“Ich wollte ihr nicht über den Kopf fahren“

Sanremo: Le Court sorgte sich um schwer gestürzte Niewiadoma

Von Kevin Kempf

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Kasia Niewiadoma (Canyon – SRAM – zondacrypto, vorn) und Kim Le Court (AG Soudal - Quick-Step) beim 2. Sanremo Women | Foto: Cor Vos

21.03.2026  |  (rsn) - “Es ist enttäuschend. Ich konnte nicht zeigen, was ich drauf hatte. Wir werden ein anderes Mal weiterkämpfen“, lautete am Eurosport-Mikrofon das Fazit von Kim Le Court (AG Insurance – Soudal). Ihr Traum vom Sieg beim Sanremo Women (1.WWT) endete in der Abfahrt von der Cipressa 19 Kilometer vor dem Ziel, als sie gegen die vor ihr gestürzte Kasia Niewiadoma (Canyon – SRAM – zondacrypto) prallte.

Die an der Spitze des Feldes fahrende Polin war in einer schnellen Rechtskurve schwer zu Fall gekommen. “Ich kam in die Kurve ohne Durchsicht und Kasia lag auf dem Asphalt. Meine erste Reaktion war, dass ich ihr nicht über den Kopf fahren wollte, denn ich war sehr nah dran. Danach wollte ich vermeiden, dass ich über die Leitplanke gehe. So bin ich gegen Kasia gefahren und auf sie gefallen“, erzählte Le Court. Das Unglück war da aber noch nicht vorbei. “Dann kamen die anderen und sind auf uns gestürzt“, fügte sie an.

Insgesamt zehn Fahrerinnen gingen zu Boden. Die Leitplanke, der Le Court noch ausweichen konnte, nahmen Margaux Vigié (Visma – Lease a Bike) und Debora Silvestri (Laboral Kutxa – Fundacion Euskadi) voll mit. Sie landeten eine Etage tiefer auf dem Asphalt. Die Französin stand allerdings recht schnell wieder auf und beendete das Rennen sogar auf Platz 77. Für die Italienerin ging es ins Krankenhaus, sie soll aber bei Bewusstsein gewesen sein. Auch Niewiadoma erwischte es schlimmer. Die 31-Jährige blieb einige Zeit mit blutenden Wunden liegen und setzte sich letztendlich an die Leitplanke. Le Court stieg zunächst ebenfalls nicht auf.

Platz 99 “ist, was es ist“

“Ich wusste, dass das Rennen für mich vorbei war. Ich bin zu Kasia gegangen, um zu gucken, ob sie okay ist. Sie sah nicht gut aus. Ich hoffe, dass sie okay ist.“ Die Mauretanische Meisterin kümmerte sich einige Zeit um die Polin. “Ich habe gefragt, ob sie okay ist. Sie hat reagiert. Aber sie hatte sich den Kopf gestoßen“, fügte sie an.

Le Court setzte das Rennen sogar fort und beendete es auf Platz 99 mit 7:34 Minuten Rückstand. Dabei wäre für die Vorjahresfünfte so viel mehr möglich gewesen. “Ich habe mich ausgezeichnet gefühlt. An der Cipressa gab es gute Attacken, aber ich konnte problemlos mitgehen. Ich habe nur darauf gewartet, am Poggio selbst anzugreifen. Aber es ist, was es ist. So ist der Radsport“, urteilte sie enttäuscht.

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