--> -->
29.03.2026 | (rsn) - Nach 240,8 Kilometern durch Westflandern triumphierte bei Middelkerke-Wevelgem (1.UWT) erneut Alpecin – Premier Tech. Dabei jubelte auf der Ziellinie nicht, wie erwartet, Topfavorit Mathieu van der Poel sondern Jasper Philipsen. Der 28-jährige Belgier setzte sich im Schlusssprint gegen Tobias Lund Andresen (Decathlon – CMA CGM) durch und feierte damit wie van der Poel am Freitag bei der E3 Classic seinen insgesamt 60. Profisieg. Gleichzeitig holte Philipsen den ersten belgischen Erfolg in Wevelgem seit Wout van Aert (Visma – Lease a Bike) im Jahr 2021.
In einem an Spannung kaum zu überbietenden Rennen schien zuvor alles auf einen Zweikampf zwischen van der Poel und van Aert hinauszulaufen. Das Duo hatte sich bei der dritten Passage des Kemmelbergs von einer achtköpfigen Spitzengruppe um Florian Vermeersch (UAE – Emirates – XRG) gelöst und war mit einer Minute Vorsprung in die finalen 30 Kilometer gegangen. Am Ende kam aber alles anders und Philipsen krönte sich zum ersten Mal zum Sieger von Middelkerke-Wevelgem. Für Visma – Lease a Bike gab es durch Christophe Laporte dennoch einen Podiumsplatz zu feiern. Der Franzose sprintete vor Arnaud De Lie (Lotto – Intermarché) und Robert Donaldson (Jayco – AlUla) auf Platz drei.
“Ich habe lange Zeit meinem 60. Karrieresieg hinterhergejagt. Wevelgem ist ein Klassiker, den ich schon viele Jahre gewinnen wollte. Ich hatte aber am Rennende nie die Beine dazu. Heute kam endlich alles zusammen und ich konnte den Sieg erringen“, freute sich Philipsen über seinen Erfolg im anschließenden Flash-Interview. Nach dem Sieg bei Nokere Koerse (1.Pro) vor zwei Wochen konnte er seinen zweiten Erfolg in dieser Klassikersaison einfahren. Für seinen Arbeitgeber schloss er damit eine perfekte Woche ab, nachdem van der Poel bei der E3 Classic am Freitag der Beste gewesen war.
Für Lund Andresen überwog trotz Platz zwei die Enttäuschung. Der 23-jährige Däne war mit dem Finale nicht zufrieden und trauerte seinem ersten Sieg bei einem der berühmten Frühjahrsklassiker nach. “Ich war heute sehr nahe dran und bin ein wenig über meinen eigenen Sprint enttäuscht. Und auch, wenn es wie ein Klischee klingt, mein Team war heute großartig. Es schien nicht mehr möglich, die beiden vorne noch einzuholen, aber unsere Mannschaft hat gezeigt, wie stark sie wirklich ist“, erklärte Andresen im Ziel-Interview.
Bester Deutscher wurde John Degenkolb (Picnic – PostNL) der als 14. ins Ziel sprintete und damit das Rennen vier Plätze vor Nils Politt (UAE – Emirates – XRG) beendete. Red Bull – Bora – hansgrohe erlebte keinen guten Tag. Jordi Meeus kam mit sieben Sekunden Rückstand als 36. über den Zielstrich. Noch schlechter lief es für Lidl – Trek. Für den zweiten deutschen Rennstall tauchte Sören Kragh Andersen mit 1:59 Minuten Rückstand auf Rang 46 als Erster im Klassement auf.
Bereits nach wenigen Kilometern konnte sich das erste Quartett vom Hauptfeld lösen. Wenig später enteilte dem Peloton eine weitere Vierergruppe, die nach knapp 20 Kilometern zur Spitze aufschließen konnte. Die achtköpfige Ausreißergruppe, bestehend aus Julius Johansen (UAE - Emirates – XRG), Camille Charret (Cofidis), Dries De Bondt (Jayco – AlUla), Frits Biesterbos (Picnic – PostNL), Jules Hesters, Victor Vercouille (beide Flanders – Baloise), Hartthijs de Vries und Wessel Mouris (beide Unibet - Rose Rockets) konnte im Laufe der Frühphase des Rennens einen Abstand von über fünf Minuten herausfahren.
