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18.03.2026 | (rsn) – Erst auf den letzten 60 Meter schossen die Sprinter an Ausreißer Alec Segaert (Bahrain Victorious) vorbei, ehe sich der Belgier Jasper Philipsen (Alpecin – Premier Tech) beim 80. Nokere Koerse (1.Pro) mit komfortablem Vorsprung seinen ersten Saisonsieg sicherte. Zweiter wurde sein Landsmann Jordi Meeus (Red Bull – Bora – hansgrohe) vor dem Kolumbianer Juan Sebastian Molano (UAE – Emirates – XRG), dem Franzosen Emilien Jeanniere (TotalEnergies) und Milan Menten (Lotto – Intermarché), einem weiteren heimischen Fahrer. Als bester deutscher Fahrer belegte Tim Torn Teutenberg (Lidl - Trek) zeitgleich den 22. Platz
Für Philipsen lief die Saison bislang noch nicht nach Wunsch, umso glücklicher war er über seinen Erfolg in Nokere. “Das ist extrem wichtig für mein Selbstvertrauen. Ich habe lange darauf warten müssen. Ich hatte öfter mal Pech und auch noch kein Supergefühl bisher, aber das wird schon noch kommen. Ich freue mich jedenfalls dass ich den ersten Sieg geholt habe“, sagte er im Ziel-Interview.
Nicht nur der beeindruckend starke Segaert, sondern auch ein Sturz und seine Positionierung auf der langen und ansteigenden Zielgerade hätten fast verhindert, dass Philipsen aufs höchste Podest durfte. “Ich war bei Jonas (Rickaert) am Hinterrad. Rechts von mir sind sie dann gestürzt und ich musste voll bremsen. Dann kam Gerben (Thijssen) noch, der mich noch nach vorn bringen konnte. Das hatte aber Kraft gekostet und ich hatte schon viel Pulver verschossen. Davor hatte ich auch schon einen Schuhwechsel. Zum Glück habe ich es trotzdem geschafft“, schilderte er das Finale, in dem er erst spät eine Lücke im Feld fand fand.
Und so könnte Philipsen mit viel Selbstvertrauen nach Padua reisen, wo er am Samstag beim 117. Mailand-Sanremo am Start stehen wird. Das erste Monument des Jahres hatte der Sprinter 2024 schon einmal zu seinen Gunsten entschieden. “Die letzten Jahre wollte ich hier immer richtig Rennen fahren und das Finale schwer machen. Heute wollte ich auf Nummer sicher gehen und den Sieg einfahren. Ich brauchte das gute Gefühl“, meinte der 28-Jährige mit Blick auf die “Primavera“.
Seinen zweiten Saisonerfolg verpasste hingegen Meeus. “Es war das erste Mal, dass ich diese Zielgerade gefahren bin“, sagte der 27-Jährige im Ziel-Interview. Bis vor zwei Jahren endete Nokere Koerse auf dem Nokereberg. Wegen der vielen schweren Stürze, die dort immer wieder geschahen, wurde das Finale geändert, was bei dieser Ausgabe aber zumindest die Anzahl der Unfälle nicht verminderte. “Es war schwerer als erwartet. Der Sprint war sehr lang. Ich denke, dass Jasper etwas zu stark war“, lautete die Einschätzung des Red-Bull-Profis.
Lionel Taminiaux (Lotto – Intermarché), Sean Christian (Modern Advernture) sowie das Tarteletto-Isorex-Duo Jelle Harteel und Jonah Killy machten sich nach 18 Kilometern aus dem Feld davon und fuhren maximal knapp vier Minuten Vorsprung heraus. Mit noch 50 zu fahrenden Kilometern beendete ein großer Sturz die Siegchancen unter anderem von Pascal Ackermann (Jayco – AlUla) und Tom Crabbe (Flanders – Baloise). Beide konnten das Rennen nicht fortsetzen.
Schon 32 Kilometer vor dem Ziel wurde die Gruppe des Tages eingeholt, was zu neuen Attacken führte. Red Bull – Bora – hansgrohe probierte eingangs der letzten 20 Kilometer wieder Ruhe ins Feld zu bekommen, als Gianni Vermeersch hohes Tempo anschlug. Wenig später holte sich Devo-Fahrer Thor Michielsen (Lidl – Trek) im Straßengraben einen Satz nasse Kleidung; es war einer von vielen Stürzen im Finale.
Das Streckenprofil von Nokere Koerse | Foto: Veranstalter
Für Action auf dem Asphalt sorgte 13,5 Kilometer vor dem Ziel Segaert mit seiner Soloattacke. Er fuhr sich um die 20 Sekunden heraus, seine Teamkollegen begannen dann die Verfolgung zu stören, so dass der Spitzenreiter mit sogar 30 Sekunden Vorsprung auf die letzten sieben Kilometer ging. Im Feld wurde der einsame Florian Senechal (Alpecin – Premier Tech) erst 500 Meter später von drei anderen Helfern abgelöst.
Erst eingangs der letzten fünf Kilometer wurde hinten richtig Gas gegeben, wobei die Bahrain-Helfer nun eine zweifelhafte Rolle spielten und sich weiter zwischen die nun jagenden Domestiken der anderen Mannschaft setzte. Am 3-Kilometer-Zeichen betrug der Vorsprung von Segaert noch immer 20 Sekunden. Auf den schmalen Straßen mit vielen Kurven kamen die Verfolger zunächst nicht weiter heran. Den Teufelslappen passierte der Belgier mit unverändert großem Vorsprung.
Auf der ansteigenden Waregemstraat zum Ziel wurde der Abstand dann aber schnell kleiner. Im Feld gab es erneut mehrere Stürze, doch letztendlich schoss Philipsen nach vorn und sprintete an Molano vorbei, der Segaert 60 Meter vor dem Ziel als Erster erreicht hatte. Auch Meeus zog noch am Kolumbianer vorbei und wurde Zweiter.
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