Pogacar weiter in Romandie-Gelb, Steinhauser stark

Godon kämpft sich zurück und schlägt im Sprint Fisher-Black

Von Marc Zeiringer

Foto zu dem Text "Godon kämpft sich zurück und schlägt im Sprint Fisher-Black"
Dorian Godon (Ineos Grenadiers, re.) hat die 3. Etappe der Tour de Romandie gewonnen. | Foto: Cor Vos

01.05.2026  |  (rsn) – Dorian Godon (Ineos Grenadiers) hat seinen zweiten Sieg bei der diesjährigen Tour de Romandie (2.UWT) gefeiert. Der Französische Meister entschied im Sprint einer rund 30-köpfigen Spitzengruppe die 3. Etappe über 176,6 Kilometer rund um Orbe vor dem Neuseeländer Finn Fisher-Black (Red Bull – Bora – hansgrohe) und dem Franzosen Valentin Paret-Peintre (Soudal – Quick-Step) für sich. Als Tagesvierter verteidigte Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) das Gelbe Trikot des Gesamtführenden. Rang fünf ging an den Kolumbianer Sergio Higuita (XDS – Astana).

“Ich habe heute mein Bestes gegeben und habe an den Sieg geglaubt. Es war sehr hart, auch mit den Strapazen des gestrigen Tags“, sagte Godon, der sich auf der 2. Etappe im Sprint Pogacar hatte geschlagen geben müssen. Am schwersten Berg des Tages, an dem er den Anschluss verlor, sah es zwischenzeitlich auch nicht danach aus, als ob der 29-Jährige diesmal erneut um den Sieg kämpfen würde. Doch konnte sich Godon auf die Hilfe seiner Mannschaft verlassen.

“Meine Teamkollegen haben auf mich gewartet und mich wieder zurück ins Peloton gebracht, obwohl wir schon 30-40 Sekunden zurücklagen. Dann hatten wir das Härteste hinter uns“, erzählte Godon im Ziel-Interview, in dem er zugab: “Ich bin solche 20 Minuten langen Kletterpassagen nicht gewöhnt, weil ich kein Bergfahrer bin, aber ich bin sehr stolz auf mich, was ich heute geschafft habe. Ich bin in guter Form dieses Jahr und bin sehr glücklich darüber“, sagte er nach seinem bereits fünften Sieg in dieser Saison.

Dagegen muss Fisher-Black auf sein zweites Erfolgserlebnis im Kalenderjahr 2026 noch warten. “Es ist nicht schön, hier Zweiter zu werden. Vor allem, weil meine Teamkollegen eine tolle Arbeit geleistet haben“, sagte der Neuseeländische Zeitfahrmeister, der bereits auf der 2. Etappe hinter Pogacar und Godon auf Rang drei gesprintet war. Nun konnte er zumindest den Weltmeister hinter sich lassen, dem Prologgewinner war er aber unterlegen.

“Gegen Godon zu verlieren, ist sicher keine Schande, denn es ist schwer, ihn zu schlagen. Wir haben versucht, ihn am Berg abzuschütteln, aber er ist danach wieder zurückgekommen. Ich denke, der Sprint war gut. Meine Energie ist auf den letzten paar Metern aufgebraucht gewesen. Wir geben nicht auf und hoffentlich können wir bald gewinnen“, fügte der 24-Jährige gegenüber Eurosport an.

Lipowitz behauptet Rang zwei hinter Pogacar

Sein Teamkollege Florian Lipowitz kam mit der ersten Gruppe ins Ziel und behauptete seinen zweiten Rang im Gesamtklassement, in dem der Deutsche weiterhin 17 Sekunden hinter Pogacar liegt. Platz drei mit 26 Sekunden Rückstand behauptete der Franzose Lenny Martinez (Bahrain Victorious).

Pogacar führt auch die Punktewertung an, der Schweizer Roland Thalmann (Tudor) bleibt an der Spitze der Bergwertung, Martinez ist bester Nachwuchsfahrer. Red Bull steht unverändert an der Spitze der Teamwertung.

