Sieg zum Baskenland-Auftakt, Lipowitz Sechster

Seixas im Zeitfahren von Bilbao eine Stufe über dem Rest

Von Marc Zeiringer

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Paul Seixas (Decathlon - CMA CGM) hat das Auftaktzeitfahren der Baskenland-Rundfahrt gewonnen. | Foto: Cor Vos

06.04.2026  |  (rsn) – Mit einem entfesselten Auftritt hat Paul Seixas (Decathlon - CMA CGM) in Bilbao das Auftaktzeitfahren der 65. Baskenland-Rundfahrt (6. – 11. April / 2.UWT) für sich entschieden. Der erst 19 Jahre alte Franzose absolvierte die 13,9 Kilometer der 1. Etappe in 17:09 Minuten und war damit deutliche 23 Sekunden schneller als sein Landsmann Kévin Vauquelin (Ineos Grenadiers), der als "Best of the Rest“ Zweiter wurde.

Hinter dem Ineos-Neuzugang ging es deutlich knapper zu. Mit nur vier Sekunden Abstand zu ihm landete der starke Österreicher Felix Großschartner als bester Fahrer von UAE – Emirates – XRG auf Rang drei (+0:27). Der früh gestartete Primoz Roglic (Red Bull – Bora – hansgrohe), der nach fünf Zeitfahrsiegen im Baskenland erstmals eine Niederlage hinnehmen musste, überzeugte mit einer starken Leistung als Tagesvierter (+0:28) vor dem Belgier Ilan Van Wilder (Soudal – Quick-Step / +0:29).

Bester der sechs deutschen Teilnehmer war Roglics Teamkollege Florian Lipowitz, der mit 33 Sekunden Rückstand auf den sechsten Platz fuhr, nachdem er im letztjährigen Auftaktzeitfahren Fünfter geworden war. Enttäuschend dagegen die Auftritte von zwei weiteren hoch gehandelten Kandidaten: Isaac Del Toro (UAE – Emirates – XRG / +0:51) verpasste als Dreizehnter die Top Ten, Juan Ayuso (Lidl – Trek) hatte einen schwarzen Tag und handelte sich 1:16 Minuten Rückstand ein – womit seine Ambitionen auf den Gesamtsieg ebenso wie die des Mexikaners früh einen herben Rückschlag erhielten.

Seixas: “Alles hat wie geplant funktioniert“

“Alles hat so funktioniert wie geplant. Wir sind zur richtigen Zeit auf der Strecke gewesen und ich habe mir das Rennen gut eingeteilt. Meine Beine waren heute richtig gut und wir waren gut vorbereitet für diese Etappe. Heute hat sich die ganze harte Arbeit ausgezahlt“, kommentierte der wie Roglic und Lipowitz früh gestartete Seixas im Flash-Interview seinen ersten Sieg in einem WorldTour-Rennen. “Allein das ist schon perfekt, aber mit diesem Abstand ist es unglaublich. Dieser Abstand gibt mir viel Selbstvertrauen für den Rest der Woche“, sagte der Youngster, der sich mit seiner Vorstellung in die Favoritenrolle katapultierte.

“Da ich jetzt das Gelbe Trikot trage bin ich wohl der Favorit. Es war heute nur ein Zeitfahren und gerade erst der Start der Rundfahrt. Alles kann passieren und wir müssen vorsichtig sein“, schränkte Seixas jedoch ein und fügte an: “Morgen steht eine schwere Etappe an. Ich werde versuchen, im vorderen Teil zu bleiben, aufmerksam zu sein und das Beste versuchen.“

Das gelang auch dem wie Ayuso und Del Toro spät ins Rennen gegangenen Vauquelin. „Es war heute okay. Ich bin sehr schnell und stark gestartet. Ich habe alles versucht. Es gab zwischenzeitlich Momente, in denen mir etwas die Energie gefehlt hat“, sagte der 24-Jährige und fügte an: “Ich bin glücklich mit meinem Rennen. Platz zwei ist gut.“

Roglic und Lipowitz mit ihren Auftritten zufrieden

Zufrieden mit dem Auftakt äußerte sich auch das Red-Bull-Kapitänsduo. “Ich habe ein gutes Zeitfahren gezeigt. Natürlich hätte ich gerne gewonnen. Aber einige Jungs sind schneller“, kommentierte der 36-jährige Roglic gewohnt sparsam im Flash-Interview seinen vierten Platz.

