Red-Bull-Profi im Sprintduell unterlegen

Seixas gewinnt im Baskenland die Königsetappe vor Lipowitz

Von Sebastian Lindner

Foto zu dem Text "Seixas gewinnt im Baskenland die Königsetappe vor Lipowitz"
Paul Seixas (Decathlon – CMA CGM) hat die Königsetappe der Baskenland-Rundfahrt vor Florian Lipowitz (Red Bull – Bora – hansgrohe) gewonnen. | Foto: Cor Vos

10.04.2026  |  (rsn) – Erst das Zeitfahren, dann ein Solosieg, nun der Sprint: Paul Seixas (Decathlon – CMA CGM) ist bei der Baskenland-Rundfahrt (2.UWT) der eindeutig stärkste Fahrer und hat das auf der 5. Etappe mit seinem dritten Tagessieg erneut eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Der Franzose gewann nach 176 Kilometern über acht Bergwertungen in Eibar das Duell mit Florian Lipowitz (Red Bull – Bora – hansgrohe) und damit die Königsetappe. Der Deutsche hatte 30 Kilometer vor dem Ziel am Berg attackiert. Ihm konnte nur Seixas folgen. Das Duo belegt nun auch Rang eins und zwei in der Gesamtwertung, Lipowitz hat auf Seixas allerdings deutliche 2:30 Minuten Rückstand.

Der 25-Jährige tauschte m Gesamtklassement mit seinem nominellen Kapitän Primoz Roglic die Positionen, 3:40 Minuten beträgt der Rückstand des Slowenen, der mit der ersten Verfolgergruppe ins Ziel gekommen war, auf den überragenden Seixas. Sein Vorsprung auf Rang vier und Ion Izagirre (Cofidis) vor der letzten Etappe: zehn Sekunden.

Roglic hatte sich bergauf gut verkauft und war hinter Javier Romo (Movistar), der kurz vorm Ziel noch ein paar Sekunden auf den Rest herausholte und Tagesdritter wurde, in die Abfahrt gegangen, den Spanier dann noch gestellt. Die beiden wurden dann aber rund zehn Kilometer vor dem Ziel wieder von den weiteren Verfolgern eingeholt.

Zu diesen zählten nicht Mattias Skjelmose (Lidl – Trek) und Ben Tulett (Visma – Lease a Bike), die dadurch ihre Plätze in den Top 6 der Gesamtwertung räumen mussten und nicht mehr zu den besten 15 der Rundfahrt gehören. Neuer Fünfter ist Alex Baudin (EF Education – EasyPost).

Über diese Positionen muss sich Seixas bei dieser Baskenland-Rundfahrt überhaupt keine Gedanken machen. Drei Tagessiege stehen auf seinem Konto, dazu ist er im Besitz alle Sondertrikots, nachdem er unterwegs auch wieder genug Zähler sammeln konnte, um sich das Bergtrikot zurückzuholen.

“Ich hatte am Morgen gesagt, dass ich diese Etappe gerne gewinnen wollte“, zeigte der Franzose in seinem Siegerstatement einmal mehr, wie souverän er mit 19 Jahren nicht nur auf dem Rad ist, sondern auch am Mikrofon. “Die Jungs haben heute einen großartigen Job gemacht und alles den ganzen Tag kontrolliert. Manchmal wollten andere Teams attackieren, wir haben gekontert und waren immer zur Stelle, das ist unglaublich. Am Ende haben meine Teamkollegen mich gut positioniert. Ich habe dann im Anstieg versucht zu attackieren, ich hatte ein bisschen zu kämpfen. Ich weiß nicht warum, aber ich hatte das Gefühl, nicht all-in gehen zu können.“

Seixas nun schon bei fünf Saisonsiegen

Notwendig war das auch nicht, auch wenn er neben seinem Team auch die Konkurrenz lobte. “Florian und ich sind gut zusammen gefahren bis zum Ziel. Er war heute sehr stark und auch die anderen Jungs. Es war eine enge Kiste. Chapeau an alle, es war ein wirklich schwerer Tag und ich bin happy, dass ich für das Team gewinnen konnte“, fügte er an.

Für Seixas ist es der fünfte Sieg in seiner noch jungen Profikarriere. Allesamt hat er sie in diesem Jahr eingefahren. Erstmals richtig aufhorchen ließ er als Zweiter bei Strade Bianche, dort geschlagen nur von Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG). Im Baskenland beweist er nun, dass diese keine Eintagsfliege war.

