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28.02.2026 | (rsn) - Mathieu van der Poel (Alpecin Premier Tech) hat bei seiner ersten Teilnahme gleich seinen ersten Sieg beim Omloop Nieuwsblad (1.UWT) eingefahren. Mit einer souveränen und taktisch einwandfreien Vorstellung verwies der Niederländer seinen Landsmann Tim van Dijke (Red Bull – Bora – hansgrohe, 22 Sekunden zurück) auf den zweiten Platz. Das Podium komplettierte der Belgier Florian Vermeersch (UAE – Emirates – XRG, +0:24), der am Molenberg die entscheidende Attacke gesetzt hatte, der nur die beiden letztlich vor ihm platzierten Kontrahenten folgen konnten.
Platz vier sicherte sich der Franzose Christophe Laporte (Visma – Lease a Bike, +0:53), der nach 207,2 Kilometern in Ninove den Bergauf-Spurt der ersten größeren Gruppe gewann. Mit Aimée De Gendt (Pinarello – Q36.5) belegte der zweitbeste Belgier Rang fünf. Am Ende eines aufgrund von Wind und Regen durch etliche Stürze geprägten Omloop setzte Tobias Lund Andresen (Decathlon – CMA CGM, +0:57) ein weiteres Ausrufezeichen hinter seine starke Frühjahrsform. Der Däne hatte im Januar eine Etappe der Tour Down Under (2.UWT) und das Cadel Evans Ocean Race (1.UWT) gewonnen.
Mit Jordi Meeus auf Position sieben schaffte ein weiterer Red-Bull-Profi den Sprung unter die Top Ten. Anthony Turgis (TotalEnergies) kam als Achter rein, dessen französischer Landsmann Alexis Renard (Cofidis) erreichte als Bester der frühen Ausreißergruppe auf Rang neun das Ziel. Zehnter wurde der US-Amerikaner Luke Lamperti (EF Education – EasyPost). Als erster Deutscher spurtete Nils Politt (UAE – Emirates – XRG) auf platz 14. - zeitgleich mit Meeus und Co..
Van der Poel machte nach Abschluss keinen Hehl daraus, dass es das klare Ziel des Alpecin-Teams war, den Omloop zu gewinnen. "Wir haben hier noch nie gewonnen, und für mich als Teamleader bei meiner ersten Teilnahme zu gewinnen, fühlt sich schon gut an“, betonte der achtmalige Cross-Weltmeister. Dabei konnte seine Equipe diesmal im Finale nicht mit taktischer Doppelspitze agieren – Teamkollege Jasper Philipsen, der im Vorjahr als Dritter nah am Omloop-Sieg dran gewesen war, kam früh zu Fall und war anschließend trotz langer Verfolgungsjagd chancenlos.
Mehrere der im Vorfeld genannten Favoriten fielen den besagten Stürzen zum Opfer. Auch der Schweizer Stefan Küng (Tudor) büßte auf diese Weise alle Chancen auf ein starkes Ergebnis ein. Während er das Rennen nicht beendete, erreichte sein Landsmann Johan Jacobs (Groupama – FDJ) das Ziel als 66. – mit 7:34 Minuten Rückstand zum Sieger. Der ebenfalls gestürzte Marco Haller (Tudor, +9:47) rollte wie auch Landsmann Tobias Bayer (Alpecin – Premier Tech), Kim Heiduk (Ineos – Grenadiers) und John Degenkolb (Picnic – PostNL) im Gruppetto nach Ninove. Mit Stefan Bissegger (Decathlon – CMA CGM) hatte ein weiterer Eidgenosse aufgeben müssen.
Die Ausreißer des Tages hießen Jelte Krijnsen (Jayco - AlUla), Alexis Renard (Cofidis), Vincent Van Hemelen (Flanders - Baloise), Clement Alleno (Burgos - Burpellent - BH) und Alexis Brunel (TotalEnergies). Krijnsen hatte sich wenige Kilometer nach dem Start zuerst mit Timo de Jong (Picnic PostNL) und Michiel Lambrecht (Flanders - Baloise) aus dem Staub gemacht. Die kamen kurze Zeit später allerdings zu Fall, sodass Krijnsen eine Weile allein auf der Flucht war. Nach knapp 40 Rennkilometern schlossen die anderen vier Profis allerdings zu ihm auf, das daraus entstandene Quintett drückte dem Rennen lange Zeit seinen Stempel auf.