Mit dem deutschen Max Kanter (XDS – Astana) und Laurenz Rex (Soudal – Quick-Step) mussten nach einem Sturz im Peloton zwei Fahrer das Rennen früh beenden. Nach über 120 Kilometern, kurz vor dem Beginn der ersten Hügelzone, fand sich die Spitzengruppe mit noch zwei Minuten Vorsprung vor dem Peloton, das sich des Windes wegen in zwei Teile geteilt hatte. Die zweite Gruppe lag eine halbe Minute hinter der ersten, die etwa 40-50 Mann umfasste.
Das Streckenprofil von Middelkerke-Wevelgem | Foto: Veranstalter
Nach dem Scherpenberg und dem Baneberg kam das Peloton wieder zusammen. Viele Fahrer schafften gerade rechtzeitig vor dem Kemmelberg den Anschluss, an dem die ersten Attacken gefahren wurden und wo sich das Feld wieder ausdünnte.
Auf den Schotterpassagen - 75 Kilometer vor dem Ziel – teilte sich das Feld in viele verschiedene Gruppen. Die Spitzengruppe mit noch sieben Athleten hatte nur noch 25 Sekunden Vorsprung. Das Rennen war in dieser Phase von vielen Attacken geprägt. Vor dem Start der nächsten Hellinge wurde das Tempo im Feld aber etwas herausgenommen. Viele Fahrer rollten wieder heran, und auch Paul Magnier (Soudal – Quick-Step), der nach Defekt zuvor zweimal das Rad wechseln musste, fand vor dem Monteberg den Anschluss.
Bei der zweiten Auffahrt zum Kemmelberg setzten sich zum ersten Mal in diesem Rennen die Topfavoriten van Aert und van der Poel in Szene. Der Belgier schlug ein hohes Tempo an und zog damit van der Poel und auch Vermeersch an die Spitzengruppe heran. Damit hatte sich danach eine neue achtköpfige Gruppe formiert, die bis zum Fuß des Scherpenberg 30 Sekunden vor den Verfolgern lag. Obwohl dahinter einige Teams Tempo fuhren, konnten sie den Anschluss an das neuformierte Oktett nicht mehr schaffen.
Vor dem Baneberg verabschiedete sich Johansen, am Kemmelberg machte dann van der Poel ernst und schüttelte fast alle Mitstreiter ab. Nur van Aert schaffte es, am Niederländer dranzubleiben. Damit lief alles auf ein Traumfinale der Topstars hinaus. Dahinter nahm Vermeersch die Verfolgung auf und musste damit die letzten 35 Kilometer ins Ziel nach Wevelgem allein auf sich nehmen. Für die vier übriggebliebenen Fahrer aus der Spitzengruppe wurde es auf den letzten Kilometern schwer. De Bondt, Biesterbos, de Vries und Mouris wurden 20 Kilometer vor dem Ende vom Peloton eingeholt.
Auf den letzten flachen Kilometern rollte das Feld immer weiter an die Spitzengruppe heran. Zwölf Kilometer vor dem Ende wurde Vermeersch eingeholt und damit lagen nur noch van Aert und van der Poel knapp 25 Sekunden vorn. Als Alec Segaert (Bahrain – Victorious) fünf Kilometer vor dem Ziel in Wevelgem noch eine Attacke versuchte und sogar an die beiden Spitzenreiter herankam, machte er es aber noch leichter für das Peloton, da van der Poel wegen seines Teamkollegen Philipsen nicht mehr mitführen wollte.
