Trotz Krankheitspause ambitioniert

Aufbau als Algarve-Ausreißer: Red Bull mit Lipowitz´ Formkurve zufrieden

Von Christoph Matt

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Florian Lipowitz (Red Bull - Bora - hansgrohe) attackierte 50 Kilometer vor dem Ziel. | Foto: Cor Vos

22.02.2026  |  (rsn) - Allzu große Erwartungen schien Florian Lipowitz (Red Bull - Bora - hansgrohe) vor der letzten Etappe der 52. Algarve-Rundfahrt nicht zu haben. Der 25-Jährige hatte vor dem Rennen in Portugal nur das Teamzeitfahren der Mallorca Challenge bestritten. Anschließend wurde Lipowitz krank und verbrachte eine Woche im Bett. Kein idealer Saisonstart, dennoch reiste der Deutsche nicht ganz ohne Form an die Algarve.

"Ich denke, die Beine sind im Moment noch nicht ganz da. Wir können mit dem aktuellen Stand zufrieden sein, aber es gibt auf jeden Fall noch Arbeit“, dämpfte der Deutsche vor der Schlussetappe gegenüber Eurosport die Erwartungen. Die Vorbereitung reichte aber immerhin für den neunten Rang im Einzelzeitfahren und Platz acht in der Gesamtwertung.

Auf der letzten Etappe zeigte Lipowitz dann aber doch, dass er trotz seiner nicht optimalen Form Ambitionen auf den Tagessieg hatte. Im Kampf um die Fluchtgruppe des Tages schickte das Team Jan Tratnik (Red Bull - Bora - hansgrohe) nach vorne, ein taktischer Schachzug, den Patxi Vila, Sportlicher Leiter der Mannschaft, bereits im Vorfeld der Etappe erahnen ließ: "Die Etappe bietet verschiedene taktische Optionen. Wir werden versuchen, unsere Karten so gut wie möglich zu spielen. Der Start des Rennens wird wahrscheinlich der wichtigste Teil sein.“

Mit Tratnik als Relaisstation attackierte Lipowitz 50 Kilometer vor dem Ziel aus dem Feld und schloss schnell zur Spitze des Rennens auf, wo er sich bis ins Finale hielt. Die letzten zwölf Kilometer hatte er nur noch Kevin Vauquelin (Ineos Grenadiers) an seiner Seite. Am Fuße des Schlussanstiegs wurden beide eingeholt. Lipowitz erreichte das Ziel mit 49 Sekunden Rückstand als 13.

"Ich bin wahrscheinlich etwas müde hier ins Rennen gegangen. Das Niveau ist extrem hoch, das sieht man hier und schon bei den UAE-Rennen. Es gibt viele sehr starke Fahrer. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir für Katalonien bereit sein werden“, resümierte Lipowitz, der trotz der Ein- und Überholung durch die Favoritengruppe seinen achten Platz in der Gesamtwertung verteidigen konnte. Damit rangierte er direkt hinter Daniel Felipe Martinez, einem weiteren RB-Profi.

"Die Woche an der Algarve war ein intensiver Gradmesser zum Saisonauftakt. Fünf Tage mit Sprintentscheidungen, anspruchsvollen Bergankünften und einem fordernden Zeitfahren lieferten wertvolle Erkenntnisse", resümiert Red Bull auf der Teamhomepage. "Zwei Podestplätze im Sprint (von Jordi Meeus), solide Leistungen gegen die Uhr und zwei Fahrer in den Top 10 der Gesamtwertung – die Bilanz fällt klar positiv aus und stimmt zuversichtlich für die kommenden Aufgaben."

Doppelspitze in Katalonien

Zu denen gehört neben der nächste Woche mit dem Openingsweekend beginnenen Klassikerkampagne auch die von Lipowitz angesprochene Katalonien-Rundfahrt in einem Monat, bei der auch Remco Evenepoel auf der Startliste steht. Sie wird das erste große Saisonziel von Lipowitz sein. Dort wird die Mannschaft zum ersten Mal mit der Doppelspitze vertreten sein, die auch bei der Tour de France die Taktik sein dürfte.

Lipowitz wartet außerdem auch noch auf seinen ersten Sieg auf World-Tour Niveau, gibt sich damit aber geduldig: “Ein Sieg bei einer einwöchigen Rundfahrt wäre natürlich sehr schön. Aber im Moment setze ich mir kein großes Ziel im Kopf fest. Ich möchte einfach Rennen fahren und dann sehen, wo wir stehen. Natürlich ist es ein Ziel, irgendwann eine zu gewinnen, aber wir müssen abwarten, wie es läuft.”

Spannend wird, wie sich die vier Wochen Vorbereitung bis zum nächsten Start auf die Form des Deutschen auswirken. Möglicherweise wird Lipowitz zwei Wochen später auch bei der Baskenland-Rundfahrt an den Start gehen.

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