Milan stürzt im Finale

Del Toro schlägt gleich zum Auftakt der UAE Tour zu

Von Marc Zeiringer und Sebastian Lindner

Foto zu dem Text "Del Toro schlägt gleich zum Auftakt der UAE Tour zu"
Isaac Del Toro (r.) gewinnt den Auftakt der UAE Tour. | Foto: Cor Vos

16.02.2026  |  (rsn) – Isaac Del Toro (UAE – Emirates – XRG) hat der Konkurrenz gleich zum Auftakt der UAE Tour (2.UWT) die lange Nase gezeigt und das Finale der 1. Etappe am Liwa Palace gewonnen. Auf der mit bis zu acht Prozent stark ansteigenden Zielgerade, auf der vor einem Jahr noch Jonathan Milan (Lidl – Trek) gewonnen hatte, setzte der Mexikaner 400 Meter vor dem Ziel zu einem Sprint an, überraschte damit seine Rivalen und verteidigte seinen Vorsprung bis zum Zielstrich.

Cees Bol (Decathlon – CMA CGM) war dem 22-Jährigen zwar noch nahegekommen, schaffte es aber nicht mehr an ihm vorbei. Rang drei mit beträchtlichem Abstand ging an Antonio Tiberi (Bahrain Victorious). In Matteo Malucelli (XDS - Astana) folgte dann wieder ein Sprinter, der das Wechselspiel aus Klassementfahrern und endschnellen Männern im Ergebnis fortsetzte.

Milan, der auch in diesem Jahr wieder Topfavorit auf den Tagessieg war, konnte dieses Mal aber nicht eingreifen. Er stürzte im letzten Kreisverkehr des Tages zwei Kilometer vor dem Ziel. Doch schon zuvor hatte Lidl - Trek Probleme, sich zu organisieren.

Und so nutzte Del Toro die Gunst der Stunde. "Ich habe mir vor der Etappe gedacht, dass ich vielleicht eine Chance habe. Es war aber nicht wirklich realistisch während der Etappe", sagte er im Siegerinterview. "Ich habe die Möglichkeit gesehen und es versucht, weil ich es nicht bereuen wollte es nicht zu probieren." So steht am ersten Renntag der Saison der erste Sieg inklusive des Führungstrikots - und zehn Sekunden Vorsprung auf Remco Evenepoel (Red Bull - Bora - hansgrohe) und die weiteren Klassementaspiranten.

Wie auch in der Vorwoche in Europa, wo nahezu alle Rennen vom Wind beeinträchtigt verkürzt oder gar abgesagt wurden, musste auch in den Emiraten an der Strecke gefeilt werden. Aus den ursprünglich 144 Kilometern wurden, als die Etappe bereits im Gang war, 118 Kilometer, was auf den Rennverlauf an sich aber keinen Einfluss hatte. Start und Ziel blieben unverändert. Lediglich eine Runde durch die Dünen wurde aufgrund zu starker Verwehungen aus dem Programm gestrichen.

So lief die 1. Etappe der UAE Tour 2026

Bereits am Start in Madinad Zayet war klar, dass starker Wind die Fahrer auf dem eigentlich 144 Kilometer langen Teilstück begleiten würde. Silvan Dillier (Alpecin – Premier Tech) setzte nach zehn Kilometern die erste Attacke und schaffte es auch sich vom Hauptfeld zu lösen. Der Schweizer baute daraufhin einen Vorsprung von bis zu zwei Minuten auf. Obwohl er nach 40 Minuten ein Laufrad wechseln musste, war er beim ersten Zwischensprint des Tages nach 54 Kilometern in Liwa noch klar vorn. Acht Punkte sammelte er auf sein Konto.

Das Profil der 1. Etappe der UAE Tour 2026 |Grafik: RCS

Langsam, aber stetig erhöhte das Peloton danach das Tempo und verringerte so den Abstand auf Dillier auf unter eine Minute. Nach 80 absolvierten Kilometern entschied die Jury, die Etappe auf 118 Kilometer zu verkürzen. Aufgrund der hohen Windgeschwindigkeiten war in den Dünen viel zu viel Sand auf die Straßen geweht worden, der ein erhöhtes Sicherheitsrisiko darstellte. Nur kurz danach stürzten Cole Kessler und Byron Munton (beide Modern Adventure) in einem Kreisverkehr auf dem rutschigen Asphalt. Weitere Fahrer mussten ausweichen, doch alle konnten das Rennen wieder aufnehmen.

Durch die Verkürzung waren plötzlich nur noch 50 Kilometer übrig, und das Peloton entschied sich, den Abstand auf Dillier weiter zu verringern. Kurz vor dem zweiten Zwischensprint des Tages, der nun 26 Kilometer vor dem Ende abgenommen wurde, wurde der Schweizer vom Hauptfeld eingeholt. Den Zwischensprint sicherte sich Topfavorit Milan, der acht Punkte sowie drei Bonussekunden sammeln konnte. Dahinter sprinteten Ben Tulett (Visma – Lease a Bike), Lennert Van Eetvelt (Lotto – Intermarché) und Luke Plapp (Jayco – AlUla) auf die Plätze.

Während die ersten knapp 90 Kilometer fast ausschließlich mit Rückenwind und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 50 km/h bestritten wurden, mussten die Fahrer in den letzten 30 Kilometern der Etappe gegen starken Gegenwind ankämpfen. Das Tempo war sehr gering und so formten sich die Sprinterzüge erst spät. Zehn Kilometer vor dem Ende wurde dann aber die Geschwindigkeit angezogen. Im letzten Kreisverkehr zwei Kilometer vor dem Ende ereignete sich ein Sturz, in den auch Topfavorit Milan verwickelt war.

Somit war der Weg frei für andere Sprinter und Klassementfahrer. Denn entgegen einiger Erwartungen attackierte Del Toro 400 Meter vor dem Ende des steilen Schlussabschnitts, fuhr sich einen kleinen Vorsprung heraus und schaffte es so, die Etappe vor Bol und Tiberi für sich zu entscheiden.

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