Van-Gils-Start bei Ruta del Sol ungewiss

Christen disqualifiziert - und nicht zum ersten Mal in der Saison auffällig

Von Sebastian Lindner

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Maxim Van Gils wird von Jan Christen kurz vor dem Ziel in die Bande gedrängt und stürzt. | Foto: Cor Vos

16.02.2026  |  (rsn) – Während Tim Wellens bei der Classica Jaen bereits den zwölften Saison Sieg für UAE – Emirates – XRG eingefahren hat, endete der Tag für seinen Teamkollegen weniger charmant. Der Schweizer war zwar als Dritter über den Zielstrich in Ubelda gefahren, doch es dauerte nicht lange, ehe die UCI einschritt und dem 21-Jährigen das Ergebnis wieder abspenstig machte. Die Jury relegierte Christen nicht nur, sie disqualifizierte ihn. Und zwar wegen gefährlichen Fahrens. Im Kampf um das Podium gegen Tom Pidcock (Pinarello – Q36.5) und Maxim Van Gils (Red Bull – Bora – hansgrohe) packte Christen eine mit keiner Radsportregel der Welt in Einklang zu bringende Linienwahl in seinem Sprint aus. Als er damit Van Gils schon in die Nähe der Bande gedrückt hatte, fuhr er zudem den Ellbogen aus.

Es gab (wahrscheinlich) eine kleine Berührung zwischen Christen und Van Gils, der Belgier verlor die Kontrolle über sein Rad und stürzte übel. Während weitere Gruppe ins Ziel kamen, lag der 26-Jährige noch immer auf dem Boden in Höhe der 150-Meter-Marke. Er beendete das Rennen nicht. Wie sein Team mitteilte, schaffte er es später allerdings noch auf eigenen Füßen zum Mannschaftsbus. Ins Krankenhaus wurde er trotzdem gebracht. Sein geplanter Start bei der Ruta del Sol ab Mittwoch ist fraglich.

Christen hingegen wird dort planmäßig am Start stehen. Es wäre an der Zeit, seine Saison in ruhigere Fahrwasser zu bringen. Denn obwohl der Youngster im UAE-Team auch schon zwei Siege zur Erfolgsbilanz der Mannschaft beisteuern konnte, indem er eine Etappe und die Gesamtwertung der AlUla Tour (2.Pro), fiel er im Saisonverlauf bislang nicht nur positiv auf. In Saudi Arabien kassierte er schon auf der 1. Etappe eine 20-sekündige Zeitstrafe, weil er zu lange im Windschatten seines Autos saß, um nach einem Sturz den Weg zurück ins Peloton zu schaffen – in einer rennentscheidenden Phase.

Und auch nach der 4. Etappe, die ihm den Gesamtsieg sicherte, verhielt sich Christen nicht regelkonform. Einige Minuten, nachdem er gewonnen hatte, aber noch bevor alle Fahrer das Ziel erreicht hatten und der Wettkampf offiziell beendet war, überquerte er den Strich ein zweites Mal – mit Handy vor der Nase. Sowohl das eine als auch das andere ist so in den UCI-Regularien nicht vorgesehen. “Ich hatte die letzte Etappe bereits hinter mir, also ging ich zum Auto, nahm den Recovery-Shake, bereitete die Ausrüstung vor und wir kamen mit dem Fahrrad zurück“, sagte Christen später. “Ich kannte den Weg zum Hotel nicht hundertprozentig, also musste ich ihn überprüfen.“ In der Regel schützt Unwissenheit vor Strafe nicht, Christen kam jedoch ohne Sanktionen davon und galt hier und da – in Kombination mit der ersten, in vielen Augen zu milden Strafe – nicht gerade als verdienter Sieger.

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