Vorschau auf Dwars door Vlaanderen 2026

Gelingt Visma Revanche für die letztjährige Pleite?

Von Matthias Seng

Foto zu dem Text "Gelingt Visma Revanche für die letztjährige Pleite?"
Szene des 70. Dwars door Vlaanderen | Foto: Cor Vos

31.03.2026  |  (rsn) – Nach der denkwürdigen Pleite aus dem Vorjahr, als sich gleich drei Fahrer von Visma – Lease a Bike bei (1.UWT) in Waregem im Vierkampf dem US-Amerikaner Neilson Powless (EF Education – EasyPost) geschlagen geben musste, sinnen Wout van Aert und seine Teamkollegen bei der am Mittwoch anstehenden 80. Ausgabe von Dwars door Vlaanderen (1.UWT) auf Wiedergutmachung.

In Abwesenheit des Titelverteidigers, der nach einer Knie-OP lange ausfallen wird, und des zweimaligen Siegers Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech), der sich beim Training in Spanien auf die Flandern-Rundfahrt (1.UWT / 5. April) vorbereitet, wird der Vorjahreszweite allgemein als Top-Favorit für den flämischen Frühjahrsklassiker gehandelt. Nach Platz drei bei Mailand-Sanremo wusste van Aert auch bei Middelkerke-Wevelgem zu überzeugen, wo er gemeinsam mit van der Poel bei der letzten Passage über den Kemmelberg ausgerissen war.

Letztlich wurde das Duo aber wieder vom Feld gestellt, ehe sich van der Poels Teamkollege Jasper Philipsen den Sieg sicherte. Der Belgier führt in Roeselare das Alpecin-Aufgebot an, in dem Tibor Del Grosso am Mittwoch van der Poels Rolle als Ausreißer übernehmen könnte. Im vergangenen Jahr hatte der junge Niederländer bereits mit Rang sechs imponiert.

Philipsen, der in Waregem bei immerhin sechs Teilnahmen noch nie auf dem Podium stand, wird auf den Sprint einer größeren Gruppe hoffen – genau wie van Aerts Teamkollege Matthew Brennan, der bei seinem Dwars-Debüt gemeinsam mit Christophe Laporte (Dritter in Wevelgem) und Per Strand Hagenes (Zweiter der E3 Classic) Visma – Lease a Bike weitere starke Optionen verleiht.

Sogar neun Starts ohne Podium hat Mads Pedersen (Lidl – Trek) in seiner Dwars-Bilanz stehen. Der Däne musste wegen einer Erkältung auf Middelkerke-Wevelgem verzichten und könnte sowohl aus einer Ausreißergruppe oder aus dem Feld heraus ein Wörtchen im Kampf um den Sieg mitreden.

Ihre Hoffnungen auf die Ankunft einer größeren Gruppe – zuletzt war das 2016 der Fall – richten Sprinter wie Paul Magnier (Soudal - Quick-Step), Arnaud De Lie (Lotto - Intermarché), Jonathan Milan (Lidl - Trek), Biniam Girmay (NSN) und Tobias Lund Andresen, (Decathlon - CMA CGM), am Sonntag Zweiter bei Middelkerke-Wevelgem. Red Bull – Bora – hansgrohe dürfte wie UAE – Emirates um Florian Vermeersch daran kein großes Interesse haben, Tim van Dijke, Gianni Vermeersch und Laurence Pithie werden stattdessen versuchen, vorzeitig das Feld zu sprengen.

Die deutschen Starter:

Sechs deutsche Profis werden Dwars door Vlaanderen in Angriff nehmen, die Hälfte davon - Jasha Sütterlin (Jayco – AlUla), Kim Heiduk (Ineos Grenadiers) und Max Walscheid (Lidl – Trek) - in helfender Funktion.

Als Fünfter der Ausgabe von 2022 hat Nils Politt (UAE – Emirates – XRG) das beste Resultat aus diesem Sextett vorzuweisen. Ehe er am Sonntag in Diensten von Tadej Pogacar die Flandern-Rundfahrt (1.UWT) in Angriff nehmen wird, kann der Hürther wohl nochmals auf eigene Rechnung fahren. Ähnliches gilt für Astana-Sprinter Max Kanter, der bei seinen beiden bisherigen Teilnahmen allerdings keine Bäume ausreißen konnte.

Nach seinem soliden 14. Platz bei Middelkerke-Wevelgem ist John Degenkolb (Picnic – PostNL) auch bei Dwars door Vlaanderen ein Top-20-Ergebnis zuzutrauen. Der 37-jährige Oberurseler hat bei bisher sechs Teilnahmen zwei 15. Plätze als beste Ergebnisse vorzuweisen.

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