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01.04.2026 | (rsn) - Mads Pedersen (Lidl - Trek) ging es in Waregem am Ende des 80. Dwars door Vlaanderen (1.UWT) offensichtlich ähnlich wie so manchem Zuschauer - er hatte Mitleid mit Wout van Aert (Visma - Lease a Bike). Direkt nach dem Ziel hielt der Däne beim Belgier und versuchte, ihm Trost zu spenden, den der auch gebrauchen konnte.
Nach dem verpatzten Finale 2025, Visma - Lease a Bike verlor in einer 3 gegen 1 Situation gegen Neilson Powless (EF Education - Easy Post), und seinem schweren Sturz 2024 sah es diesmal lange Zeit gut aus für van Aert. Auf den letzten Metern eines langen Ausreißversuchs wurde er aber von Filippo Ganna (Ineos Grenadiers) noch abgefangen und landete wie 2025 auf dem zweiten Rang.
Trotzdem saß der 31-Jährige später lächelnd im Interview-Stuhl und versuchte, das Ergebnis mit Humor nehmen. “Es wäre natürlich schön gewesen, wenn das Rennen 150 Meter kürzer gewesen wäre. Ich habe alles versucht, am Schluss war ich aber leer. Immerhin bin ich diesmal nicht im Krankenhaus gelandet“, sagte van Aert und spielte damit auf Dwars door Vlaanderen 2024 an, als er sich bei einem Sturz unter anderem das Schlüsselbein und sieben Rippen gebrochen hatte.
Knapp 40 Kilometer vor dem Ziel griff van Aert am Eikenberg aus dem Feld heraus an und schloss schnell zum Spitzenduo Romain Grégoire (Groupama – FDJ United) und Niklas Larsen (Unibet - Rose Rockets) auf. Bis zu 45 Sekunden Vorsprung auf die Verfolger konnte sich das Trio herausfahren.
“Der Eikenberg ist der letzte richtig harte Anstieg in diesem Rennen, also habe ich mich entschieden, dort zu attackieren und etwas zu versuchen. Danach war ich in einer guten Situation mit zwei starken Fahrern. Ziemlich lange haben wir gut zusammengearbeitet und ich glaube, wir hatten eine echte Chance", erklärte van Aert im Ziel seine Attacke.
Im Finale wurden ihm seine Fluchtkollegen aber zu langsam. Van Aert ging auf den letzten zehn Kilometern nochmals in die Offensive und konnte bis auf die Zielgerade auf den Sieg hoffen. Dann aber jagte Ganna heran und verwies den Visma-Profi noch auf Rang zwei.
Nach dem Knöchelbruch im Januar und der krankheitsbedingten Absage des Openingweekends musste man in diesem Frühjahr schon um van Aerts Form bangen. Der zweifache Vater zeigte dann aber, dass er weiterhin zu den besten Klassikerfahrern des Pelotons zählt. Nach dem sehr starken dritten Rang bei Mailand - Sanremo (1.UWT) fuhr van Aert auch bei Middelkerke-Wevelgem (1.UWT) ein beeindruckendes Rennen, es reichte aber erneut nicht zum Sieg. Bei Dwars door Vlaanderen war er der vielleicht stärkste Fahrer im Feld, der Knoten wollte jedoch wieder nicht platzen.
Die belgischen Radsportfans dürfen bei der anstehenden Flandern-Rundfahrt auf jeden Fall mit einem starken Gegner für Mathieu van der Poel (Alpecin - Premier Tech) und Tadej Pogacar (UAE – Emirates - XRG) hoffen, und vielleicht spürt van Aert in Oudenaarde dann sogar eine gratulierende statt einer tröstenden Hand auf seinem Rücken.
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