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11.03.2026 | (rsn) – Georg Steinhauser (EF Education – EasyPost) hatte ein kompliziertes Jahr 2025, wenn auch mit Lichtblicken versehen. Vor allem Kniebeschweren bereiteten ihm lange Zeit Probleme. Auf Mallorca zeigte der 24-Jährige mit drei Einzelresultaten in den Top Ten bereits, dass diese Saison unter einem besseren Stern steht. Noch einen drauf setzte er bei widrigem Wetter am Mittwoch auf der 4. Etappe von Paris-Nizza (2.UWT).
Steinhauser war 159 Kilometer auf der Flucht, ungefähr die letzten 30 davon - genaue Angaben dazu gibt es nicht - war er es sogar allein. “Tage wie diese sind extrem hart. Es gab gleich vom Start weg Seitenwind. Ich habe es aber mit Kasper (Asgreen) in die vordere Gruppe geschafft“, blickte er im Ziel auf die Anfangsphase der Etappe zurück. Auf flacher Strecke lösten sich kurz nach dem Start auf der Windkante 38 Fahrer, von EF Education war neben dem Deutschen eben nur Asgreen dabei.
Zum Wind und zur Kälte gesellten sich auch noch Regen. Dazu lag das Tempo den ganzen Tag hoch. So entstanden zwangsläufig gefährliche Situationen. Es gab mehrere Stürze und Defekte, von denen Steinhauser verschont blieb. “Wir sind ruhig geblieben und ich war zum Glück nicht in den Crash involviert“, meinte er zur Situation, in der Juan Ayuso (Lidl – Trek) folgenschwer zu Boden ging und das Rennen aufgeben musste.
Infolge dieses Sturzes teilte sich die große Gruppe. Sieben Fahrer, fünf von ihnen im Red-Bull-Trikot, setzten sich ab. “Ich war nicht vorn, aber meine Beine waren gut“, erzählte Steinhauser im Flash-Interview. Ein Versuch er Verfolger, das Septett im Flachen einzuholen, scheiterte um wenige Meter. Danach wurde der Rückstand zur Spitze schnell größer. Als der EF-Profi seine Attacke ritt, lag er rund 1:30 Minuten zurück. “Als ich im Anstieg losfuhr, war ich mir sicher, dass Fahrer wie Oscar Onley mich einholen, was aber nicht der Fall war. Ich habe dann alles riskiert und bin voll bis ins Ziel gefahren“, erzählte Steinhauser.
Tatsächlich holte ihn niemand mehr ein. Der Giro-Etappensieger von 2024 schnappte sich auch noch die Red-Bull-Fahrer Callum Thornley und Nico Denz und fuhr 2:54 Minuten nach Tagessieger Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) in Uchon über den Zielstrich. Damit sicherte sich Steinhauser nicht nur Platz fünf im Tagesklassement, sondern sogar Gesamtrang drei sowie das Weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers.
Auf die Frage, ob das Podium in Nizza nun drin sei, hatte Steinhauser so kurz nach dem Rennen noch keine eindeutige Antwort: “Ich habe noch nicht auf das Ergebnis geschaut und weiß nur, dass ich das Weiße Trikot trage, was schön genug ist. Das Team und ich werden die nächsten Tage aber einen Plan ausarbeiten”, kündigte er an.
Kevin Vauquelin (Ineos Grenadiers) ist in der Gesamtwertung und im Kampf um Weiß Steinhausers erster Verfolger. Der französische Tour-Siebte von 2025 liegt 19 Sekunden hinter dem Allgäuer. Der weist seinerseits 3:20 Minuten Rückstand auf Vingegaard auf sowie 2:28 Minuten gegenüber dem Zweiten Daniel Felipe Martinez (Red Bull – Bora – hansgrohe).