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23.04.2026 | (rsn) – Die Tour de Suisse 2026 (2.UWT / 2.WWT) wird zu einer reformierten Ausgabe der Schweizer Landesrundfahrt. Nach fast 90 Jahren als zumindest einwöchiges Etappenrennen - lange Zeit mit acht oder neun und in den 1980er Jahren sogar mal elf Tagen - kehrt man in der Schweiz zum Anfang zurück: Wie bei der Premiere des Rennens 1933 wird es bei der 89. Auflage wieder nur fünf Renntage geben.
Im Sinne der Gleichberechtigung gilt das nun aber nicht nur für die Männer, die im Vergleich zu 2025 drei Etappen einbüßenn, sondern auch für die Frauen, deren Rundfahrt von vier auf fünf Etappen anwächst.
Hintergrund ist ein völlig neues Konzept bei der 89. Tour de Suisse (2.UWT) und der 7. Tour de Suisse Women (2.WWT): Fünf Tage lang finden Frauen- und Männer-Rundfahrt parallel auf größtenteils identischen Strecken statt, und an jedem dieser Tage steht ein anderer Etappenort im vollen Fokus. So sollen vom 17. bis 21. Juni 2026 fünf Radsportfestivals in fünf Orten entstehen, die jeweils Etappenstart und -ziel sind.
Den Anfang macht am 17. Juni der Ort Sondrio in Italien. Anschließend geht es am 18. Juni nach Locarno am Schweizer Nordufer des Lago Maggiore, am 19. Juni nach Bad Ragaz im Kanton St. Gallen, am 20. Juni für die beiden Einzelzeitfahren nach Aarburg im Kanton Aargau und schließlich am 21. Juni zum Rundfahrt-Finale im Vaud, wo in Villars-sur-Ollon die entscheidenden Bergetappen warten.
Die Etappen selbst sind keine klassischen Rundkurse auf engem Raum um den jeweiligen Ort herum, die von Frauen und Männern unterschiedlich oft gefahren werden müssen. Vielmehr handelt es sich um jeweils 100 bis 120 Kilometer lange Runden für die Frauen, in die für die Männer jeweils noch eine zusätzliche Schleife eingeklinkt wurde. Einzig das Zeitfahren in Aarburg auf Etappe 4 ist für Männer und Frauen identisch und auf der Schlussetappe um den Skiort Villars-sur-Ollon fahren die Männer schlicht eine Runde mehr.
Beginnen wird die Schweiz-Rundfahrt in Italien: Die 1. Etappe rund um Sondrio führt für Frauen wie Männer zunächst auf südlicher Seite in westlicher Richtung durchs Valtellina bis kurz vor dem Comer See und dann nördlich des Flusses wieder zurück gen Osten. Auf dem Rückweg stellen sich die ersten nicht allzu langen und hohen, aber eben doch nicht zu unterschätzenden Berge in den Weg – am schwersten der 4,2 Kilometer lange und knapp acht Prozent steile Anstieg von Castione nach Triangia.
Während die Frauen dann nach 109 Kilometern in Sondrio das Ziel erreichen, drehen die Männer noch eine 35 Kilometer-Runde über Teglio mit einem nicht ganz so steilen, aber noch etwas längeren Anstieg. "Wir haben eine Strecke konzipiert, die vom ersten Tag an fordert und praktisch keine Verschnaufpause zulässt. Jede Etappe hat das Potenzial, das Gesamtklassement zu beeinflussen", erklärte der Sportliche Direktor der Rundfahrt, David Loosli, dass er schon an Tag eins mit kleinen Gruppen im Ziel rechne.
Etappe 2 bringt das Peloton ins Tessin - mit Start und Ziel in Locarno. Für die Männer geht es nach dem Start in Richtung Lugano und über den Monte Ceneri, nach dessen Aufstieg die Strecke direkt wieder zurück nach Norden und nach Bellinzona führt. Die Frauen lassen diesen Abstecher weg und fahren direkt dorthin. Anschließend sind beide Etappen identisch: Es geht das Valle di Blenio hinauf und wieder hinab, quasi auf einer Wendepunktstrecke. Für Spannung sorgt dann jeweils der Schlussteil mit zwei kurzen, teils steilen Anstiegen in Locarno auf den letzten 15 Kilometern – ein Tag für Puncheure.
