Van der Breggen Neunte beim Amstel Gold Race

Wiebes´ “Flaschendienste“ halfen nicht: SD Worx verpasst Podium

Von Matthias Seng

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Lorena Wiebes (mit der weißen Radhose) reicht nach ihrem Ausstieg beim Amstel Gold Race Trinkflaschen für ihre Teamkolleginnen an. | Foto: Screenshot aus der Live-Übertragung bei Eurosport

19.04.2026  |  (rsn) – Für Mischa Bredewold und ihr Team SD Worx – Protime endete das Heimspiel mit einer Pleite. Die Titelverteidigerin kam 1:01 Minuten hinter Überraschungssiegern Paula Blasi (UAE - Team ADQ) auf Rang 14 ins Ziel des 12. Amstel Gold Race Ladies Edition (1.WWT), fünf Positionen hinter ihrer Teamkollegin Anna van der Breggen, die nach 158,1 Kilometern von Maastricht nach Berg-en-Terblijt als Neunte bestplatzierte SD-Worx-Fahrerin war.

Da half auch nicht, dass Sprinterin Lorena Wiebes, die vor zwei Jahren zu früh gejubelt und so den Amstel-Sieg gegen Marianne Vos (Visma – Lease a Bike) noch verspielt hatte, sich auch nach verrichteter Arbeit in den Dienst ihrer Teamkolleginnen stellte und an der Verpflegungszone eingangs der Schlussrunde an der Kuppe des Geulhemmerbergs Trinkflaschen anreichte.

Die Niederländische Meisterin hatte früh im Rennen wertvolle Vollgas-Arbeit an der Spitze des Feldes verrichtet, stieg dann aber zwei Runden vor Schluss bei der Zieldurchfahrt aus, nachdem sie am Cauberg nochmal für van der Breggen und Co. aufs Tempo gedrückt hatte. Nach ihrem Ausstieg rollte sie durch den Ort Berg-en-Terblijt weiter zur Kuppe des Geulhemmerbergs, wo sich die Verpflegungszone befand, streifte sich eine Verpflegungsweste über und half dort den Teambetreuern bei der letzten Durchfahrt des Feldes mit.

Zu diesem Zeitpunkt war Blasi bereits solo unterwegs und auf dem Weg zu ihrem größten Karriereerfolg, weil die Favoritinnen inklusive Bredewold und van der Breggen sich nicht einig waren. Dabei hatte vor allem SD Worx – Protime zuvor viel investiert, unter anderem mit van der Breggen, Blanka Vas und Nienke Vinke attackiert und das Feld mächtig ausgedünnt.

Es war dann auch Vinke, die mit ihrer zweiten Offensivaktion Blasi mit sich zog, dann aber der Konterattacke der 23-jährigen Spanierin nichts entgegenzusetzen hatte. Da in der Gruppe der Favoritinnen zu lange gezögert wurde, war angesichts eines Rückstands von gut einer Minute schon vor der letzten Cauberg-Passage klar, dass Blasi nicht mehr eingefangen werden würde.

“Nienke hat einen super Job gemacht. Wir waren so in der Gruppe, wie wir es uns gewünscht hatten, aber das Ergebnis ist enttäuschend“, bilanzierte die 36-jährige van der Breggen im Ziel gegenüber Sporza und hob mehr den überragenden Auftritt der Amstel-Debütantin hervor, als die eigene Vorstellung zu kritisieren.

“Wir wollten unbedingt vorne mitfahren. Ich wusste selbst, dass Blasi sehr gut ist, und Nienke fuhr auch lange Zeit vor unserer Gruppe. Der Abstand wurde einfach nicht kleiner. Ich glaube, wir sind alle auf eine sehr starke Blasi getroffen“, sagte die Amstel-Gewinnerin von 2017, die auch auf Demi Vollerings FDJ-Equipe verwies, die im Finale ohne Franziska Koch und Elise Chabbey auskommen musste. “Ich habe gesehen, dass auch FDJ zeitweise Probleme hatte.“

Vollering: “Blasi superstark“

Das bestätigte dann auch die Topfavoritin ebenfalls gegenüber Sporza. “Wir hatten schon früh im Rennen einige Pfeile verschossen. Meine Teamkolleginnen gaben bei den ersten Anstiegen Vollgas. Dannn war plötzlich niemand mehr da“, erklärte die Niederländerin, die aber voll des Lobes für die Siegerin war.

“Ich weiß, dass Blasi super stark ist. Man sollte sie also nicht unterschätzen. Ich hatte gehofft, dass ihr unterwegs die Puste ausgeht, aber sie hat bewiesen, dass man hier auch alleine gewinnen kann“, so Vollering der schließlich nur Platz drei hinter Katarzyna Niewiadoma-Phinney (Canyon – SRAM – zondacrypto) blieb.

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