahlte Alvarado dann den Preis für ihre Anstrengungen, als sie den beiden Französinnen bergauf nicht folgen konnte.
Im Gelände schloss die Niederländische Meisterin dann aber wieder im Kampf um Platz zwei auf. Aus dem verabschiedete sich dann plötzlich Gery und auch Fouquenet konnte Alvarado in einer technischen Passage nicht mehr das Tempo mitgehen. Während Brand den Sieg sicherstellte, konnte sich die Fenix-Fahrerin auf der Zielgeraden knapp vor dem französischen Duo ins Ziel retten, wobei Gery ihre Landsfrau fast noch überholt hätte, letztendlich aber Vierte wurde.
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