Kurz vor dem Teufelslappen mussten van der Poel und van Aert aufstecken, Segaert versuchte es nochmal, blieb aber glücklos. Den Sprint eröffnete dann Decathlon – CMA CGM für Lund Andresen. Am Ende schafft es aber Philipsen, eine Lücke am linken Fahrbahnrand zu finden und am Dänen vorbei zum Sieg zu sprinten.
Results powered by FirstCycling.com
31.03.2026Auch Decathlon ab 2027 mit Frauen-Equipe(rsn) – Als im Dezember 2025 bei der Decathlon-Teampräsentation auch der neue Co-Sponsor CMA CGM vorgestellt wurde, kündigte das Management des französischen Rennstall auch an, mit Blick auf das
30.03.2026Kielich fällt mit Schlüsselbeinbruch aus(rsn) – Visma – Lease a Bike muss in den kommenden Wochen auf Timo Kielich verzichten. Bei Middelkerke-Wevelgem In Flanders Fields zog sich der Belgier bei einem Sturz einen Schlüsselbeinbruch zu
30.03.2026Segaert: “Mir schwirren immer noch Zweifel durch den Kopf“(rsn) – Mit einem beherzten Antritt bei der letzten Auffahrt des Kemmelbergs schien Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) 36 Kilometer vor dem Ziel die rennentscheidende Situation des Tage
30.03.2026Turner bei Wevelgem “vom Peloton abgeworfen“(rsn) – Was da genau passiert war, konnte sich niemand erklären. Aber 51 Kilometer vor dem Ziel beim 88. Middelkerke-Wevelgem (1.UWT) hob bei hoher Geschwindigkeit mitten im dezimierten Feld plötz
29.03.2026Van Aerts Problem: Van der Poel wollte nicht gewinnen(rsn) – Da war kaum ein Taktieren zwischen Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) und Wout van Aert (Visma – Lease a Bike) zu erkennen, nachdem sich die beiden Dauerrivalen im Finale von
29.03.2026Wieder (fast) zu früh gejubelt: Wiebes holt das Wevelgem-Triple(rsn) – Fast hätte Lorena Wiebes (SD Worx – Protime) das Triple beim 13. Wevelgem-Wevelgem (1.WWT) verjubelt. Im Fünfersprint riss die Niederländische Meisterin die Arme früh in die Luft und g
29.03.2026Highlight-Video Middelkerke-Wevelgem(rsn) – Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) schickte sich mit Wout van Aert (Visma – Lease a Bike) an Middelkerke-Wevelgem unter sich auszumachen, doch dann kam es anders. Denn das Pel
28.03.2026Trotz Namenswechsel: Der Kemmelberg bleibt das Epizentrum(rsn) - In Flanders Fields – From Middelkerke to Wevelgem heißt der bisher als Gent-Wevelgem bekannte Frühjahrsklassiker bei seiner 88. Ausgabe offiziell. Und damit kommen wir direkt zur ersten Au
28.03.2026So tippt die Redaktion: Wevelgem / Männer und Frauen(rsn) – Wer sind die Favoritinnen und Favoriten für das nächste große Rennen? Auf wen sollte man sonst noch achten? In der Redaktion bei radsport-news.com gehen die Meinungen vor den Saison-Highl
28.03.2026Schlägt Wiebes nach zwei Pleiten zurück?(rsn) – Wenn das Profil auf der y-Achse nicht zu sehr nach oben ausschlägt, hört die Favoritin bei großen Frauenwettkämpfen seit Jahren fast immer auf den Namen Lorena Wiebes (SD Worx – Protim
28.03.2026Erkrankter Pedersen muss für Middelkerke-Wevelgem absagen(rsn) – Mads Pedersen (Lidl – Trek) wird wegen einer Erkrankung am Sonntag nicht wie geplant beim 88. Middelkerke-Wevelgem (1.UWT) antreten können und muss damit alle Hoffnungen auf einen Hattric
