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11.04.2026 | (rsn) – Bei Paris-Roubaix – Männern wie Frauen – ist die Liste der Favoriten-Liste traditionell lang. Die Kopfsteinpflasterpassagen, Wind, Stürze und mehr machen die “Hölle des Norden“ wohl zum am schwierigsten auszurechnenden Klassiker des Radsports. Während sich bei den Männern trotzdem ein klares Duopol bestehend aus Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) und Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) herauskristallisiert, ist das Feld bei den Frauen deutlich offener.
Da passt es, dass bei der sechsten Austragung des Frauenrennens die Siegerinnen der vergangenen drei Jahre allesamt am Start stehen und auch im Jahr 2026 berechtigte Sieghoffnungen haben. Im vergangenen Jahr gewann Pauline Ferrand-Prevot (Visma – Lease a Bike) nach einem 19-Kilometer-Solo im Velodrom von Roubaix und ein Heimsieg scheint auch in diesem Jahr möglich.
Die Französin kann zwar erst auf zwei Renntage in dieser Saison blicken, zeigte aber mit Platz zwei bei der Flandern-Rundfahrt am vergangenen Sonntag, dass sie in guter Form ist. Mit Marianne Vos hat die niederländische Equipe noch eine zweite Sieganwärterin in den eigenen Reihen, die taktische Optionen ermöglicht. Die 37-Jährige wurde bei den vergangenen Austragungen jeweils Vierte.
Die vielleicht noch höher einzuschätzende Doppelspitze bietet das Team SD Worx – ProTime auf. Mit Lotte Kopecky steht die Siegerin von 2024 in den Reihen der Equipe und sollte Lorena Wiebes mit der Spitze ins Velodrom kommen, würde wohl niemand gegen die Niederländerin wetten. Sie kam im Saisonverlauf bisher auf fünf Siege, unglaublicherweise eine Verschlechterung gegenüber dem Vorjahr, als es zum gleichen Zeitpunkt deren sieben waren.
In Roubaix wurde sie Dritte. Kopecky dagegen gewann diese Jahr Mailand – Sanremo, bei dem sie zuvor ihre Teamkollegin unterstützte. SD Worx kann mit Kopecky, der das Rennen sehr gut liegt und der besten Sprinterin der Welt die Marschrichtung über das Pavé vorgeben.
Die dritte ehemalige Siegerin im Bunde ist Alison Jackson (St. Michel – Preference Home – Auber 93). Ihr Erfolg 2023 kam überraschend aus der Gruppe des Tages. Die 37-Jährige konnte beweisen, dass sie mit Cleverness und Erfahrung auf dem Kopfsteinpflaster erfolgreich sein kann. Ein Fragezeichen steht allerdings hinter der Teamstärke ihrer französischen Equipe.
Zu den weiteren Favoritinnen zählt Elisa Balsamo (Lidl – Trek), die Zweite des Jahres 2024. Die Italienerin ist in diesem Jahr noch ohne Sieg, wird aber von einem starken Team um Lucinda Brand, Clara Copponi und Shirin van Anrooij unterstützt. Kapitänin des deutschen Teams Canyon – Sram – zondacrypto ist Zoe Bäckstedt. Ihr Vater Magnus gewann das Rennen 2004, die 21-Jährige wurde bei Dwars door Vlaanderen und der Flandern-Rundfahrt zuletzt Vierte und Fünfte und bringt eindeutig die Voraussetzungen für die Hölle des Nordens mit.
Unterstützt wird Backstedt auf dem Weg nach Roubaix von der Deutschen Rosa Marie Klöser. Sie weist viel Erfahrung auf Gravel auf, feiert aber ihr Debüt bei Paris-Roubaix. Die aus deutscher Sicht aussichtsreichste Kandidatin auf eine Topplatzierung ist wohl die Deutsche Meisterin Franziska Koch. Bei FDJ United – Suez wird sie sich die Leaderrolle wohl mit Elise Chabbey teilen, bewiws aber ihrerseits schon Topform: Bei Strade Bianche schaffte sie es als Dritte auf das Podium und bei allen anderen Klassikern, an denen sie teilnahm, kam die 25-Jährige unter die ersten Zehn. Bei der ersten Austragung des Frauenrennens wurde sie 2021 Siebte.