Im Feld leisteten zunächst Soudal – Quick-Step und Alpecin – Premier Tech die Nachführarbeit. Bald schaltete sich auch Uno-X Mobility mit ein. Der Vorsprung der Ausreißergruppe wuchs auf maximal vier Minuten an. Das Rennen war lange Zeit nicht besonders schnell – was dem Gegenwind und auch dem leichten Regen geschuldet gewesen sein dürfte. 80 Kilometer vor dem Ziel kam es zu einem Sturz im hinteren Teil des Feldes. Unter anderem war Kaden Groves (Alpecin – Premier Tech) betroffen. Doch die meisten aufgehaltenen Fahrer kamen wieder zurück.
Das Streckenprofil des Omloop Nieuwsblad | Foto: Veranstalter
Soudal – Quick Step führte das Feld 75 Kilometer vor dem Ziel in die erste Leberg-Passage. Zu diesem Zeitpunkt hatten die fünf Ausreißer noch 2:30 Minuten Vorsprung. Während UAE – Emirates – XRG und Visma – Lease a Bike nach den ersten Anstiegen das Heft des Handelns übernahmen, fielen zuerst Tom Pidcock (Pinarello – Q36.5) und Jasper Philipsen (Alpecin – Premier Tech) zurück, dann hatte 59 Kilometer vor dem Ziel Paul Magnier (Soudal – Quick Step) einen Defekt. Wenig später erwischte es mit Magnus Sheffield (Ineos Grenadiers) einen weiteren aus dem erweiterten Favoritenkreis.
57 Kilometer vor dem Ziel fasste sich Kasper Asgreen (EF Education – EasyPost) ein Herz und griff am Wolvenberg an. Der Däne wurde allerdings nach einer 6000 Meter langen Flucht wieder eingesammelt, kurz zuvor hatte das Feld bereits den zurückgefallenen Alleno gestellt. 48 Kilometer vor dem Ziel kam auch Stefan Küng (Tudor) zu Fall – auf einem Kopfsteinpflaster-Abschnitt waren fünf Fahrer gestürzt. Damit war das Rennen für ihn gelaufen.
Im Anstieg zum Molenberg griff Vermeersch an. Van der Poel setzte nach – doch vor ihm rutschte Rick Pluimers (Tudor) in einer Kurve auf den Pflastersteinen weg, wodurch er zahlreiche Fahrer aus der bereits nur noch 30 Mann umfassenden Gruppe aufhielt. Kurz darauf schloss auch van Dijke zu Vermeersch und van der Poel auf. Dieses Trio fuhr zu den verbliebenen vier Ausreißern auf. Und die Lücke zu den Verfolgern ging bald auf über 30 Sekunden auf.
Bei der zweiten Leberg-Passage hatte das um Brunel dezimierte Sextett dann bereits mehr als eine Minute Vorsprung, während hinten zunächst nur Lotto – Intermarché bereit war, Tempo zu machen. Später stiegen dann aber weitere Teams mit ein – unter anderem Soudal – Quick Step und Visma – Lease a Bike. Vorn unterstützte nur Vermeersch den Top-Favoriten, während sich van Dijke vornehm zurückhielt. Von Krijnsen, Renard und Van Hemelen erwartete das nach deren langer Flucht niemand mehr.
Nachdem Regen und starker Wind bereits die erste Hälfte des Rennens geprägt hatten, es dann aber immerhin einige Zeit lang trocken geblieben war, setzte der Regen auf den letzten 25 Kilometern wieder ein. In der Anfahrt zur Mauer von Geraardsbergen kamen die Verfolger noch einmal auf 50 Sekunden heran. In einer Kurve gab es einen weiteren Sturz, der unter anderem Arnaud De Lie (Lotto – Intermarché) um alle Chancen auf ein Spitzenergebnis brachte.
In der Kapelmuur erhöhte van der Poel schließlich den Druck und ließ alle Begleiter stehen. Van Dijke und Vermeersch kamen mit 20 Sekunden Rückstand oben an. Die ersten Fahrer aus dem dort endgültig zersplitternden Feld erreichten die Kapelle mit rund einer Minute Abstand. Erster war Laporte mit 51 Sekunden Rückstand. Trotz aller Bemühungen kam keine der Verfolgergruppen mehr entscheidend näher an den Solisten heran, Renard, Krijnsen und Van Hemeln wurden am Ende des Bosbergs von der Gruppe um Laporte, in der auch Politt steckte, eingeholt.
Van der Poel gab sich keine Blöße mehr und fuhr einen letztlich ungefährdeten Sieg heim. 22 Sekunden dahinter jubelte van Dijke über den zweiten Platz. Vermeersch musste in der leicht ansteigenden Zielgerade früh aufstecken. Aus dem ersten Feld heraus sprintete Laporte auf Platz vier.
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