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23.02.2026 | (rsn) – Es ist noch gar nicht so lange her, da wehrten sie sich bei UAE – Emirates – XRG mit Händen und Füßen gegen diesen Vergleich. “Sie sind sehr unterschiedliche Fahrer und es gibt keinen Grund, sie zu vergleichen“, hatte Matxin Fernandez, Sportdirektor des Teams, zu Velo gesagt. Und: “Das ist nicht fair für einen Fahrer, der noch alles vor sich hat. Es gibt nur einen Tadej, und wir müssen Isaac Zeit geben, sich zu entwickeln.” Das war nach der Vuelta 2024. Del Toro hatte seine erste dreiwöchige Landesrundfahrt als 36. beendet. Etwa anderthalb Jahre sind seitdem vergangen. Und 21 Siege. Darunter Etappen beim Giro d`Italia, bei italienischen Eintagesrennen oder nun auch bei der UAE Tour.
Zwei Etappen und die Gesamtwertung, seine erste auf höchstem Level, hat Del Toro, das mexikanische Wunderkind, beim Heimrennen des Teams gewonnen. “Es ist wirklich etwas ganz Besonderes, mein erstes WorldTour-Etappenrennen zu gewinnen. Ich bin superglücklich mit den Jungs, sie haben mir enorm geholfen. Ich könnte nicht stolzer sein. Ich werde mich immer an diese UAE Tour erinnern.“ Es sprudelte nur noch heraus aus dem 22-Jährigen, kurz nachdem er das Rote Trikot final für sich reklamiert hatte. “Ich habe es genossen, dass das Rennen heute (auf der Schlussetappe) so schnell war. Am Jebel Hafeet haben wir einfach den Plan befolgt. Es ist nicht einfach, in diesem Team eine Führungsrolle zu übernehmen, weil alle so gut sind, aber es ist eine große Genugtuung, das Heimrennen unseres Teams zu gewinnen.“
Ähnlich wie der Youngster selbst war auch Teammanager Mauri Gianetti nach dem Rennen in Redelaune. Und der Schweizer hatte seine liebe Mühe, dabei seine Begeisterung über Del Toro im Zaum zu halten. “Isaac ist kein Versprechen mehr, er ist Realität. Wir sehen die Reaktion nach einem unglaublichen Giro d'Italia im letzten Jahr“, sagte er Cyclingnews. Und war damit lange noch nicht fertig: “Was er hier in den Vereinigten Arabischen Emiraten geleistet hat, ist eine erstaunliche Leistung – er macht Fortschritte, er arbeitet hart und er nimmt es ernst. Er ist engagiert. Er hat ein großes Herz und ist sehr bescheiden. Er fragt lieber zwei- oder dreimal nach, um sicherzugehen, dass er alles richtig macht, keine Fehler begeht und sich voll und ganz auf seine Arbeit konzentrieren kann“, so Gianetti, der selten in diesem Ausmaß von einem seiner Fahrer schwärmt.
Vor allem die Professionalität ringt dem 61-Jährigen seine vollste Bewunderung ab. “Er investiert sein Leben in diesen Job. Er verließ Mexiko als 15- oder 16-Jähriger und folgte – man kann sagen, nicht einem Traum, sondern einem Ziel, das er in seinem Leben hatte. Denn Träumer bleiben auf dem Sofa sitzen und warten darauf, dass etwas passiert. Er ist ein Visionär, und es war seine Vision, jetzt hier zu sein und das zu tun, was er tut. Er ist also ein unglaublicher, großartiger Champion. Wir wussten, dass die großen Zahlen da waren, also war es bei Isaac nur eine Frage der Zeit.“
Und dann viel er noch, der Satz, der in den eigenen Reihen gegenüber der Öffentlichkeit bisher tunlichst vermieden wurde, aber mittlerweile spätestens jetzt kaum mehr aus den eigenen Gedanken zu verbannen ist – aus denen vom Rest der Radsportwelt sowieso längst nicht mehr: “Es ist ein bisschen wie bei Tadej.“ Um weitere direkte Vergleiche zu meiden, gehen der Mexikaner und der Slowene in ihrer Rennplanung aber weitestgehend getrennte Wege. Nur Strade Bianche und Mailand-Sanremo stehen bis zum Sommer noch als gemeinsame Renntermine an. Und dann die Tour de France. Dass der Schüler dem Meister dort den Rang abläuft, ist kaum vorstellbar, weil dabei letztlich nicht nur die reine Leistungsfähigkeit eine Rolle spielt. Aber der Umstand, dass Del Toro in Paris rechts von Pogacar auf dem Podium steht, wäre angesichts der aktuellen Entwicklungen keine Sensation mehr.