So lief die 5. Etappe der Baskenland-Rundfahrt:

Es bedurfte schon eines genaueren Blicks, um die 5. Etappe von der vorherigen zu unterscheiden. Denn nicht nur das Profil ähnelte sich, sondern auch der Rennverlauf. Erneut ließ Decathlon eine mehr als 30 Mann starke Gruppe entkommen. Die hatte sich nach gut 20 Kilometern im Anstieg zur zweiten Bergwertung des Tages (1. Kat.) gebildet. Zunächst war sie zweigeteilt, nach kurzer Reorganisation blieben Baptiste Veistroffer (Lotto – Intermarché) und Steven Kruijswijk (Visma – Lease a Bike) als Spitze übrig.

Dahinter sortierte sich ein großer Pulk, der zum Großteil aus Fahrern bestand, die schon tags zuvor dabei waren: Etappensieger Alex Aranburu (Cofidis), Christian Scaroni und Lorenzo Fortunato (beide XDS – Astana), Marc Soler (UAE – Emirates – XRG), Ben Healy (EF Education – EasyPost), um nur einige zu nennen. Dazu kam auch noch Kevin Vauquelin (Ineos Grenadiers).

Während das Spitzenduo zwischenzeitlich bis zu vier Minuten Vorsprung bekam, hing die Gruppe dahinter meistens genau in der Mitte. Das änderte sich erst, als der fünfte Anstieg des Tages (1. Kat.) rund 70 Kilometer vor dem Ziel anstand. Decathlon war dort mit Vollgas reingefahren, hatte damit fast den Abstand zur Zwischengruppe geschlossen. Dann attackierte Lipowitz und nur Seixas konnte mitgehen.

Das Streckenprofil der 5. Etappe der Baskenland-Rundfahrt | Foto: Veranstalter

Innerhalb von Minuten entwickelte sich eine komplett neue Rennsituation. Vauquelin war neuer Spitzenreiter, dahinter hießen die Verfolger Seixas, Lipowitz, Soler, Aranburu und Healy. Bis zum Gipfel kamen aber die Klassementfahrer bis auf Mattias Skjelmose (Lidl – Trek) und Ben Tulett (Visma – Lease a Bike) wieder zurück.

Hatte sich jene Spitzengruppe mit gut 20 Fahrern in der Abfahrt nochmal geteilt, lief im folgenden Flachstück alles wieder zusammen. Dafür setzten sich, 50 Kilometer vor dem Ziel, Soler und Healy nach vorne ab. 20 Kilometer später, im letzten Anstieg der 1. Kategorie, war es dann aber wieder geschehen, als Seixas das Tempo verschärfte.

Kurz darauf explodierte die Gruppe, nur Lipowitz, Roglic und Izagirre konnten dem Franzosen folgen. Schnell war es dann auch für Izagirre zu viel, während Roglic noch um den Wiederanschluss kämpfte, was Seixas aber mit Macht verhindern wollte. Was Roglic nicht gelang, schaffte Javier Romo (Movistar). Doch als der oben am Gipfel die Lücke schloss, hing er sich am Hinterrad von Lipowitz auf und stürzte.

Lipowitz kann Seixas auf dem Schlusskilometer nicht überraschen

In der Abfahrt konnte Lipowitz das Hinterrad des wagemutigen Seixas halten, Roglic kam im kurzen Flachstück zurück zu Romo, der trotz des Sturzes vor dem Slowenen geblieben war. 25 Sekunden lagen zwischen den beiden Duos. Im letzten Anstieg (3. Kategorie) wuchs die Differenz leicht an, zudem kam auch die dritte Gruppe um Izagirre wieder näher heran, schloss die Lücke dann auch im flachen Teil.

Als auch nach ganz vorne nur noch 30 Sekunden blieben, begannen die Verfolger jedoch, sich anzuschauen. Damit war klar, dass der Tagessieger nur Seixas oder Lipowitz heißen konnte. Es wurde der Franzose, denn Lipowitz konnte ihn auf dem letzten Kilometer trotz einer Tempoverschärfung nicht mehr abschütteln. Der Sprint war dann eine klare Sache.

Results powered by FirstCycling.com

RADRENNEN HEUTE

    WorldTour

  • Baskenland-Rundfahrt (2.UWT, ESP)
  • Radrennen Männer

  • Circuit des Ardennes (2.2, FRA)
  • Tour of Mersin (2.2, TUR)
  • Giro Ciclisto die Reggio (1.1, ITA)
  • Région Pays de la Loire Tour (2.Pro, FRA)