28.03.2026Wer stört die Kreise von van der Poel und van Aert?(rsn) – Nachdem es Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) bei der E3 Saxo Classic (1.UWT) vorgemacht hatte, hätte Mads Pedersen (Lidl – Trek) beim nächsten flämischen Frühjahrsklassik
11.10.2026100 Kilo Muscheln für Vanthourenhout in Dendermonde (rsn) – Michael Vanthourenhout (Pauwels Sauzen – Altez) hat das HG Cross in Dendermonde und damit 100 Kilogramm Muscheln gewonnen. Er setzte sich in der letzten Runde aus einer Spitzengruppe ab un
11.10.2026Brand gewinnt den belgischen Saisonauftakt in Dendermonde (rsn) - Lucinda Brand (Baloise – Het Poetsbureau) hat den belgischen Saisonauftakt in Dendermonde gewonnen. Beim HG Cross, ehemals Exact Cross, war sie im Dreiersprint die Beste. Ceylin del Carmen A
11.10.2026Bak Klaris entthront Vermeersch bei Gravel-WM, Voß Fünfter (rsn) – Im Sprint aus einer vierköpfigen Gruppe krönte sich Magnus Bak Klaris in Nannup (Australien) zum neuen Gravel-Weltmeister. Damit entthronte der Däne, der nicht zu den Top-Favoriten gezäh
11.10.2026Wiebes holt sich in Chongming mit Hattrick Gesamtsieg (rsn) – Lorena Wiebes (SD Worx – Protime) hat die Saison 2026 standesgemäß mit einem Sieg beendet. Die beste Sprinterin der entschied in China auch die abschließende 3. Etappe Tour of Chongming
11.10.2026Fancellu mit 26 Jahren zu Jayco in die WorldTour (rsn) - In unserem ständig aktualisierten Transferticker informieren wir Sie regelmäßig über Personalien aus der Welt des Radsports. Ob es sich um Teamwechsel, Vertragsverlängerungen oder Rücktr
11.10.2026Nur Magnier in Hongkong schneller als Kanter (rsn) – Max Kanter (XDS – Astana) präsentiert sich auch zum Saisonfinale noch in starker Verfassung. Der 28-jährige Deutsche musste sich in China beim 3. Sun Hung Kai Properties Hong Kong Cyclot
11.10.2026Seixas knackte in der Lombardei einen 120 Jahre alten Rekord (rsn) – Fast auf den Tag genau drei Wochen später kann Paul Seixas (Decathlon – CMA CGM) nun behaupten, Recht gehabt zu haben. Mitte September hatte das Wunderkind seinem Nationaltrainer Thomas V
11.10.2026Radsport live im Stream, TV und Ticker: Die Rennen des Tages (rsn) – Welche Radrennen finden heute statt? Wo und wann kann man sie live im Fernsehen oder Stream verfolgen? Und wo geht´s zum Live-Ticker?In unserer Tagesvorschau informieren wir über die wicht
10.10.2026Highlight-Video des 120. Il Lombardia (rsn) – Paul Seixas (Decathlon – CMA CGM) hat mit gerade mal 20 Jahren das erste Monument seiner Karriere gewonnen. Der Franzose setzte sich in Abwesenheit von Titelverteidiger Tadej Pogacar (UAE
10.10.2026Evenepoel hat “seit der Tour nicht mehr ganz zu Topform gefunden“ (rsn) – Fünfmal in Folge hatte Tadej Pogacar die Lombardei-Rundfahrt für sich entschieden, doch wegen der Verletzung des übermächtigen Slowenen bot sich nun anderen die Chance, bei Il Lombardia
10.10.2026Ciccone: Lidl - Treks Podiumsgarant mit starkem letzten Auftritt (rsn) Zum neunten Mal fuhr Giulio Ciccone (Lidl - Trek) in dieser Saison als einer der ersten drei über den Zielstrich, doch auch zum neunten Mal war er dabei nicht der Erste. Nach seinem um Millimet
10.10.2026Bilbao in der Lombardei König der Aussteiger (rsn) – Bei der Lombardei-Rundfahrt fallen nicht nur die Blätter, traditionell tut es ihnen der ein oder andere Vorhang gleich. Fahrer verlassen die große Radsportbühne und hängen das Rad abseit