Eine beeindruckende Leistung zeigte Georg Steinhauser (EF Education - EasyPost), der zur Gruppe des Tages gehörte und gemeinsam mit Damiano Caruso (Bahrain Victorious) und Steff Cras (Soudal - Quick-Step) erst zwei Kilometer vor dem Ziel gestellt wurde. Der Giro-Etappensieger von 2024 war schließlich auf Rang 26 fünf Positionen hinter Lipowitz zweitbester deutscher Fahrer des Tages.

So lief die 3. Etappe der Tour de Romandie 2026:

Nachdem er sich als Erster an der Bergwertung in Suchy fünf Punkte hatte gutschreiben lassen, war Steinhauser mit dabei, als sich nach 25 Kilometern eine siebenköpfige Gruppe formierte, in der neben dem Deutschen noch Sam Oomen (Lidl – Trek), Damiano Caruso (Bahrain Victorious), Lorenzo Germani, Josh Kench, Rémy Rochas (alle Groupama – FDJ) und Steff Cras (Soudal – Quick-Step) mitmischten. Ihr Vorsprung blieb auf den ersten hügeligen 100 Rennkilometern konstant bei rund zwei Minuten.

Etwa 65 Kilometer vor dem Ziel rutschten Steinhauser und Rochas in einem Kreisverkehr weg. Der Franzose riss dabei auch noch Oomen mit sich. Glücklicherweise konnten alle drei Fahrer das Rennen wieder aufnehmen, und Rochas, der einige Meter zurückgefallen war, schaffte kurz nach der letzten von drei Zielpassagen wieder den Anschluss. Der folgende Zwischensprint in Bavois und auch die Bergwertung in Oulens-sur-Echallens holte sich Germani kampflos.

Das Streckenprofil der 3. Etappe der Tour de Romandie | Foto: Veranstalter

Rochas musste sich noch vor dem zweiten Zwischensprint von der Spitzengruppe verabschieden. Sein Teamkollege Germani holte sich hier ein weiteres Mal 15 Punkte ab, doch wenige Kilometer später war er auch nicht mehr vorne dabei. 38 Kilometer vor dem Ziel und knapp sieben Kilometer vor der Bergwertung am Col du Mollendruz (2.Kat.), dem schwersten Anstieg des Tages, sprengte Caruso mit seiner Attacke die Gruppe. Nur Steinhauser und Cras konnten annähernd mithalten und bildeten ein Verfolgerduo mit wenigen Sekunden Rückstand auf den Italiener, der zuvor keinen Meter Führungsarbeit übernommen hatte.

An der Bergwertung hatte Caruso 25 Sekunden Vorsprung auf Steinhauser und Germani. Das Peloton lag auch nicht mehr weit zurück, denn dank der Tempoarbeit von Red Bull – Bora – hansgrohe schrumpfte der Rückstand auf unter eine Minute. In der langen Abfahrt schaffte es Caruso nicht, sich weiter abzusetzen. 17 Kilometer vor dem Ziel fuhren Steinhauser und Cras an den Spitzenreiter heran, wieder beteiligte sich Caruso nun nicht an der Tempoarbeit. Das Peloton, aus dem Godon kurzzeitig herausgefallen war, lag aber nur noch 20 Sekunden zurück.

Ineos Grenadiers, Lidl – Trek und Red Bull machten gemeinsam die Tempoarbeit und schafften es damit, das Trio zwei Kilometer vor dem Ende einzuholen. Kurz darauf zog Carlos den Sprint für seinen Teamkollegen Godon an, dem aber Fisher-Black zuvorkam. Auf den letzten Metern kam der Französische Meister aber noch am Neuseeländischen Zeitfahrmeister vorbei und holte sich damit zweiten Sieg bei der Tour de Romandie.

Results powered by FirstCycling.com

RADRENNEN HEUTE

    WorldTour

  • Giro d`Italia (2.UWT, ITA)
  • Radrennen Männer

  • Fleche du Sud (2.2, LUX)
  • Orlen Nations Grand Prix (2.2u, POL)
  • Tour de Hongie (2.Pro, HUN)