Und sein Teamkollege Lipowitz ergänzte nach seiner Zieldurchfahrt. “Ich denke, wir haben eine gute Vorstellung hingelegt. Primoz war auch stark. Jetzt liegen fünf richtig schwere Tage vor uns. Aber mit meiner Vorstellung heute bin ich zufrieden und jetzt freuen wir uns auf die kommenden Tage.“

Die wird Seixas nicht nur als Gesamtführender, sondern auch als bester Fahrer in der Punkte-, Berg- und Nachwuchswertung in Angriff nehmen. In der Teamwertung liegt Ineos Grenadiers fünf Sekunden vor UAE, Red Bull folgt auf Rang fünf (+0:27).

So lief die 1. Etappe der Baskenland-Rundfahrt:

Georg Zimmermann (Lotto – Intermarché) eröffnete in Bilbao bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen um die 30 Grad am frühen Nachmittag die 65. Baskenland-Rundfahrt. Doch wie erwartet spielte der deutsche Straßenmeister auf dem schweren Parcours, der gleich nach dem Start einen 2,5 Kilometer langen Anstieg hinaufführte, keine Rolle. Stattdessen setzte der nur kurz nach Zimmermann gestartete Roglic im Ziel mit 17:37 Minuten eine frühe erste Bestmarke, die zunächst nicht in Gefahr geriet.

Lange Zeit kamen keine Konkurrenten nahe an Roglic ran, Routinier Bauke Mollema (Lidl – Trek) gab bis zum ersten Messpunkt am Alto de Santo Domingo alles, um sich die einzige Bergwertung des Tages zu sichern. Der Niederländer war an dieser Stelle schneller als Roglic, und büßte bis ins Ziel aber mehrere Minuten ein.

Der unmittelbar vor Lipowitz gestartete Seixas unterbot die Zeit von Mollema am Berg um eine Zehntelsekunde und hatte nach einer furiosen Fahrt im Ziel einen Vorsprung von 28 Sekunden auf Roglic. Lipowitz reihte sich wenig später mit 33 Sekunden Rückstand vorläufig auf Rang drei ein und verlor damit nur fünf Sekunden auf seinen Teamkollegen.

Das Streckenprofil der 1. Etappe der Baskenland-Rundfahrt | Foto: Veranstalter

Danach dauerte es einige Zeit, bis die nächsten Klassementfahrer ansprechende Zeiten liefern konnten. Großschartner lag an den beiden Zwischenzeiten auf den Rängen vier und zwei. Im Ziel reichte es für den 32-Jährigen dann mit 27 Sekunden Rückstand sogar zu Platz zwei. Kurz danach war auch Van Wilder ähnlich flott unterwegs. Der Belgier kam mit 29 Sekunden Rückstand ins Ziel und reihte sich auf Platz vier ein. Die nächsten Fahrer mit fast identischen Zwischenzeiten zu denen von Großschartner waren Teamkollege Brandon McNulty und Vauquelin. Bis ins Ziel verlor McNulty allerdings über 40 Sekunden - ganz im Gegensatz zu Vauquelin, der sich mit 22 Sekunden Rückstand Großschartner noch auf Rang drei verdrängte.

Pleite für Del Toro, Debakel für Ayuso

Wer damit gerechnet hatte, dass die spät gestarteten Ayuso und Del Toro die Zeit von Seixas noch würden angreifen können, sah sich getäuscht. Nach 4,7 Kilometern war am ersten Messpunkt bereits klar, dass die beiden Favoriten herbe Klatschen kassieren würden. Ayusos Rückstand betrug hier 32 Sekunden, Del Toro war um 21 Sekunden langsamer als Seixas.

Besser machte es der mit der Rückennummer 1 ins Rennen gegangene Mikel Landa (Soudal – Quick-Step), der mit 16 Sekunden Rückstand zunächst im Bereich von Roglic unterwegs war. Am Ende langte es für alle drei nicht für die Top Ten. Del Toro büßte 51 Sekunden ein, Landa derer 55 Sekunden (Rang 18) - und Ayuso erlebte ein regelrechtes Debakel. Der Spanier, der sich auf der schnellen Abfahrt in einer Linkskurve versteuerte und nur knapp einen Sturz verhindern konnte, kam mit 1:16 Minuten Rückstand nicht über Rang 38 hinaus.

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