Die 3. Etappe ist jene bei der Tour de Suisse 2026, die am ehesten den Sprintern gefallen dürfte. Zwar beginnt sie sofort mit einer steilen Rampe aus Bad Ragaz heraus, dem St. Luzisteig, der die Fahrer und Fahrerinnen nach Liechtenstein führt. Doch diese Rampe entscheidet die Etappe natürlich nicht. Anschließend führt das Rennen der Frauen weitgehend flach durchs Kanton St. Gallen bis nach Altstätten und von dort wieder zurück gen Süden nach Bad Ragaz, wo eine Sprintankunft zu erwarten ist.
Für die Männer wird es allerdings einen Tick schwerer: Sie müssen auf dem Weg nach Altstätten 37 Kilometer mehr absolvieren und die führen sie durchs Appenzellerland über zwei längere Anstiege, darunter die Schwägalp in rund 1.300 Metern Höhe. Deshalb kommen die Männer an diesem Tag auch auf 2.690 Höhenmeter und die Frauen nur auf 1.330. Trotzdem: Auch für die Männer geht es von Altstätten auf den letzten 55 Kilometern weitgehend flach zurück nach Bad Ragaz, was auch hier zumindest den bergfesteren Sprintern Chancen einräumt.
Das Einzelzeitfahren am vierten Tag der Schweiz-Rundfahrt wird für Frauen und Männer identisch sein: ein 23,8 Kilometer langer Parcours mit wenig Höhenmetern und teilweise sehr schnellen Passagen und nur wenigen wirklich kniffligen Kurven. Von Aarburg geht es auf guten Straßen in westlicher Richtung in den Ort Neuendorf, dann auf kleineren Sträßchen etwas winkliger durch den Wald nach Fulenbach und anschließend an der Aare entlang via Boningen zurück nach Aarburg. "Die Strecke ist technisch nicht übermäßig anspruchsvoll", heißt es in der offiziellen Streckenbeschreibung.
Das große Finale der Tour de Suisse ist der auf dem Papier schwerste Tag der Woche und wird voraussichtlich die Gesamtwertung entscheiden: Die Königsetappe besteht aus einem 50 Kilometer langen Rundkurs, der beginnend in Villars-sur-Ollon direkt ansteigt und nach neun Kilometern zunächst über die Passhöhe des Col de la Croix führt – dem höchsten Pass der Waadtländer Alpen in 1.779 Metern Höhe. Von dort geht es fast 30 Kilometer langgezogen bergab via Les Diablerets bis zum UCI-Sitz in Aigle.
Nur wenige Meter geht es flach durchs Rhone-Tal in den Nachbarort Ollon, wo dann die knapp zehn Kilometer lange Schlusssteigung über Huermoz nach Villars-sur-Ollon beginnt. Dort wartet der Zielstrich – allerdings für die Männer erst nach drei und für die Frauen nach zwei Runden. Das bedeutet auch: Zu Beginn der Etappe geht es nur die obere und zum Ende der Etappe nur die untere Hälfte des Col de la Croix-Anstiegs hinauf, dazwischen aber stellt sich die 18 Kilometer lange Rampe über knapp 1.300 Höhenmeter in ihrer vollen Länge in den Weg – für die Männer zwei Mal und für die Frauen ein Mal.
Alle Etappenprofile finden Sie auf unseren Sonderseiten zur Tour de Suisse 2026 und zur Tour de Suisse Women 2026.
1. Etappe, 17.6.: Sondrio – Sondrio (144 km / 2.455 hm)
2. Etappe, 18.6.: Locarno – Locarno (157,7 km / 2.110 hm)
3. Etappe, 19.6.: Bad Ragaz – Bad Ragaz (157,9 km / 2.690 hm)
4. Etappe, 20.6.: Aarburg – Aarburg (23,8 km / 270 hm / EZF)
5. Etappe, 21.6.: Villars-sur-Ollon – Villars-sur-Ollon (151,1 km / 4.226 hm)
1. Etappe, 17.6.: Sondrio – Sondrio (109,3 km / 1.642 hm)
2. Etappe, 18.6.: Locarno – Locarno (105,3 km / 1.242 hm)
3. Etappe, 19.6.: Bad Ragaz – Bad Ragaz (120,3 km / 1.330 hm)
4. Etappe, 20.6.: Aarburg – Aarburg (23,8 km / 270 hm)
5. Etappe, 21.6.: Villars-sur-Ollon – Villars-sur-Ollon (100,3 km / 2.794 hm)